Würde die Abschaffung von Religionen die Menschheit vom Terror befreien?

Würde die Ausmerzung von Religionen die Menschheit vom Terror befreien?

Für einen Großteil der Menschheit scheint klar zu sein, dass Terror das Produkt von fanatischen Religionsanhängern ist. Dies erscheint logisch, wenn man die Tatsache bedenkt, dass ein Großteil der in der Vergangenheit begangenen Terroranschläge offiziell mit der jeweiligen Religion begründet und gerechtfertigt wurden. Osama bin Laden beispielsweise begründete den Flugzeuganschlag auf die Zwillingstürme in New York mit Zitaten aus dem Koran. Auch die betreffenden Selbstmordattentäter waren getrieben von dem Willen und der Hoffnung Allah zu dienen und dadurch im Paradies reich belohnt zu werden, so wird scheinbar klar, dass dieses Ereignis religiös motiviert gewesen sein muss. Aber über die Jahre überschlugen sich die Vermutungen darüber, ob die USA wirklich in der Position des Opfers stehen darf und kann. Immer mehr Fragen und Fakten kommen zum Vorschein. Insbesondere die Tatsache, dass die Al-Quaida (die Datenbank) eine von der USA und der CIA geschaffene und subventionierte Organisation, zur Bekämpfung der russischen Truppen in Afghanistan, war lässt zweifeln. Die Fragen und Zufälle überschlagen sich: Wie konnten Feuerwehrmänner in den brennenden Trümmern des Gebäudes einen völlig intakten Reisepass von einem der Terroristen bergen, wie konnte die gesamte Luftsicherheit stundenlang deaktiviert bleiben, wo doch klar war was vor sich ging? Fragen über Fragen, die keine Antworten finden. Doch auch die amerikanische Bevölkerung lernt, dass es nicht immer Religion ist, die für solche Ereignisse verantwortlich ist.

Es ist wahr, es gibt zahlreiche Fälle von religiösem Terror, wie zum Beispiel die spanische Inquisition. Diese dauerte zweieinhalb Jahrhunderte an und hatte die ethnische Säuberung zum Ziel.

Diese richtete sich jedoch nicht gegen Anhänger anderer Religionen, sondern gegen die jüdischen und muslimischen Konvertiten, die sich zum Christentum, teilweise unter Zwang. bekannt hatten. Sie wurden von ihren eigenen Mitbürgern für Verstöße, wie z.B.: Unbekehrtheit und Ketzerei angezeigt, da selbst auf das Nichtanzeigen eine Strafe verhängt wurde. Bigamie, Hexerei und Homosexualität wurden von der Kirche ebenfalls unter Strafe gestellt. Wenn der Beschuldigte nicht als, mit der Kirche versöhnbar erschien, wurde er verbrannt, so fand die spanische Inquisition viele Opfer des religiösem Terrors.

Wer schon einmal im Hamburg Dungeon gewesen ist, kann sich grade einmal den kleinsten Ansatz eines solchen Verfahrens vorstellen.

Betrachten wir nun auf der anderen Seite Francis Galton, Cousin von Charles Darwin, welcher den Meisten aus dem Biologieunterricht (Evolution, Darwin-Fink) bekannt sein sollte. Francis Galton war der Überzeugung das nach dem Model Darwins nicht nur der Stärkste überleben solle, sondern dass die Schwächsten der Gesellschaft durch Eugenik (Mit dem Ziel den Anteil positiv bewerteter Erbanlagen zu vergrößern und den negativ bewerteter Erbanlagen zu verringern) auszumerzen.

Adolf Hitler war ein erklärter Anhänger und Bewunderer dieser Theorie und wir wissen welche Ausmaße dieser rassistisch motivierte Terror, die Rassenreinheit zu sichern, auf die Menschheit hatte und noch heute hat.

Ein weiteres Beispiel für religionsfernen Terror bietet die Rote Armee Fraktion, welche zwischen den 1970er und 1990er Jahren zwischen 60 und 80 Mitgliedern in der Bundesrepublik Deutschland zählte. Diese Organisation war linksextremistisch und wurde vom Tod des Studenten Benno Ohnsorg, durch einen Polizisten auf einer Demonstration gegen den Besuch des Shahs von Persien, angetrieben.

Beweggründe und Ziele waren unter anderem die Distanzierung von der faschistischen Geschichte und Haltung ihrer Eltern, dem Vietnamkrieg und der Aufruf zum Klassenkamp.

Die Sprengstoffattentate, Entführungen und Banküberfälle forderten 34 Opfer, diese mussten jedoch nicht aus religiös-fanatischen Gründen sterben sondern aus Protest gegen die Politik. Dies rechtfertigt die Tat in keinster Weise, jedoch möchte ich anhand dieser Terrororganisation verdeutlichen, dass mit Ausmerzung der Religionen, welche viele Wissenschaftler und Experten für nötig halten, kein Garant für eine Terror befreite Welt ist.

Sam Harris, Neurowissenschaftler, schreibt in seinem Essay „Science must destroy religion“, dass erst wenn die Religionen abgeschafft wurden, „werden wir eine Chance haben, die tiefsten und gefährlichsten Brüche in unserer Welt zu heilen“.

Ich persönlich denke, dass Harris diesbezüglich falsch liegt.

Religionen, Politik und Ideologien unterschiedlichster Natur können den Menschen vereinen oder distanzieren, aber ob aus dieser Berührung ein Konflikt entsteht liegt bei den Menschen. Diese Entscheidung gegen die Akzeptanz und Toleranz des Anderen und dessen Glauben und Meinung trifft jeder Mensch für sich. Und im Lauf der Geschichte wurde uns leider all zu oft schmerzlich vor Augen geführt, dass diese Entscheidung viel zu oft negativ ausfällt und eben in Gewalt und Terror ausartet.

Diese Entscheidung trifft kein Gott für die seinen, das Wesen des Menschen und sein Hang zu Neid, Konflikten und Gier tut es.

Jedoch hängt die Entscheidung zum religiösen Terror meiner Meinung nach davon ab, wie integriert, akzeptiert und wertgeschätzt sich ein Mensch in einer Gesellschaft fühlt. Ein Mensch der sich seiner individuellen Anerkennung und Wertschätzung unsicher ist und sich nicht als Teil einer Gesellschaft fühlt, sucht nach einer die ihn so akzeptiert wie er ist und in der er sich zugehörig fühlt. Wir sehen dies an der Tatsache wie viele Jugendliche sich rechtsextremistischen Gruppen anschließen und Straftaten gegen „Ausländer“ begehen, ohne vorher je mit diesem in einen Konflikt geraten zu sein. Später bereuen sie diese Taten zu Tiefst und distanzieren sich von ihrer Gruppe.

Dieses Phänomen tritt momentan leider auch verstärkt bei der Gründung des Islamischen Staates auf. Viele teils religionsferne Menschen reisen nach Syrien, um sich einer Terrororganisation anzuschließen und an ihrer Seite zu kämpfen. Dabei denke ich nicht, dass es nicht auch muslimische Kämpfer gibt, jedoch glaube ich, dass Religion so wie sie praktiziert wird ein Produkt menschlicher Auslegung ist.

Man kann uralte Worte in unterschiedlichsten Kontexten auslegen wie man sie grade braucht, denn ich behaupte, dass auf dieser Welt kein Mensch existiert, der mit hundert prozentiger Sicherheit die gesamte Botschaft und Richtigkeit der jüdischen, muslimischen, christlichen, hinduistischen, etc. Schriften belegen oder erläutern kann.

Was dieser Welt fehlt ist nicht die Befreiung von der Religion, denn der Mensch braucht etwas an das er glauben kann, auch wenn es vielleicht der Glauben an das Nicht-Glauben ist.

Dieser Welt fehlt die Akzeptanz, sei es auf politischer, religiöser oder persönlicher Ebene.

Wir alle müssen lernen das Fremde, das „Andere“ zu akzeptieren um in einer Welt ohne Krieg zu leben. Wir müssen lernen Konflikten mit erhobenen Köpfer entgegen zu treten und sie beim Namen zu nennen. Wir müssen lernen nein zu Gewalt und Ungerechtigkeit zu sagen und dies anderen zu vermitteln. Wir müssen nein zu Diskriminierung und Rassismus sagen und vor allem müssen wir eins tun.

WIR MÜSSEN ANFANGEN!

http://www.visionjournal.de/visionmedia/article

de.wikipedia.org/wiki/Rote_Armee_Fraktion

http://de.wikipedia.org/wiki/Opfer_der_Roten_Armee_Fraktion

https://sieleben.wordpress.com/2011/05/28/osama-bin-laden-der-11-september-und-das-groste-marchen-des-20-jahrhunderts/

http://de.wikipedia.org/wiki/Eugenik

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