Syrienkonflikt aus russischer Sicht

Im folgenden analysiere ich den Syrienkonflikt aus russischer Sicht.

Aufgrund von Unzufriedenheit und Demonstrationen der Bevölkerung kommt es im Frühjahr 2011 zum sogenannten arabischen Frühling. Auch in Syrien kam es vermehrt zu Protesten, welche als Auslöser für den Krieg gelten. Hinzu kommen die Interessen der außenstehenden Ländern, die sich in den Konflikt einmischen, welche die Lage innerhalb des Landes entzündlich machen.
Im Konflikt geht es stark verallgemeinert darum, dass die Bevölkerung Baschar al Assad stürzen will, um einen demokratischen Staat zu schaffen. Assad gibt seine Machtposition jedoch nicht ab. Während westliche Parteien den Rücktritt Assads fordern, stellt sich Russland auf die Seite der Regierung.
Während das offizielle russische Ziel der Kampf gegen den Terror ist, schützen sie Assad, da sie davon profitieren und folgende Vorteile herausziehen: für Russland ist Syrien der einzige Vorposten im nahen Osten. Moskaus größte Interesse besteht allerdings darin, einen Zusammenbruch des syrischen Regimes zu verhindern, da der Zusammenbruch das Chaos vergrößern würde, oder extremistische Kräfte dadurch gestärkt werden.
Ein wichtiger Partner Russlands ist hierbei der Iran. Russische und iranische Streitkräfte planen Militäroperationen und wollen mit Kampfeinsätzen die Regierung Baschar al Assads unterstützen. “Iran und Russland wollen eine ‘multipolare’ Weltordnung schaffen und aufrechterhalten, in der beide Länder als Entscheider anerkannt werden. Russland sieht sich als entscheidenden, globalen Akteur in dieser Weltordnung. Der Iran konzentriert sich stärker auf eine Umsetzung dieses Zieles in seiner unmittelbaren Region.” (Ellie Geranmayeh, 2017)

Die höchste Priorität Russlands besteht jedoch darin, militärische Einsätze der USA und NATO im Nahen Osten zu verhindern, da dies einen Regimewechsel in Syrien bestärken würde. Russland bietet hierfür Syrien Unterstützung, indem sie Geld und Waffen zur Verfügung stellen. Seit 2015 bringt sich Russland auch selbst ein und interveniert Syrien direkt zum Vorteil von Assad, indem es in erster Linie die syrischen Rebellen, Assads Gegner innerhalb des Landes, bombardieren.
Aufgrund der militärischen Bewaffnung kann man von einem Krieg zwischen Russland und Syrien (Regierungsgegner) sprechen.

Weiterhin verhinderte Russland im Jahre 2016 mit ihrem Veto, dass der UN-Sicherheitsrat die Kriegsparteien zu einem sofortigen Waffenstillstand aufrief. Nur so bleibt es Russland möglich mit sogenannten Kampfjets, Raketen und Flugbomben weiterhin die Gegner Baschar al Assads anzugreifen.

Ein Lösungsvorschlag aus russischer Sicht gibt es derzeit nicht, da die USA Syrien bombardiert. Die USA möchte Baschar al Assad stürzen, da sie eine demokratische Regierung durchsetzen wollen. Russland widerspricht jedoch indem sie sagen, dass er ein offiziell gewählter, anerkannter Präsident Syriens ist.

 

Quellen:

  • Geranmayeh; Ellie ;  Liik, Kadri: Echte Partner oder arrangierte Ehe? Russland und der Iran kooperieren so eng wie nie zuvor 1. Januar 2017 

https://zeitschrift-ip.dgap.org/de/ip-die-zeitschrift/archiv/jahrgang-2017/januar-februar/echte-partner-oder-arrangierte-ehe 

  • Seufert, Günther: Noch mehr Distanz zum Westen (Januar 2017)

https://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/aktuell/2017A06_srt.pdf

  • von Hein, Matthias;  Muno, Martin et.al: Nahost Internationale Akteure in Syrien: Wer will was im Bürgerkriegsland? (12. April 2018)

https://www.dw.com/de/internationale-akteure-in-syrien-wer-will-was-im-b%C3%BCrgerkriegsland/a-42678444

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Krieg abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Syrienkonflikt aus russischer Sicht

  1. Ines_luwe sagt:

    In deinem Beitrag wird deutlich, dass Russland in diesem Konflikt klar nach eigenen Interessen handelt. Die Grundlage; Assad sei offiziell gewählter Präsident ist eine Starke, aber die Situation so zu drehen dass Russland seine Motive durchsetzen kann ist aus deutscher Sicht zu kritisieren und zu verurteilen.
    Zudem sollte Russland mit Zielen wie eine multipolare Weltordnung zu schaffen vorsichtig sein, da selbst eine Ausweitung des Vorpostens und ein Zurückdrängen der westlichen Mächte im nahen Osten eine Verschärfung der Situation und Aufeinandertreffen mit der USA mit sich führen könnte.

    Russland besitzt durch den Sitz im Sicherheitsrat eine Verantwortung und nutzt sein Veto aus Angst vor Chaos und einem Regimewechsel. Jedoch ist die finanzielle und militärische Unterstützung Assads, sowie Bombardierung Assads Gegner kein Weg, der irgendwann auf einen Waffenstillstand hinwirken könnte. Somit ist eine gewünschte Friedensordnung Deutschlands nur durch mehr Kommunikation und weniger kriegerische Handlungen möglich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.