Überwachungsstaat – Fluch oder Segen?

Der Überwachungsstaat, aber was ist das überhaupt?

Überwachungsstaat, ist ein negativ besetzter Begriff, welcher einen Staat beschreibt, der seine Bürger mit verschiedenen, vom Staat legalisierten, technischen Mitteln ausspioniert.

Ist ein Überwachungsstaat also nun etwas schlechtes? Nicht unbedingt, würde ich sagen. Natürlich, werden die Bürger in ihrer Privatsphäre eingeschrängt, allerdings bin ich der Meinung, dass der, der nichts zu verstecken hat auch nichts zu befürchten hat. Aber genau dass, sollte doch auch für den Staat gelten. Oder etwa nicht? Warum, sollten wir uns überwachen lassen und alle unsere Daten preisgeben, obwohl die Regierungen und ihre GEHEIMdienste alles versteckt halten? Was haben sie zu befürchten? Durch die Überwachung,  könnten unsere Regierungen, Anschläge und andere kriminelle Straftaten einfacher aufklären oder sogar im Vorfeld verhindern.

Auf der andere Seite, könnte diese „Macht“ auch dazu missbraucht werden, sich Kontodaten, von Privatpersonen, anzueignen um diese dann zu verkaufen oder die Konten selber zu plündern.

Eric T. Hansen, ein amerikanischer Buchautor und Kolumnist für „Die Zeit Online“, ist der Meinung, dass der Überwachungsstaat nicht so schlimm sei. In seiner Kolumne „Überwachungsstaat? Find ich gut!“, beschreibt er seine Enttäuschung über die US-Regierung, aufgrund der massiven Verletzungen der Privatsphären der Menschen, nicht nur in den USA sondern überall auf der Welt. Im weiteren Verlauf seiner Kolumne, gesteht er sich selbst immer mehr ein, dass man heutzutage vielleicht eher ein bisschen auf diesen Luxus von Privatsphäre verzichten sollte, um das Risiko von terroristischen Anschlägen zu vermindern oder gar zu vermeiden.

Einer anderen Meinung, sind Judith Horchert, Ole Reißmann und Christian Stöcker, die in ihrem Artikel, „NSA-Ausspähskandal: Fünf Argumente gegen die Verharmloser“ veröffentlicht in der Spiegel Online, fünf Argumente nennen, mit welcher der Überwachungsstaat durch die Regierung oder das Volk den Bürgern Verharmlost wird. Diese Argumente sind:

  1. Die Bevölkerung, stellt alle Daten auf Facebook und daher ist es ihnen egal.
  2. Viele glauben, dass sie so unwichtig sind, dass sich kein Staat für genau sie interessieren würde.
  3. Es wird nur gespeichert, wann wir wo mit wem waren, um Terrorismus und Straftaten aufzuklären.
  4. Gegen die Aufklärung von Geheimdiensten sind wir  Machtlos
  5. Und letztlich, dass wir das doch sowieso schon seit langem wussten.

Ich habe jetzt meine Meinung und noch zwei Artikel aufgelistet, aber was ist mit eurer Meinung dazu? Schreibt sie mir in die Kommentare.

Quellen:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-06/nsa-ueberwachung-obama (Letzter Aufruf: 06.04.2014)

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/fuenf-schlechte-argumente-fuer-mehr-ueberwachung-a-911202.html (Letzter Aufruf: 06.04.2014)

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5 Antworten auf Überwachungsstaat – Fluch oder Segen?

  1. C.R. sagt:

    Schön, dass du zu Kommentaren einlädst :) Also, dein Tenor ist (überspitzt formuliert), dass die meisten ihre persönlichen Daten eh mit allen teilen und sie daher auch zu unserem Schutz eingesetzt werden dürfen, richtig? Ich fände das respektabel, wenn du die Konsequenzen des gläsernen Menschen heute und für die Zukunft einkalkulierst und begründen würdest, wie der Verzicht auf eine demokratische Gesellschaftsgrundlage zu verschmerzen sei.

  2. kingofgame sagt:

    Was ist ein Überwachungsstaat?

    Ein Überwachungsstaat ist ein Staat der seine Mitbürger mit von ihm SELBST legalisierten Mitteln ausspioniert. Legitimiert wird diese umfassende Überwachung mit dem Argument, Terror zu vermeiden. Es liegt alleine im Ermessen des jeweiligen Staates, der jeweiligen Regierung, wie weit diese Überwachung zum Tragen kommt.

    Einem Staat muss prinzipiell das Wohlergehen seiner Bürger an erster Stelle stehen. Ob diese ausgeweitete Überwachung, wie sie mittlerweile betrieben wird, tatsächlich ‚nur‘ dazu dient, Terroranschläge zu vermeiden, muss kontrovers diskutiert werden.

    Über das letzte Jahrzehnt wurden Milliarden von Dollar von verschiedenen Personengruppen verdient, die sich mit dem Tausch, Kauf und Verkauf von Daten beschäftigen. Alleine der damalige Vorfall, dass ein Rechtsstaat wie Deutschland gestohlene Daten-CDs von Steuersündern aus der Schweiz für Millionen ankauft, ist als mehr als fragwürdig zu sehen. Dadurch wurde Kriminalität legalisiert, sogar noch monetär ‚belohnt‘.

    Wenn es also schon einzelnen (Schweizer) Bankangestellten gelingt, Daten dieser Art einfach so zu speichern, dann stellt sich mir die Frage, wie groß ist den die Transparenz über den einzelnen Bürger bei Organisationen wie der NSA etc.?
    Es ist paradox, dass sich westliche Staaten mit Worten wie ‚Freiheit‘ und ‚Demokratie‘ brüsten um dann im gleichen Zuge Millionen von Daten von uns täglich ausspionieren. Der ‚gläserne Mensch‘ ist längst Realität geworden.

    Im Gegenzug dessen, geben die Geheimdienste von sich selbst nichts preis. Was da intern alles passiert, bleibt dem Bürger verborgen. Dies wird im Text sehr gut erwähnt. Ferner wird noch darauf hingewiesen, dass die Geheimdienste behaupten, selbst nie Fehler zu machen. Wenn dann doch einmal etwas ans Tageslicht kommt, werden Fehler nur mit einem großen Druck durch die Öffentlichkeit eingestanden.

    Sehr mutig war z.B. Edward Snownden, der die Machenschaften der NSA publik machte und der nun angeklagt ist wegen Hochverrats am eigenen Land. Mittlerweile werden Daten nicht nur für 6 Monate gespeichert, wie es zunächst in Deutschland geplant war, sondern mit Hilfe von amerikanischen und englischen Programmen (PRISM/Tempora) in Datenbanken abgelegt, wo sie vermutlich für immer verbleiben. Nicht nur die Internetverbindungen und IP Adressen werden dort abgelegt, sondern auch all die Internetseiten, die wir jemals besucht haben und alle Bilder, die über amerikanische und englische Server laufen,

    Auch im Kleinen dürfen z.B. Einwohnermeldeämter in Deutschland mittlerweile Daten ganz legal weiter verkaufen, für z.B kommerzielle Zwecke. Es gilt mittlerweile als ein offenes Geheimnis, dass Geheimdienste terroristische Aktivitäten inszenieren, um die umfassende Überwachung rechtfertigen zu können.

    Als Beispiel kann man hier 9/11, also den 11. September 2001 nennen.
    Dazu gibt es einige Verschwörungstheorien und ohne dieses für Amerika wohl schlimmsten Tag in der Geschichte verharmlosen zu wollen, sind immer mehr Menschen der Ansicht, dass die USA etwas zu verheimlichen hat, wenn nicht sogar ein Teil des Anschlages selbst verursacht hat, um den Einmarsch im Mittleren Osten zu rechtfertigen. Saddam Hussein war USA schon lange ein Dorn im Auge.

    Fraglich ist z.B., ob das Pentagon – wohl eines der am besten gesicherten und überwachten Gebäude der Welt – von einem Passagierflugzeug getroffen werden konnte, wie die Behörden in den USA behaupten. Bis heute wurde keine einzige Aufzeichnung gefunden, in der man diesen Absturz genau sehen kann. Vielleicht war es auch eine amerikanische Kurzstreckenrakete, wie ein kurzes Segment aus einer Veröffentlichung einer Kameraaufzeichnung vielleicht erkennen lässt. Es ist seltsam, dass man keinerlei Flugzeugtrümmer am Pentagon gefunden hat und alle Kameraaufzeichnungen von umliegenden Hotels, Tankstellen usw. nach dem Anschlag sofort beschlagnahmt wurden.

    Wie kann ein Staat und die Geheimdienste so ein Verhalten rechtfertigen?
    Ein Grund könnte z.B. sein, dass man die großflächige Überwachung und die Übergriffe auf andere Länder rechtfertigen und verheimlichen möchte.

    Richtig ist zwar, dass viele Menschen leichtsinnig mit ihren Daten umgehen, das geschieht vermutlich oft unbewusst. Aber es legitimiert einen Staat nicht, Daten über einen längeren Zeitraum von seinen Bürgern abzuspeichern.

    Insgesamt würde ich sagen:

    – Überwachung in einem gewissen Maße und bei verdächtigen Personen: Ja.
    – Bei dem einfachen Bürger Daten über einen längeren Zeitraum zu Speichern, die Großflächige Überwachung des Bürgers und den Missbrauch von persönlichen Daten ganz klar: Nein.

  3. Clemens S sagt:

    Zuerst einmal kann ich verstehen, dass die allgemeine Überwachung von Bürgern von Nöten ist, um Terroraschläge zu vermeiden. Ich stimme dir somit zu, dass ein Überwachungsstaat nicht nur schlechte Seiten hat. Genau wie Du sehe auch Ich die Problematik des Überwachungsstaates darin, dass dem „Normalbürger“ nicht bekannt ist, wann, wo, und was genau von ihm überwacht und vor allem gespeichert wird. Auch wenn die Geheimhaltung natürlich auch notwenig ist um den Terroristen nicht zu zeigen wann und wo sie Überwacht werden. Dass es zur heutigen Zeit zu einer missbräuchlichen Nutzung der Daten, durch den Staat, (in Deutschland) halte ich jedoch für unwahrscheinlich. Ein viel größeres Problem stellt für mich die Zukunft. An diesem Aspekt bewegen mich vor allem 2 Themen, zu denen mir viele Fragen durch den Kopf gehen.
    1. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass Deutschland monarchell oder korrupt regiert werden wird, Ist es dann nicht möglich Randgruppen wie homosexuelle oder Juden zu verfolgen und die Daten in diesem Sinne Missbräuchlich zu verwenden?
    Kann dieses missbräuchliche Verwendung nicht auch durch Hackerangriffe, von Terroristen oder randgruppenfeindlichen Organisation, entstehen?
    2. Wie weit wird der Staat in der Überwachung noch gehen? Gibt es moralische Grenzen oder scheitert der Staat nur an technischen Grenzen. Wird der Staat, wenn er das techniusche knowhow gibt unsere Gedanken überwachen?
    Diese 2 Aspekte lassen mich an dem Sinn des Überwachungsstates zweifeln.

    Ein weiterer Aspekt ist, dass ich denke dass viele Leute mit ihren Daten viel lockerer umgehen, weil sie wissen, dass sie soweiso die ganze Zeit überwacht werden. Somit ist der Gedanke ständig überwacht zu werden für viele Bürger, gerade für Jugendliche, schon etwas ganz normales. Dies ist sehr problematisch, weil diese Leute dann auch leichtfertig Privatunternehmen wie Facebook die Erlaubnis erteilen sie ständig zu überwachen.
    Letztendlich komme ich zu dem Schluss, dass durch den Überwachungsstaat schon einige Terroristische Anschläge in Deutschland vermieden werden konnte, es aber gewissen Grenzen geben muss, wo das Überwachen aufhören muss. Des Weiteren wäre allerdings eine größere Transparenz der geheimdienstlichen Arbeit und ein größeres Mitspracherecht der Bürger zum Thema was überwacht werden soll von Vorteil. Meiner Meinung nach sollten die Geheimdienste nach dem Motto: „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ arbeiten.

  4. Tiffany sagt:

    Hi Bullerballer,
    ich finde es interessant, dass dein Argumentationsstrang eher zu einem Überwachungsstaat tendiert. Dabei möchte ich vor allem auf die Punkte eingehen, die nach deiner Auffassung, einen Überwachungsstaat rechtfertigen.
    Zu Beginn erwähnst du „(…) allerdings bin ich der Meinung, dass der, der nichts zu verstecken hat auch nichts zu befürchten hat.“ Zu dem kann ich nicht wirklich zustimmen. Erinnern wir uns an der Aussage der US-Diplomatin Victoria Nuland zu der Ukraine Krise. Sie sagte in einem Telefonat „ FUCK THE EU“. Dieses Gespräch wurde abgehört und veröffentlicht. Was ich damit sagen will ist, dass auch wenn man nichts zu verbergen hat, es immer Sachen gibt, wovon kein Zweiter oder gar Dritter erfahren soll. Eine totale Transparenz hat und will auch kein Mensch. Bestimmt kennst du das auch, wenn du etwas schreibst, liest du es dir 2- oder 3-mal durch, bevor du es abschickst. Der Grund dafür liegt ja daran, dass man nicht falsch verstanden möchte oder dass, was man schreibt oder sagt, nicht falsch interpretiert wird. Wenn man schon bei solchen Kleinigkeiten, Sorgen hat, wie wäre es erst dann mit einem legitimierten Überwachungsstaat?
    Mit einem Überwachungsstaat würden sich die Befürchtungen des Menschen, nicht nur auf irgendwelche Anschlägen beschränken, sondern auch auf sein Verhalten in der Öffentlichkeit, da man keinen Fehler machen möchte, welche die Kameras aufnehmen könnten. Aufgrund dessen kann ein Überwachungsstaat das Selbstbewusstsein eines Menschen wegnehmen, weil er das ständige Gefühl hat beobachtet zu werden. Dadurch würde eine Angst entstehen, die der Mensch auf die Dauer nicht ertragen würde und zudem noch seine Psyche schaden könnte. Man muss bedenken, dass wir Menschen bestimmte Grenzen haben, die wir ertragen können. Diese Grenze hört schon bei vielen, bei einem Überwachungsstaat auf.
    Wie du auch sicherlich mitbekommen hast, war es nicht besonders schwer das Telefon abzuhören. Wenn der Staat dazu fähig ist, können es auch Hacker. Diese können sich in so gut wie allem einhacken und zeigen damit, dass Risiko, das ein totaler Überwachungsstaat mit sich bringt. Davon könnten vor allem die Terroristen profitieren, in dem sie den Überwachungsstaat zu ihren Gunsten missbrauchen.

    Weiter erwähnst du in deinem Text, dass „Durch die Überwachung, (…) unsere Regierungen, Anschläge und andere kriminelle Straftaten einfacher aufklären oder sogar im Vorfeld verhindern.“ Könnten. Dabei unterstützt du das vorangegangene mit der Meinung von Eric T. Hansen, ein amerikanischer Buchautor und Kolumnist für “Die Zeit Online”, welcher findet „, dass man heutzutage vielleicht eher ein bisschen auf diesen Luxus von Privatsphäre verzichten sollte, um das Risiko von terroristischen Anschlägen zu vermindern oder gar zu vermeiden.“
    Da bin ich ganz anderer Meinung. Ein Verlust in der Freiheit bringt genau das Gegenteil von dem, was wir in unserer Gesellschaft zu unseren Grundwerten gemacht haben. Ich meine wir leben doch in einer Demokratie, wo die Privatsphäre des anderen immer noch sein Gut ist. Doch stattdessen muss man sagen, dass wir heutzutage in einer technologischen Diktatur leben, wo die Überwachung nicht mehr auf den öffentlichen Ort aufhört, sondern tief in die Materie der Menschen eindringt. Nur dadurch sind wir für den Statt transparent und „gesichert“ vor Anschlägen. Doch eine 100% Sicherheit kann es nie geben, da mehr Kameras nicht wirklich einen Anschlag verhindern. Die meisten Anschlägen passieren spontan und werden von bestimmten Sachen ausgelöst z.B. Frankreich mit den Mohammed Karikaturen. Da würde auch ein Überwachungsstaat scheitern, aufgrund von Variablen, die man nicht mit einberechnen kann.

    In Anbetracht dessen bin ich gegen einen totalen Überwachungsstaat, der rund um die Uhr dich beobachtet. Dennoch bin ich der Meinung, dass ein Überwachungsstaat ohne Legitimationsrechte durchgesetzt werden kann aber nur mit einer unwissenden Bevölkerung, wie in Amerika mit der NSA.

    Beste Grüße
    Tiffany

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