War es sinnvoll, dass das deutsche Militär in den Afghanistankrieg eingeschritten ist?

Erstmal die allgemeinen Fakten zum Krieg: Die internationale Schutztruppe ISAF (International Security Assistance Force) wurde 2001 beschlossen, mit dem Ziel den Wiederaufbau und die Stabilität in Afghanistan zu fördern. Zudem organisierte die USA eine „Enduring Freedom“ (dauerhafte Freiheit) was dazu führte, dass 2010 immer noch etliche Soldaten in Afghanistan stationiert waren. 2010 waren rund 130.000 Soldaten aus 48 Ländern für die ISAF in Afghanistan stationiert. Im groben verfügt die ISAF über rund 100.000 Soldaten, und die Taliban rund 36.000 Kämpfer (laut Angaben der ISAF). Seit 2001 wurden rund 3.500 Soldaten im Dienste der UN getötet. Trotz den Bemühungen der UN sterben trotzdem noch etliche Zivilisten aufgrund der Taliban in Afghanistan.
Waren „Unsere“ Bemühungen, „Unsere“ Opfer diese vermeidliche Niederlage wert? War es notwendig, dass Ausbilder der Bundeswehr ums Leben gekommen sind, obwohl sie nur helfen wollten? Hier muss man mehrere Seiten betrachten. Die erste Seite ist die Notwendigkeit unserer Bemühungen. Wir haben nicht wirklich präsent an der Front gekämpft, sondern längerfristig die Stabilität und die Umstellung des politischen Systems in Afghanistan gefördert. Waren wir hier notwendig? Meiner Meinung nach, ja! Wir sind bemüht darum, eine längerfristige und anhaltende Lösung für Afghanistan zu finden. Das nächste Kriterium sind die Kosten. Ist es die Anstrengung und die seelischen Folgen wert? Nein! Ein Ausbilder sollte nicht mit erheblichen seelischen Störungen zurück in sein Heimatland kommen, dort im Zweifelsfall seine Arbeit, Familie und somit sein Zuhause verlieren. Jetzt komme ich zu meinem Hauptkriterium: Haben wir vielleicht oder womöglich nur militärisch mitgezogen, damit wir nicht als „Schwarzes-Schaf“ in dem UN-Sicherheitsrat sitzen? Lastet der Druck von der USA auf unseren Schulter, oder vielleicht noch die Schuldgefühle vom Ersten und Zweiten Weltkrieg? Man kann das nicht sagen, aber es ist klar, dass dies einen erheblichen Beitrag zu unserem Einschreiten hinzufügt. Ein weiteres relevantes Kriterium ist die Sorge, dass die Taliban ähnlich wie Hitler die Weltherrschaft übernehmen wollen und können. Dies führt dazu, dass wir sowieso gezwungen sind einzugreifen aus der Sorgen es könnte zum nächsten großen globalen Krieg kommen.

Wir dürfen uns nichts gefallen lassen, sollten aber auch nicht zu schnell handeln. Man sollte erst einmal die Lage in einem sogenannten „Fail State“ analysieren, interpretieren und dann handeln. Manche große verheerende Opfer wären nicht nötig gewesen. Aber wenn wir nicht eingeschritten wären, gehandelt hätten, wären weit aus schlimmere Folgen für uns von statten gelaufen.

Meiner Meinung nach war es sinnvoll, dass das deutsche Militär in den Afghanistankrieg eingeschritten ist, da sie eine längerfristige und anhaltende Lösung vor Augen hatten. Trotz aller Bemühungen ist es letztendlich weder zu einem „negativen“ oder „positiven“ Frieden gekommen, jedoch hat man fast alles menschenmöglich getan, um die politische/wirtschaftliche/und gesellschaftliche Lage in diesem „Fail State“ Afghanistan zu ändern. Diese Mission war nicht ganz umsonst, sie hat ein kleines bisschen dazu beigetragen die Umstände im und um den europäischen und asiatischen Raum zu verbessern.

Quellen:

http://www.abendblatt.de/politik/article108133938/Zahlen-und-Fakten-zum-Militaereinsatz-in-Afghanistan.html

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6 Antworten auf War es sinnvoll, dass das deutsche Militär in den Afghanistankrieg eingeschritten ist?

  1. Inés.A.W sagt:

    In deinem Artikel schreibst du, „ein klein bisschen habe der Afghanistan Einsatz dazu beigetragen, eine längerfristige Stabilität in Afghanistan zu bezwecken“. Wie definierst du „ein klein bisschen“ und denkst du, wir können in Anbetracht der aktuellen Geschehnisse von einer stabilen und nachhaltigen Lage sprechen?
    Hört man sich die Worte Ursula von der Leyens bezüglich der Afghanistan Mission an, kann durchaus der Eindruck entstehen, dass hinter so vielen lobenden Worten ausschließlich eine gelungene Mission stehen kann. Was den Bildungsbereich und die Gesundheitsvorsorge angeht, lässt sich eine positive Entwicklung erkennen, hier stimme ich dir zu.
    Dennoch, die Lage in Afghanistan ist meinen Recherchen nach zu folge noch immer unberechenbar. Die Taliban sind nicht gestürzt. Nur mit dem Sturz kann man meiner Ansicht nach beginnen, eine stabile Lage zu erreichen.
    Die Taliban terrorisiert die Zivilbevölkerung und sorgt so für Schrecken und Angst. Mit Hilfe von Anschlägen auf den Präsidenten Ashraf Ghani und Anschlägen auf die Zivilbevölkerung, welche wöchentlich den Medien zu entnehmen sind, zeigen sie ihre Macht. Außerdem erschweren sie es den Truppen aus Afghanistan abzuziehen.
    Des weiteren heißt es häufig, die Taliban versuchen die junge Demokratie zu destabilisieren. Zumindest eine Demokratie als Regierungsform wäre doch ein Zeichen für ein stabiles Afghanistan. Dass es sich aber um eine korrupte Regierung handelt, wird häufig unterschlagen…
    Es fehlt eine pluralistische Regierung sowie deren Wille sich für den Aufbau des eigenen Landes einzusetzen! Es nützt nichts, dass Länder von außen versuchen die soziale Infrastruktur, den Aufbau von Schulen oder die medizinische Versorgung vorantreiben und beeinflussen zu wollen während die Regierung lediglich eigene Interessen verfolgt.
    Können wir hier von einer stabilen und nachhaltig verbesserten Lage sprechen?
    Meiner Ansicht nach nicht. Ich denke es ist die Illusion des Westens, Afghanistan die westlichen Vorstellungen aufzwingen zu wollen.
    Wenn du also von einer kleinen Verbesserung sprichst, kannst du dich ausschließlich nur auf den Bereich der Bildung und Gesundheitsvorsorge bezogen haben.
    Ein paar weitere Beispiele, wo es noch immer brennt: 2001 wurde auf der Afghanistankonverenz beschlossen, zur Herstellung der Sicherheit den Milizen die Waffen zu entziehen. Bis heute ist keine Entwaffnung vollzogen worden. Und nun werden die Truppen weitgehend abgezogen.
    Zudem befinden sich Gewaltakteure noch heute in wichtigen politischen Organen. Hier kann niemals von Nachhaltigkeit die Rede sein!
    In Interviews äußert sich die Zivilbevölkerung selber sehr kritisch gegenüber dem Einsatz. Häufig sprechen sie von anhaltender Angst vor Anschlägen und auch die Gesetze zur Sicherung sind lediglich in schriftlicher Form zu finden, werden meist aber nicht ausgeführt. Eine Missmutige und hoffnungslose Stimmung sei unter den Afghanen zu spüren und eine große Angst, in einen blutigen Bürgerkrieg zu verfallen, so zumindest Thomas Ruttig, Afghanistanexperte der Tagesschau.
    Auch fließt unglaublich viel Geld aus dem Westen in das Militär. Finanzielle Unterstützung ist auf keinen Fall falsch, aber sollte hier doch über eine bessere Verteilung nachgedacht werden. Vernachlässigt wird zum Beispiel das Geld in gesellschaftliche Bereiche fließen zu lassen.
    Es lassen sich noch viele Punkte finden, welche meiner Ansicht ganz deutlich davon zeugen, dass die Afghanistan Mission und der Einsatz deutscher Truppen leider wenig erfolgreich war.

    • Ernest Hemingway sagt:

      Erstmal danke für die Höflichkeit mir gegenüber!

      Liebe Ins.A.W,
      „ein bisschen“ definiere ich in dem Zusammenhang, dass die Lage immer noch sehr brisant ist, jedoch schon verbessert ist. Es kann auch in den nächsten 2o Jahren zu keinem Umschwung der Politik kommen, da so ein Vorgang der Demokratisierung temporär sehr viel Zeit benötigt. Man kann es am Beispiel von vielen afrikanischen; ehemaligen Kolonialländer sehen. Eine Demokratie ist in regierungsgeschwächten und instabilen politischen Systemen schier undenkbar. Deswegen definiere ich „Stabilität und Nachhaltigkeit“ wie du es richtig erkannt hast, auf das Bildungs-, und Gesundheitssystem.

      Schön das du so viel zu meinem Artikel hinzuzufügen hasst, wenn dich das Thema brennend interessiert würde ich mich über einen Artikel von Dir sehr freuen. Danke für dein zusätzliches Wissen welches du mit eingebracht hast und somit den Artikel bereichert hast.

      Mit freundlichem Gruß
      Ernest Hemingway

  2. KVM sagt:

    Hallo Ernest Hemingway,

    in deinem Artikel geht es darum, ob es sinnvoll war, dass das deutsche Militär in den Afghanistankrieg eingeschritten ist.
    Der erste Punkt den du erwähnst ist, dass das Ziel des deutschen Militärs es sei, den Wiederaufbau und die Stabilität in Afghanistan zu fördern. Dabei wurde eher spezialisiert an der Stabilität und Umstellung des politischen Systems gearbeitet. Durch diese strukturellen Maßnahmen soll eine längerfristige und anhaltende Lösung für das Land gefunden werden.
    Du stellst dabei in den Vordergrund, dass wir zwar eine Lösung vor Augen hatten, diese aber nur geringfügig umgesetzt haben. Du kritisierst hierbei, dass für diesen kleinen Fortschritt zu viele Opfer und seelische Folgen entstanden sind.

    Einerseits kann ich dir natürlich zustimmen, dass es wirklich schrecklich ist, dass Ausbilder und Soldaten der Bundeswehr ums Leben gekommen oder schwere seelische Störungen erlitten haben. Andererseits muss man aber auch die positiven Seiten des Einschreitens beleuchten. Unser Militär schreitet mit anderen Ländern in diesen Krieg ein, um den Krieg zu beenden, bessere Zustände herzustellen, anhaltende Lösungen zu finden und die Wurzeln der „Terrorquelle“ zu beseitigen. Hierbei liegt die höchste Priorität und das gewollte Ziel auf der Sicherheit der Bevölkerung dieses Landes.
    Man muss die Opfer gegen das Ziel abwägen, die gesamte Zivilisation dieses und der umliegenden Länder, zu schützen.
    Natürlich möchte ich keines Falls die Opfer deswegen außer Acht lassen oder die Größe des Verlustes dieser Opfer vermindern, aber wenn man sich dieses große Ziel vor Augen hält, kann man klar die guten Gründe sehen wieso das deutsche Militär zu Recht in den Krieg eingeschritten ist.
    Deutschland ist aus diesen Gründen, der Friedenssicherung, ebenfalls in der UNO und NATO und hat sich somit dazu indirekt verpflichtet diesem Land zu helfen und Frieden wieder herzustellen.

    Nun bezogen auf den Afghanistankrieg hast du gesagt, dass wir uns erst einmal nur auf das politische System und die „strukturelle“ Bekämpfung spezialisiert haben. Andere Länder schreiten auch akuter ein (ISAF).
    Ich finde doch, dass wir auch viel an der Front gekämpft haben, aber lassen wir dieses, nach deiner Meinung, dass Deutschland nur strukturell eingeschritten ist, erst einmal so stehen.
    Wichtig ist, dass nur zusammen Frieden erneut hergestellt und gesichert werden kann, durch akute und strukturelle Maßnahmen! Deswegen wird Deutschland hier benötigt (vor allem wegen der strukturellen Maßnahmen) und es ist einer der Gründe, weswegen ich es sinnvoll finde, dass das deutsche Militär in den Afghanistankrieg eingeschritten ist.

    Ein anderer Aspekt ist die Herangehensweise des deutschen Militärs an den Krieg.
    Ich finde es positiv, dass das deutsche Militär („nur“) strukturell in den Krieg einschreitet. Den einen Punkt der Friedenssicherung habe ich gerade genannt, zwei weitere folgen nun:

    Der eine Punkt ist, dass es positiv ist, nur strukturell in den Krieg mit einzuschreiten, denn häufig ist die Reaktion auf akutes Eingreifen Wut. Wut darauf, dass andere Länder sich in die Angelegenheiten dieses jeweiligen Landes einmischen, da sie meinen, etwas akut verhindern zu müssen (ob dieses vielleicht wirklich gerade benötigt wird, lass ich erstmal außen vor). Auf dieses akute Einschreiten kann Wut der Terroristen folgen, hier wäre es Wut der Taliban.

    Dieses hängt mit dem anderen Punkt zusammen und dieser bezieht sich auf die westliche Dominanz.
    Es kann zu erneutem Terror kommen, durch das Einmischen von Deutschen und anderen Ländern und Verbänden (UNO, NATO, ISAF) in den Krieg, wobei sie versuchen die Zustände nach westlichen Vorstellungen zu ändern.
    Dadurch können Kulturen und die Bevölkerung sich ebenfalls provoziert fühlen, da es sich anfühlt, als wenn die Werte und Normen des Westens ihnen aufgedrückt werden sollen.

    Dieses kann zu Unzufriedenheit und Missbilligung führen und sogar dazu, dass mehrere Menschen sich entschließen, sich ebenfalls der Taliban anzuschließen, da sie die Reaktion der anderen, der „Guten“ (der Einschreitenden (ISAF)), nicht als gut empfinden.
    Durch diesen Prozess können neue Terroristen „entstehen“ und es kommt zu neuen Bildungen von Terrorgruppen, die gegen die Staaten angehen werden, die eingegriffen haben.
    Ebenfalls werden diese neuen Terroristen verstärkt, durch erneuten Terror, versuchen, in ihrem Land ihre Werte, Denkweisen und Ziele durchzusetzen. Dieses könnte zu einem Teufelskreis führen.

    Zwar wird nicht jeder, der wütend ist, zu einem Terroristen und Gewalt bleibt die Ausnahme, aber in solchen Krisengebieten sollte man vorsichtig sein! Deswegen ist das akute Eingreifen eine schwierige Angelegenheit und ich finde es gut, dass Deutschland auch/(nur) strukturell eingreift, denn wir wollen und können dort schließlich nicht die Kulturen und Lebensweisen nach unseren Vorstellungen ändern.

    Zu deinem Punkt, erst einmal ein „Fail State“ zu machen, um die Lage überblicken zu können, kann ich dir nur zustimmen.
    Ich glaube, dass dieses, sich ein Überblick zu verschaffen, ebenfalls denen helfen könnte, die akut eingreifen, um präziser und vorsichtiger einzugreifen zu können, sodass es nicht zu großen Auseinandersetzungen mit der Bevölkerung kommen kann.

    Schließlich ist es sinnlos mit allen Panzern darüber zu fahren und zu denken man könnte somit schnell und einfach die Terroristen ausschalten. Die Terroristen sind unter der Bevölkerung verteilt und man wird sie nicht leicht ausmachen können. Deswegen ist ein solches breites und radikales Eingreifen zu vergleichen mit einem Schießen mit Panzern auf Spatzen, und verursacht meiner Meinung nach nur Wut und Missbilligung.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich es äußerst positiv finde, dass Deutschland nicht nur akut in den Krieg eingreift, sondern auch strukturell. Zwar hat die strukturelle Bekämpfung auch negative Seiten, dass man zum Beispiel nie die gesamte Bandbreite bekämpfen kann, jedoch durch strukturelles und akutes Eingreifen, kann man Terror ganz gut bekämpfen.
    Man muss das Eingreifen jedoch ändern, sodass die Hilfe auch nützt und sie nicht falsch verstanden wird.

    Was hier, meiner Ansicht, nach größte Problem dieses ganzen Krieges ist, ist die Taktik und damit auch die verbundene Sinnlosigkeit des Einschreitens.
    Die Terroristen handeln und verstecken sich im Untergrund.
    Sie sind in der breiten Masse der Bevölkerung nicht auszumachen, da sie sich von der friedlichen Bevölkerung äußerlich unterscheiden. Leider gibt es auch zu wenig Ansätze von terroristischen Angelegenheiten, denen man nachgehen könnte, um Personen und Gruppen aufzudecken. Deswegen war man bis jetzt kaum in der Lage die Zustände zu verbessern und ohne wirkliche Ansätze oder eine neue Taktik wird man diese Zustände in nächster Zeit auch nicht verbessern können.

    Deswegen finde ich es schwer zu sagen, ob es sinnvoll war, dass das deutsche Militär in den Afghanistankrieg eingeschritten ist, denn einerseits steckt die gute Absicht der Friedenssicherung dahinter und Deutschland hat sich wirklich gut und überlegt mit eingebracht, andererseits hat sich gezeigt, dass das Einschreiten kaum etwas genützt hat, da versucht wird oberflächlich und ohne große Ansätze, die Terroristen zu finden und somit etwas ändern zu können. Mit der momentanen Taktik kommt es eher, als ein Ändern der gesamten Struktur des Landes und der Kultur, rüber. Dieses ist jedoch nicht gewünscht.

    Deswegen glaube ich, dass es sinnlos war, dass das deutsche Militär eingeschritten ist.

    • Ernest Hemingway sagt:

      ich denke, dass das Einschreiten nicht sinnlos war, sofern sich eine bestimmte Lage erheblich verbessert hat. Man sollte zwar differenzieren zwischen Effektivität und dem späteren Resultat. Aber trotzdem war unser Einschreiten nicht vergebens, da zum Beispiel Kinder einen höhere Chance auf Bildung bekommen. Man kann einfach eine Struktur nicht in einem Jahrzent ändern.

  3. kingofgame sagt:

    Auf Antrag von Bundeskanzler Gerhard Schröder beschloss der Deutsche Bundestag in zwei Abstimmungen im Dezember 2001 die militärische Beteiligung des deutschen Militärs in Afghanistan. Im März 2011 war Deutschland mit ungefähr 5300 Soldaten im Einsatz und im Februar 2014 wurde das letzte Mandat mit einer Laufzeit von 10 Monaten beschlossen. Ende 2014 wurde der Afghanistan-Einsatz beendet.

    Diese Beschlüsse wurden von Anfang an von den deutschen Bürgern mehrheitlich stark kritisiert. Gegner des Einsatzes warfen der damaligen Bundesregierung vor, dass man die extrem defizitären Strukturen des vom Krieg gebeutelten Landes nicht berücksichtigt hätte, ein Staatsaufbau ohne Staat sei faktisch gar nicht möglich gewesen.

    Man unterstellte der Bundesregierung, dass die Ziele des Einsatzes zu hoch gesetzt worden waren. Illusion und Hoffnung seien ausschlaggebend gewesen.
    Die Einsätze des britischen und amerikanischen Militärs im Süden Afghanistans führten dazu, dass die Rebellen immer mehr in den unwegsamen Norden auswichen.

    International warf man den Deutschen vor, dass ihr Engagement bei der Ausbildung der afghanischen Polizei mehr als ungenügend sei. Aufgrund der besonderen Stellung Deutschlands durch die Regelungen nach dem zweiten Weltkrieg konnte das deutsche Militär nicht in dem Maße agieren, wie die Briten und die Amerikaner. Durch diese Einsatzbeschränkung und durch die bestehenden Fähigkeitslücken in der Ausbildung der deutschen Soldaten, war Deutschland hauptsächlich mit der Eigensicherung beschäftigt.

    Viele Politiker besuchten damals deutsche Soldaten im Kriegsgebiet. Weihnachten 2009 sagte die damalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann in ihrer Weihnachtspredigt „Nichts ist gut in Afghanistan“ das löste weitere intensive, deutschlandweite Diskussionen aus.

    Im Juli 2011 übergab Deutschland die Sicherheitsverantwortung zurück an die Afghanische Nationalarmee und zog sich vollständig aus dem Land zurück.
    Bis heute wird der Einsatz von deutschen Soldaten in Afghanistan unterschiedlich bewertet.

    Deutschland hat sicherlich einen Teil dazu beigetragen, dass sich die Lebensbedingungen der Menschen in dem von Taliban erschütterten Land etwas verbesserten, aber man kann auch sagen, dass Afghanistan bis heute unter den terroristischen Umständen mit den Extremisten leidet und dass es auch dem deutschen Militär nicht gelungen ist, endgültigen Frieden zu schaffen. So wird die eingehend gestellte Frage, ob der Militäreinsatz Deutschlands sinnvoll war, auch heute noch nicht umfassend beantwortet werden können. Für Deutschland sind in den vergangenen 10 Jahren auf jeden Fall Kosten in Höhe von 6,1 Milliarden Euro entstanden, plus 1,7 Milliarden Euro für den Wiederaufbau und die Entwicklung.

    • Ernest Hemingway sagt:

      Ich denke man sollte trotz der misslungenen Mission die Ausbildung der Friedenssicherer vor Ort unterstützen. Wir müssen helfen wo wir können um eine stabile Welt zu schaffen. Finanziell ist es nicht so ein großes Problem diese Mission zu unterstützen, wie als wenn Menschen in unserem Namen fallen. Deswegen würde ich mich weiterhin dafür aussprechen
      ,dass wir finanzielle Maßnahmen weithin unterstützen.

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