WIE VIEL ISLAM STECKT IM ISLAMISTISCHEN TERROR ?

„Das hat nichts mit dem Islam zu tun“ – dieses Bekenntnis seitens der Mehrheit der Muslime wirkt in Anbetracht der bestialisch und kaltblütig auftretenden Form des Islams, dem „Islamischen Staat“, geradezu widersprüchlich, bekennt sich der IS doch apodiktisch zum Koran und Muhammed. Angesichts dessen ist es wichtiger denn je sich das Heilige Buch der Muslime mal wirklich anzuschauen und darüber zu sprechen. Sich die Frage zu stellen, wie viel Terror nun wirklich im Koran steckt. Der unbequemen Frage ins Auge zu blicken, ob der Islam nicht doch Terror und Gewalt schürt. Noch wie war es so wichtig aufzuzeigen, wie sich die islamistischen Terroristen an den Koran vergreifen, um so, ein für alle Mal, den Wahrheitsgehalt der muslimischen Rechtfertigung zu enthüllen.

Seit dem der IS sein Unwesen treibt ist für viele eines klar: Der Islam ruft zu Gewalt und Hass gegenüber Andersdenkenden auf. Und ganz so im Unrecht sind jene Menschen nicht, schaut man sich nur die derzeitig agierenden „Muslime“ an. Der IS tötet, die Al-Schabab Miliz foltert, Boko Haram vergewaltigt und Al-Qaida frevelt unermüdlich. All dies im Namen Allahs und des Propheten Muhammed. Die mit Koranversen unterlegten Bekennervideos reichen aus um den Islam zu diffamieren. Doch machen wir es uns nicht zu einfach? Die Handlungen einiger sogenannter Muslime als Anlass zu nehmen, um eine gesamte Religion, die mehr als 1,7 Milliarden Anhänger zählt, abzustempeln, scheint fragwürdig.

Es wäre inkorrekt zu meinen, dass es keinen Vers im Koran gebe, der zu Gewalt aufrufe und allem Anschein nach die Handlungen der islamistischen Terroristen rechtfertigt. Immer wieder greifen die Akteure solcher menschenverachtenden Taten auf den sechsten Vers der neunten Sure zurück, in dem es heißt:

„[…] tötet die Götzendiener, wo ihr sie trefft, und ergreift sie, und belagert sie, und lauert ihnen auf in jedem Hinterhalt […].“[1]

Verständlicherweise stellt sich die Frage, wie angesichts des doch eindeutigen Aufrufs Muslime behaupten können, die Terroristen hätten nichts mit dem Islam zu tun. Für viele ist die Sachlage klar: Dieser Vers ist repräsentativ für den Koran en bloc. So schreibt der Islamkritiker Hamed Abdel Samad:

„Der Koran […] hetzt gegen Ungläubige. […]. Dieser hat zum weltweiten Gewaltpotenzial unter radikalen Muslimen geführt […].“[2]

Und spricht so vielen aus der Seele. Doch ist es unverständlich, wie solche Personen, gekennzeichnet mit dem Label „Islam-Kenner“, solche Thesen an den Tag legen. Es ist absurd zu meinen, der Koran rufe zur Tötung aller „Ungläubigen“ auf. So wie sich Herr Samad verhält, verhalten sich vieler seiner Sinnesgenossen. Einen aus dem kontextgerissenen Vers nehmen und diesen absolut setzen, um so seine engstirnige Meinung zu vertreten, halte ich für äußerst suspekt. Wenn es falsch wäre, die Gewaltverse des Korans zu verneinen, so ist es doch gleichermaßen unvernünftig einen Vers von 6348 Versen als Anlass zu nehmen, um die Religion des Islams pauschal diskreditieren zu wollen.

Der von Islamkritikern und derer Gleichen mir nichts dir nichts verwendete sechste Vers der neunten Sure muss, wie alle anderen 6348 Verse, in seinem historischen Kontext betrachtet werden. So wie der Islamexperte am Institut d’Etudes Politiques de Paris, Asiem El Difraoui fordert:

„Es ist unverzichtbar, bei der Deutung des Korans die Historizität miteinzubeziehen.“ [3]

Im Koran findet sich nur dieser eine Vers, der auf den ersten Blick, zu Gewalt und Terror aufruft. Doch ein zweiter Blick lohnt sich! Denn in Sachen Koran-Exegese gilt ein prinzipieller Grundsatz: „Kein Vers darf im Widerspruch zu einem anderen Vers stehen!“ So ist es auch mit dem Vers, den die sogenannten islamistischen Terroristen als Grundlage für ihre abscheulichen Taten nehmen. Der Vers wurde, so die muslimische Überzeugung, durch den Erzengel Gabriel an den Heiligen Propheten übermittelt. Zu jener Zeit waren die Muslime im Kriegszustand. Nach dem der Prophet 13 Jahre lang verfolgt, gefoltert und gedemütigt wurde, erteilte Allah Ihm die Erlaubnis sich zu verteidigen. Der Vers 40 der 22. Sure wurde offenbart:

„Erlaubnis (sich zu verteidigen) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah […].“

Es ist unmissverständlich, dass es sich zur damaligen Zeit um einen defensiven Krieg handelte. Die Muslime waren gezwungen sich zu verteidigen, andernfalls würde der islamische Glaube zusammenbrechen. Hierbei handelt es sich keineswegs um ein universales Dekret die „Ungläubigen“ zu töten. Vielmehr war es eine temporäre Aufforderung im Falle der Verteidigung.

Kann es also sein, dass die historisch-kritische Kontextuierung bewusst außer Acht gelassen wird? Oder ist es die reine Unwissenheit über den Islam? Zudem ist der sogenannte „Terror-Vers“ mit dem Titel Vergebung versehen. Eben hierzu ruft der Islam explizit auf: „Wenn sie jedoch ablassen, dann (wisset), dass keine Feindschaft erlaubt ist.“[4] Wie ist es zu erklären, dass sich Terroristen als Muslime kennzeichnen und trotzdem Zivillisten töten, Frauen vergewaltigen und Unschuldigen den Islam aufzwingen? Hält der Koran doch die Muslime dazu an Jeden die freie Religionsausübung zu gewähren.[5] „Es darf kein Zwang im Glauben geben“[6], so steht es im Koran niedergeschrieben. Wenn der Islam doch dezidiert den Grundsatz geltend macht, dass „wenn jemand einen Menschen tötet, so soll es sein, als hätte er die ganze Menschheit getötet“[7], so frage ich mich abermals, wie sich die Terroristen als Muslime ausgeben können?

Weshalb muss sich der Islam per se für etwas rechtfertigen, womit er doch eigentlich nichts zu tun haben will und nachweislich nichts zu tun hat. Etikettenschwindel in unnachahmlicher Manier findet statt. Der Islam fungiert als Vermarktungsstrategie einer menschenverachtenden, abscheulichen und perfiden Ideologie. Selbst der amerikanische Präsident hat dies erkennt und mahnt:

„Keine Religion ist verantwortlich für Terrorismus. Menschen sind verantwortlich für Gewalt und Terrorismus!“[8]

Und genau dies ist es, was wir verstehen müssen. Eine klare Linie muss gezogen werden, zwischen der Religion an sich und jenen Personen, die diese Religion ausüben. Es wäre doch absurd zu glauben, dass es nur die eine Art von Muslimen gibt, die Osama bin Laden ähneln. Die Mehrheit der 1,7 Milliarden Muslime ist friedfertig und dies aus der Liebe zu Allah, der die Menschen im Koran zu Frieden und Harmonie aufruft. Mehr als 1,7 Milliarden Muslime leben auf der Welt. Würde der Islam tatsächlich Gewalt und Terror konzedieren, so würden doch durchaus mehr Muslime diesem Gebot folgen, als es die kleine Horde von verwahrlosten und orientierungslosen Wahnsinnigen tut.

Wenn also der Islam an sich nicht das Problem ist, was ist dann die Quelle des Gräuels? Weshalb ist es für Islamisten möglich, ihren Taten den Label „Islam“ zu geben?

Klar wird der Islam instrumentalisiert, doch ist dies nur die eine Seite der Medaille. Sicher ist, die Muslime tragen auch eine gewisse Mitschuld an der Misere. Ohne Zweifel gibt es eine Reihe von orthodoxen, gar radikalen Lehrmeinungen, die auch einen Teil des „Mainstream-Islams“[9] geworden sind. Und sicherlich gibt es die größtenteils moderaten Muslime die meinen, dass sich Hassprediger und Ideologen auf falsche, abweichende und ambivalente Interpretationen der Religion stützen würden. Doch finden sich auch Muslime, vor allem im arabischen Raum, die eine ähnlich engstirnige Art der Koraninterpretation, wie die Terroristen, aufweisen. „Erinnert sei an den Journalist Sayyid Maududi, der mit seiner fundamentalistischen Auslegung des Islam […] die Muslimbruderschaft und schließlich die Taliban […] sowie heute den „IS“ inspirierte, postulierte bereits Mitte des 20. Jahrhunderts die Notwendigkeit eines islamischen Staates unter der Leitung eines Khalifen, der durch Anwendung von Gewalt zustande kommen dürfe und sich weltweit verbreiten müsse“[10], so die Journalisten Khola Maryam Hübsch. Diese Ideologie hat sich mit der Zeit fest in den Kern der Religion verankert. Dies zeigt sich daran, dass der Austritt aus dem Islam in einigen islamischen Ländern mit dem Tode bestraft wird, gänzlich im Widerspruch zum Koran und den eigentlichen Lehren. Es liegt also auf der Hand. Es ist nicht die islamische Lehre an sich, sondern die obstinate Lesart orthodoxer Muslime, die den Terroristen in die Hände spielt.

Auch wenn ich kein Jünger Bosbachs bin, so teile ich seine Meinung, wenn er auf die Aussage der Bundeskanzlerin „Der Islam gehört zu Deutschland“ erwidert, dass Muslime natürlich ein Teil unserer pluralen Gesellschaft seien. Man sich jedoch fragen müsse, welchen Islam Frau Merkel eigentlich meine. [11] Gilt die pauschale Aussage auch für seine islamistischen und salafistischen Strömungen? Wenn in Deutschland lebende Muslime geradezu frenetisch ihr Bekenntnis artikulieren, dass der Terror nichts mit dem Islam zu tun habe, so ist es von essentieller Bedeutung zu hinterfragen, welchen Islam sie meinen.

Der Politiksatz „das hat nichts mit dem Islam zu tun“ muss seinen Wahrheitsgehalt konsolidieren, in dem eine Debatte darüber geführt wird, welcher Islam gemeint sei. Der Islam, den die Mehrheit der Muslime praktiziert oder der Islam der Terroristen, die im Namen ihrer Religion morden und tyrannisieren?

 

 

[1] http://www.ahmadiyya.de/tools/online-koran/al-taubah/

[2] Hamed Abdel Samad, „Der islamische Faschismus. Eine Analyse“, April 2014, Seite 121

[3] Focus – Das hat doch nichts mit dem Islam zu tun. Doch! ; Seite 29

[4] Sure 2, Vers 194

[5] „Euch euer Glaube, und mir mein Glaube“ (Sure 109, Vers 5)

[6] Sure 2, Vers 258

[7] Sure 5, Vers 33

[8] http://www.heute.de/extremismus-konferenz-obama-trennt-religion-und-terror-37240372.html

[9] http://www.khola.de/blog/art/dradio-muslime-haben-genauso-angt-vor-terror/#.VPj1jfyG-zs

[10]http://www.khola.de/blog/art/wie-viel-koran-steckt-im-terror/#.VPj1jfyG-zs

[11] http://www.n-tv.de/ticker/Bosbach-kritisiert-Merkel-article14312336.html

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