Was macht Menschen zu Terroristen?

Etwa 15.000 Menschen aus 80 verschiedenen Ländern kämpfen momentan im Irak und Syrien.

Davon stammen ganze 25 % aus Westeuropa und 550 Menschen aus Deutschland. Es sind Jugendliche, Erwachsene, Kinder, männlich und weiblich. Es sind Menschen, die ihr Heimatland und ihr Leben verlassen, um sich Terrorgruppen anzuschließen. Wie kann es dazu kommen? Warum möchte ein Mensch Teil von etwas so Grausamen sein? Wie werden aus für uns scheinbar „normalen“ Menschen  Attentäter und Mörder?

 

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Taten dieser Menschen sich selten mit den Lebensgeschichten der Terroristen begründen lassen. Eine schlimme Kindheit z.B. macht nicht gleich zum Terroristen und es gibt auch sämtliche Kinder oder Jugendliche aus gutem, stabilen Umfeld, die trotzdem bereit sind, dieses zu  verlassen, um in den Krieg zu ziehen.

 

Vielmehr sei die „Transformation“ vom Durchschnittsmenschen zum Terroristen oft in den Gruppenmechanismen innerhalb der Terrorgruppen begründet. Der Mensch verhält sich gern konform und lässt sich gerne anleiten. Dies ist ein unbewusster psychischer Grundtrieb des Menschen, welcher von Anführern später als Mittel zur Radikalisierung genutzt werden kann. Die Terrorgruppen werden durch ihre gemeinsamen Werte zusammengehalten. Die eigene Identität ist irgendwann nicht mehr von denen der Anderen getrennt und die heiligen Werte stehen irgendwann über dem eigenen Leben. Sie haben die oberste Priorität. Die Mischung aus dieser Identitätsfusion und der Beschränkung auf die heiligen Werte, die die Gruppe verbinden führt zu einer hohen Opferbereitschaft und mindert das rationale Einschätzen der Menschen ihrer Taten. Aus dem Blickwinkel ihrer Gruppe tun sie das Richtige und nichts Falsches. Des Weiteren erweckt die Hingabe zur heiligen Sache und die bedingungslose Verbrüderung innerhalb der Gruppe das Gefühl enormer Stärke und macht den Menschen Mut. Man ist ein wichtiger Teil von etwas Großem und erlangt das Gefühl gebraucht zu werden. Wissenschaftler denken: „Diese Menschen würden allein niemals grausam handeln. Die Gruppe macht sie zu Gewalttätern.“ Ein historisches Beispiel für diesen Mechanismus ist zum Beispiel die Zeit des Nationalsozialismus. Auch hier wurden die Deutschen in der großen Gruppe unter Hitler zu kaltblütigen Mördern.

 

Doch der erste Schritt auf dem Weg zum Terroristen ist ein Anderer. Bevor diese Gruppenmechanismen greifen können, muss ja erst einmal der Anschluss an eben so eine Gruppe erfolgen. Was bringt Menschen zu einem solchen Entschluss?

Es kann Gründe in vielerlei Bereichen geben. Die Ursachen können psychisch, wirtschaftlich oder auch politisch/ideologisch sein. Um einen Menschen wirklich zum Terroristen werden zu lassen, reicht es jedoch nicht, dass es ein Problem in einem dieser Bereiche gibt. Nur weil jemand arm ist, wird er nicht gleich zum Terroristen. Das sehen wir daran, dass in den Parlamenten der direkt vom Terror betroffenen Länder sehr viele wirtschaftlich gut gestellte Islamisten sitzen. Auch psychische Labilität muss nicht unbedingt vorliegen. Immer wieder schließen sich Menschen Terrorgruppen an, die gut integriert und anerkannt in einem stabilen sozialen Umfeld gelebt haben.

 

Ist  also keiner von uns vor den Einflüssen des Terrors geschützt? Kann rein theoretisch jeder zum Terroristen werden? Und reicht für die Terroristen wirklich allein eine politische oder religiöse Überzeugung, um zu solchen Taten in der Lage zu sein? All dies sind Fragen, die bisher wohl kaum beantwortet werden können. Die Theorie des Gruppenmechanismus erscheint plausibel, aber werden wir uns jemals erklären können, was vorher in den Köpfen der Menschen abläuft? Klar ist nur, dass um den Terror effektiv an seiner Wurzel zu bekämpfen auf all diese Fragen Antworten gefunden werden müssen. Möglicherweise lässt sich mit Blick auf Biographien bekannter Terroristen ein „Muster“ erstellen. Ein weiterer Schritt wäre vielleicht, die Mechanismen der charismatischen Führungspersönlichkeiten und ihre Wirkung auf die Menschen zu erforschen. So können diese Vorgänge in Zukunft möglicherweise unterbunden werden.

 

Was Forscher und Wissenschaftler also schon seit Jahren beschäftigt, wird es wohl auch weiterhin tun. Und weiterhin wird für uns unverständlich bleiben, wie der Terror eine solch anziehende Wirkung auf manche Menschen haben kann.

 

Quellen:

http://www.welt.de gesundheit/article136843402/Was-Menschen-zu-Terroristen-macht.htn

http://www.heute.de/gotteskrieger-in-deutschland-wie-die-is-islamisten-jugendliche-koedern-35254569.html

www.welt.de/vermischtes/article132516757/Schwaechlinge-die-sich-Terroristen-anschließen.html

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4 Antworten auf Was macht Menschen zu Terroristen?

  1. X sagt:

    Hallo L,
    Ich habe deinen Artikel aufmerksam gelesen und finde es toll dass du dir dieses Thema, trotz vieler unbeantworteten Fragen und wenig Informationen dazu, ausgesucht hast. Ich finde es toll, dass du Ursachen für eine mögliche transformation zum Terroristen genannt hast (Psychisch, wirtschaftlich oder auch politisch/ideologisch). Damit konnte man deinem Artikel leicht folgen und hat bestimmte Sachzusammenhänge verstanden. Besonders gut ist dir der Abschnitt „Transformation vom Durchschnittsmenschen zum Terroristen“ gelungen. Ich fand es spannend zu lesen, und bemerkenswert dass du Bezüge zu Beispielsweise „Psychischen Grundtrieben des Menschen“ ziehst und die Handlungen damit begründest. Was ich auch gut fand ist, dass du gesagt hast dass nicht nur weil ein Besitzer Faktor gegeben ist, wie z.B Armut, heißt es nicht dass ein Mensch radikale Gedanken entwickelt! Ich finde es gut dass du dies noch einmal herausgestellt hast.

    Da du in diesem Artikel eigentlich fast gar nicht deine eigene Meinung geäußert hast, wahrscheinlich aufgrund von zu wenigen auffindbaren Informationen zu diesem Thema, finde ich es schwer eine sinnvolle Kritik zu schreiben. Dennoch finde ich ist jeder Mensch für sich selbst verantwortlich und sollte in jeder Situation rational denken können. (Schließlich hat sich nicht jeder Deutsche der SS angeschlossen) Ich finde dass man dies nicht als „Ausrede“ anerkenne kann.

    Dennoch finde ich es schön dass du das Ende offen gestaltet hast und ein Ausblich in die Zukunft gibst!

  2. Aprilscherz sagt:

    Lieber L,
    Zuerst einmal: Mir gefällt die Art der Herleitung, bzw. die Weise auf welche du schlussfolgerst. Das macht den Text angenehm zu lesen, da man einerseits nichts mehrfach lesen muss, um es zu verstehen aber der Text gleichzeitig nicht zu langathmig ist.

    Du beschreibst, als Einleitung einige Fakten, wie viele und welche Menschen im Moment wegen Terror kämpfen, um dann zu erklären, dass es sich bei den Terroristen meist nicht um Menschen handelt welche wir als Terroristen erwarten würden. Als nächstes bringst du den Aspekt des Gruppenmechanismus ein. Genauer gesagt, einen Trieb des Menschen, der darin besteht, dass Menschen sich gerne anleiten lassen und einem Führer folgen. Dieser Aspekt sei eine wichtige, bzw. die wichtigste Motivation um Terrorist zu werden und war z.B einer der Grund-Standbeine des Nationalsozialismus.
    Zuletzt machst du deutlich, dass damit überhaupt jemand zu dieser Motivation gelangen kann, dieser irgendwie mit einer Terrororganisation in Kontakt kommen muss. Wie das genau geschieht sei nicht bekannt, jedoch ist klar, dass viele allgemein vermutete Gründe, wie z.B. schlechte Lebensverhältnisse, meist nicht dafür verantwortlich sind.

    Ich persönlich kann jedoch nicht navollziehen, wieso man nicht wissen sollte, wie die Anschlüsse von den Terrorgruppen, zu den zukünftigen Terroristen, hergestellt werden. Je nach Situation sind die Terroristen sehr von ihrer Sache überzeugt und reden, zumindest teilweise, offen darüber. Also auch darüber, wie sie dazu gekommen sind Terrorist zu werden. Das klingt vielleicht ersteinmal schwer zu glauben, wenn man jedoch bedenkt, dass sich die Terroristen denken, dass das was sie machen richtig ist, (andernfalls würden sie es wohl kaum machen) und sie sich folglich selber garnicht als Terroristen sehen, dann denke ich, kann man schon eher nachvollziehen, wieso diese Leute nicht zumindest teilweise offen über ihre Angelegenheit reden sollten.

    mfg
    Aprilscherz

  3. Cinderella sagt:

    Liebe L,

    ich finde dein Thema „Was macht Menschen zu Terroristen“ interessant und bin der Meinung, dass dir dein Blogeintrag gut gelungen ist.

    Zuerst hast du Grundfakten genannt, welche dem Leser erstmal einen informativen und groben Überblick verschaffen. Hierbei beschränkst du dich auf zwei Länder, Syrien und Irak und erwähnst, dass 25% aus Westeuropa davon 550 Menschen aus Deutschland zu den 15.000 Menschen gehören, welche zur Zeit kämpfen.

    Du sprichst in deinem Artikel davon, dass es meistens psychologische Hintergründe gibt, die Menschen dazu verleiten sich einer Terrorgruppe anzuschließen. Hierbei erwähnst du z.B.,dass sich Menschen gerne anleiten lassen und konform sind. Dies ist ein unbewusster psychischer Grundtrieb.

    Deine Argumentationen bzw. deine belegten Gründe (von Wissenschaftlern) finde ich durchaus nachvollziehbar und schlüssig. Ich stimme dir grundsätzlich zu und finde deinen Blogeintrag sehr informativ.

    Zu deinen Abschlussfragen, denke ich aber, dass nicht jeder ein Terrorist werden kann. Denn es muss in der Biografie des Menschen einen Auslöser, z.B. ein negatives Ereignis geben, um sich einer Terrorgruppe anzuschließen um solche grausamen Taten auszuführen. Es wäre auch interessant gewesen, hättest du dein Thema an Hand eines realen Beispiels noch verdeutlicht.

  4. princess sagt:

    Hallo L,
    Dein Text ist sehr gut lesbar und deine Standpunkte sind gut zu erkennen. Ein Kompliment erst einmal dafür. Die Beweggründe der Zivilisten zu Terroristen zu werden hast du außerdem sehr präzise dargestellt und erklärt.

    Du nennst Fakten und versuchst durch die Herleitung aus der Theorie des Gruppenmechanismus eine plausible Erklärung für das Übertreten von Zivilisten aus den westlichen Ländern in Terrororganisationen zu finden.

    Ich persönlich halte die Zahl 550 bei der Auflistung der aus Deutschland stammenden Kämpfer im Irak und Syrien für zu schwer nachweisbar um diese in deinem Artikel aufzulisten. Außerdem hätte dieser mir mehr gefallen, wenn du deine eigene Meinung zu dem Thema mehr einfließen lassen hättest. Die Frage, ob rein theoretisch jeder zum Terroristen werden könnte würde ich mit Nein beantworten, da diese Frage zu allgemein ist und ich persönlich niemals zu so etwas in der Lage wäre. Der Schluss deines Artikels gefällt mir ausgesprochen, dennoch würde ich gerne noch mehr zu dem Thema und wie schon geschrieben auch deine persönlich Meinung dazu erfahren.
    Freundliche Grüße

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