Waffenlieferung an die Kurden

Der Feind meines Feindes ist mein Freund? 

Isis, die größte und am schnellsten wachsende Terrororganisation der Welt.

Sie lassen Al Qaida wie fromme Muslime aussehen und machen immer wieder durch brutale Exekutionen, die á la Hollywood in Szene gesetzt sind, auf sich aufmerksam. Die meisten finden diese Videos verständlicherweise abstoßend und menschenverachtend doch auch immer mehr, grade junge Menschen, fühlen sich von diesen Filmen angesprochen und ziehen dem Islamischen Staat nach in den „Heiligen Krieg“. Selbst bei uns in Europa, auch in Deutschland steigt die Terrorgefahr durch Isis Anhänger. Eines ist somit klar, diese sich immer weiter ausbreitende Terrororganisation muss aufgehalten werden! Doch wie gilt es dies zu bewerkstelligen?

Diese Organisation verfügt über sehr viel Geld um ihr Ziel zu erreichen. Die Vermutungen gehen von Spenden aus sympathisierenden Länder wie Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinten Arabischen Emiraten über Rohöl Handel hin zu Raubgrabungen an archäologischen Fundstellen( http://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_%28Organisation%29). Im Klartext wird es also sehr schwer diesen radikalen Fanatikern den Geldhahn zu zudrehen. Viele der passiven Methoden zur Terrorbekämpfung scheinen wenig zu bewirken, da anscheinend jegliche Prävention bereits versagt hat. Gerade in einer solchen Region, in der Terror und Gewalt seit vielen Jahren immer wieder Thema sind, ist es schwierig, die bereits so tiefliegenden Wurzeln zu packen und auszureißen. Und was ist mit denen die bereits radikalisierte Massenmörder sind und die zu 100 % hinter dem stehen was sie tun?

Kämpfen lautet die Antwort unserer Bundesregierung. Bzw. Kämpfen lassen oder anders denen Waffen geben, die dies sowieso schon tun. Ähnlich wie „Muriel Reichl“ aus „Zeit Online“ (http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-10/waffenlieferung-irak-syrien-bundeswehr) sehe ich diese Waffenlieferung als ineffektives Symbol der Bereitschaft etwas zu tun, ohne sich dabei wirklich die Finger schmutzig zu machen. Dieser Schachzug ist nicht nur ineffektiv, sondern kann durchaus auch sehr gefährlich sein. Aus genau diesem Grund wollte die Bundesregierung eigentlich niemals Waffen in ein Krisengebiet liefern, denn was ist wenn sie in die falschen Hände geraten? Ist der Feind meines Feindes wirklich mein Freund?

Wir liefern schwere Waffen an die Peschmerga-Kämfper, welche mit der PKK zusammen gegen die Isis-Terroristen vorgehen. Die PKK ist in Deutschland, ebenfalls wie die Isis, als Terror-Organisation eingestuft. Ob dies nun berechtigt ist oder nicht, ist nicht das Thema meines Blog Eintrags aber rein faktisch, geben wir Terroristen Waffen, damit sie mit diesen andere Terroristen bekämpfen können.

Die CIA hielt es während des kalten Krieges für schlau, eine ähnliche Taktik anzuwenden. Bei der Sowjetischen Intervention in Afghanistan, im Laufe der 80er Jahre unterstützte die CIA die Mudschahdin ebenfalls mit Waffen, um den Sowjets einen Schlag zu verpassen (http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Cyclone). Allerding bildete sich aus der Mudschahdin die Al Qaida und das waren die Jungs die am 11. September 2001 um die 3000 Amerikaner in New York getötet haben und auch bei vorherigen Angriffen gegen amerikanischen Botschaften eben diese Waffen verwendet haben. Das Problem ist, die Waffen sind nach ihrem Einsatz immer noch da und weiterhin tödlich. Hier galt wohl eher der Feind meines Feindes ist auch mein Feind.

Da ich ein Fan davon bin aus der Geschichte zu lernen, bin ich verständlicherweise kein großer Freund davon Waffen an irgendwelche Aufständischen, Rebellen, Partisanen, Terroristen oder wie man verschiedenste Gruppierungen auch nennen will zu liefern, wobei ich diese hier nicht gleichstellen möchte(!). Unterm Strich halte ich diese Waffenlieferungen für alles andere als eine SINNVOLLE Bekämpfung der Isis.

Die Amerikanische „Lösung“ für das „Isis-Problem“ war die Gründung einer Allianz, mit Saudi-Arabien, Jordanien, den Emiraten und Großbritannien. Diese Allianz fliegt immer heftiger werdende Luftangriffe gegen vermeidliche IS Ziele. Das Problem bei Luftangriffen, welches schon mit ihrer Erfindung einherging, sind Kollateralschäden oder Begleitschäden wie sie so schön genannt werden. Doch im Klartext handelt es sich bei diesem militärischen Jargon um unschuldige Menschen, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen sind, Kinder die ihre Spiele spielen und Männer und Frauen die ihrer Tätigkeit nach gehen und niemandem etwas böses wollten.

Da alle momentan angewandten Strategien ihre Mängel haben, ist die Frage was man stattdessen gegen die Terrormiliz unternehmen kann? Meine Meinung dazu ist, dass wir unsere Drecksarbeit selbst erledigen sollten. An dieser Stelle muss ein Grundsatz geklärt werden. Ich bin der Meinung, dass egal an welchem Ort unschuldige Menschen leiden, wir das Problem selbst in die Hand nehmen müssen. Unsere Bundesregierung scheint das auch so zu sehen, weshalb sie Waffen an die Kurden liefert.

Also da man sich nicht darauf verlassen kann, dass der Feind meines Feindes mein Freund ist, braucht es meiner Meinung nach eigene Spezialeinheiten die vor Ort gegen die Isis kämpfen. In den heutigen asymmetrischen Konflikten, ist mit „konventionellen“ militärischen Einheiten nicht mehr viel zu erreichen. Es braucht eigene Truppen von uns vor Ort, die sich speziell um dieses Problem kümmern und nicht andere die für uns kämpfen sollen. Desweitern ist so auch sicher gestellt, dass die richtigen Leute unsere Waffen in den Händen haben und es gibt auch nicht mehr so viele Opfer unter der Zivilbevölkerung. Natürlich sollte man kriegerische Auseinandersetzungen immer vermeiden, aber dort findet bereits eine statt bei der wir nicht länger zuschauen und uns zurücklehnen dürfen, weil wir ein paar Waffen liefern.

Es wird Zeit das wir uns der Sache selber annehmen, wobei hierbei ja nicht nur Deutschland ran muss sondern eigentlich die UNO, die es ja für genau solche Fälle von Massengenozieden gibt…

 

Über Jan Rippe

Abiturient
Dieser Beitrag wurde unter Krieg, Terror, Terrorbekämpfung abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Waffenlieferung an die Kurden

  1. Nele sagt:

    Hallo Jan,

    ich finde, dass du dir in deinem Artikel „Waffenlieferung an die Kurden“, ein sehr aktuelles und wichtiges Thema ausgesucht hast. Deine herausgearbeiteten Informationen hierzu geben einen guten und kurzen Überblick über die Problematik wieder, die mit der Waffenlieferung an die Kurden und der Terrorbekämpfung der Isis zusammenhängen. Und auch das Beispiel mit der CIA finde ich gut ausgewählt.

    Allerdings sehe ich in deinem Artikel einen Widerspruch bezüglich der Waffenlieferung an die Peschmerga-Kämpfer. Hierzu sprichst du dich erst dagegen aus und hältst dies „für alles Andere als eine sinnvolle Bekämpfung der Isis“.
    Aber in deinem Lösungsvorschlag scheinst du deine Meinung geändert zu haben, denn hier fühlst du dich in deiner Meinung „das Problem selbst in die Hand nehmen (zu) müssen“ durch die Bundesregierung bestätigt, indem diese Waffen an die Kurden liefert. Einerseits ist deine Argumentation von deinem Lösungsvorschlag widersprüchlich und andererseits sprichst du dich hier klar für eine Waffenlieferung an die Kurden aus. Hierzu muss noch einmal klar gestellt werden, dass Kurden auch durch Peshmerga-Kämpfer unterstützt werden, die in Deutschland ausgebildet werden.

    Meine zweite Kritik an deinem Text ist deine Begründung in deinem Lösungsvorschlag, warum wir selbst vor Ort kämpfen sollten. Nämlich, „dass wir unsere Drecksarbeit selbst erledigen sollten.“ Was meinst du mit „unsere Drecksarbeit?“ Deutschland ist nicht direkt in den Krieg involviert und hat sich meiner Meinung nach auch keine Drecksarbeit zu schulden kommen lassen.

    Aufgrund dessen finde ich deinen Lösungsvorschlag nicht plausibel und dieser sollte noch einmal von dir überdacht werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.