Propaganda Maschine Social Media – Schärfere Zensur Sinnvoll?

Im folgenden werde ich auf meine Fragestellung, ob eine schärfere Zensur der Propaganda Maschine von Social Media Plattformen sinnvoll ist, eingehen.

Zuerst möchte ich erstmal den Begriff Propaganda näher erläutern und ziehe kurz eine Definition aus dem Duden heran. Demnach bedeutet dass Wort Propaganda „Systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher o. ä. Ideen und Meinungen mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflusse.“ Hierbei ist auch der Unterschied zu betonen in der Reichweite der Propaganda im zeitlichen Kontext. Früher war Propaganda aufwändig zu beitreiben und vor allem teuer, um zum Beispiel Propagandahefte zu drucken wie z.B „Der Untermensch“. Im Vergleich zu früher ist auch die Reichweite heute viel ausgeprägter als früher. Eine globale Propaganda ist somit hinsichtlich dem Vergleich des zeitlichen Kontextes in der jetzigen Zeit viel einfacher umzusetzen. Heutzutage bieten sich deutlich mehr Möglichkeiten, Propaganda unter anderem auch als Individuum zu beitreiben. Sämtliche Plattformen, die Millionen von Nutzern ihr eigen nennen, stehen kostenlos zur Verfügung.

Ein steigender Trend ist bei der Anmeldung von Accounts auf Social Media Plattformen wie Twitter, Instagram, YouTube und vielen weiteren, mit dem Gedanken der Propaganda von terroristischen Gruppen wie z.B der IS zu erkennen. Wie schon weiter oben aufgeführt, sind diese Plattformen äußerst wichtig für Terrorgruppen; sie bieten eine kostengünstige Plattform, mit der sie ihre Propaganda mit Millionen von Nutzern (Instagram beispielsweise 300 Millionen) teilen können. Die Plattformen dienen unter anderem auch zur Anwerbung von neuen Mitgliedern die z.B. in der Gesellschaft ausgestoßen sind und eine Gruppenzugehörigkeit durch Social Media Plattformen und deren Nutzern mit radikalen Gedanken finden. Bei den Beiträgen handelt es sich um „despektierliche“ Bilder, hetzerische Texte in eigener Sache und Videos ihrer terroristischen Handlungen. Mit ihnen zeichnen die Organisationen ein Bild ihrer Taten und Absichten, das junge Menschen gegenüber dem Extremismus aufgeschlossen machen soll.

Natürlich stellt sich jetzt die Frage, was Social Media Plattformen dagegen machen. Das Problem ist eigentlich die massive Präsenz die z.B IS beispielweise auf Twitter hat. Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) und ihre Unterstützer haben beispielsweise eine Frequenz von 90.000 Tweets und anderen Beiträgen in den verschiedenen sozialen Netzwerken pro Tag. Des Weiteren wird für 1 gelöschten Account von Seiten der Betreiber 3 neue Accounts eröffnet, was die Arbeit erschwert. Dennoch muss man beachten, dass viele Social Media Plattformen erst nach Drängen der Presse und Öffentlichkeit anfangen Accounts zu löschen, da es für sie keinen wirtschaftlichen Gewinn bringt, Mitarbeiter einzustellen, die für diese Tätigkeiten zuständig wären. Auf dem Anti-Terror-Kongress wurde festgestellt, dass Twitter nicht scharf genug gegen die Extremismus-Welle im Netz vorgeht. Twitters Reaktion darauf lautete: „Man untersuche nicht pro-aktiv, was User posten, sondern reagiere auf Beschwerden“.

Nachdem Deutschland die Propaganda der IS im Internet verboten hat, sind zwar Fortschritte zusehen, vor allem in der Zusammenarbeit mit Providern und den Social Media Plattformen, aber dennoch finde ich, dass eine schärfere Kontrolle von Social Media Daten notwendig ist, da nur so der IS aufzuhalten ist. Es gibt zwar schon Initiativen, die die eine Gegendarstellung zeigen, aber dennoch nicht besonders wirkungsvoll und effektiv sind und eher an Sisyphusarbeit erinnert. Die Betreiber von Social Media Plattformen sollten eher pro-aktiver handeln und nicht erst auf Beschwerden/Meldungen von Nutzern handeln. Ich würde in meiner Meinung sogar soweit gehen, dass die Betreiber durch ihre passive Handlungen die IS in ihrer Propaganda in gewisser Weise unterstützen, weil sie dafür verantwortlich sein müssten, was auf ihren Plattformen geteilt wird.

Quelle:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/gchq-chef-robert-hannigan-terroristen-missbrauchen-soziale-netzwerke-a-1000907.html

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/twitter-facebook-und-co-im-kampf-gegen-islamischen-staat-13436684.html

http://www.sueddeutsche.de/digital/islamismus-die-macht-der-terror-tweets-1.2318119

http://www.bild.de/politik/ausland/isis/terrormiliz-hat-46000-twitter-accounts–39832904.bild.html

http://web.de/magazine/politik/islamischer-staat-funktioniert-terror-propaganda-30142962

http://www.welt.de/debatte/kolumnen/der-onliner/article132733595/Twitter-ist-fuer-den-IS-ueberlebenswichtig.html

 

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5 Antworten auf Propaganda Maschine Social Media – Schärfere Zensur Sinnvoll?

  1. VV sagt:

    Hallo Leo,
    Ich finde deinen Artikel zur Propaganda Maschine Social Media sehr gut gelungen und lesenswert!
    Du sagst, dass sich die Reichweite von Propaganda extrem ausgebreitet hat und es in der heutigen Zeit wesentlich leichter, sowie kostengünstiger ist, das allgemeine Bewusstsein mit den eigenen politischen oder weltanschaulichen Meinungen und Ideen zu Beeinflussen und Menschen von den eigenen Meinungen zu überzeugen, sodass diese dieselbe annehmen und vertreten.
    In deinem Artikel beschreibst du, dass dabei Social Media Plattformen, solche wie Facebook, Twitter oder Instagram eine enorm große Rolle spielen und dass sie den Organisationen die Möglichkeit geben sich innerhalb einer öffentlichen Gruppe über Gedanken und ähnlichem regelmäßig auszutauschen.
    Ich stimme dir in den meisten Teilen zu und habe ebenfalls die Meinung dass diese Möglichkeit sich so schnell auszubreiten und Meinungen zu diskutieren eine Problematik ist, die von den meisten Betreibern der Social Media Plattformen mehr oder weniger ignoriert oder beziehungsweise zu wenig behandelt wird.
    Die Tatsache, dass Terrorgruppen sich so einfach wieder ausstreuen nachdem ein Account, nach langer Zeit die es bestanden hat, gelöscht wurde finde ich erschreckend und furchtbar. Gegen diese Art von Propaganda sollte nicht nur von Gegengruppen sondern gerade von den Betreibern der Seiten persönlich gehandelt werden und das so schnell wie möglich, oder am Besten bereits bevor die Seite pro Terror überhaupt entstanden ist.
    Allerdings betrachte ich deine Aussage, dass „die Betreiber durch ihre passive Handlungen die IS in ihrer Propaganda in gewisser Weise unterstützen, weil sie dafür verantwortlich sein müssten, was auf ihren Plattformen geteilt wird.“, als kritisch da ich denke, dass die Betreiber wenig dafür können, wer sich auf ihren Seiten registriert. Ich denke ein Filter der die Registrierung für terroristische Gruppen ablehnen würde wäre eher weniger effektiv, da professionellere Gruppen ohne Frage einen Weg um diese Filter herum finden würden oder schlicht weg eigene Plattformen wieder und wieder gründen würden. Diese Idee bekämpft also die Accounts an Sich, sobald sie bereits für einige Momente bestehen, bekämpft allerdings nicht die Entstehung und den Willen dahinter.

    Abschließend kann ich sagen, dass ich dir größtenteils Recht gebe, allerdings der Meinung bin, dass sich eine Filtrierung gegen Terrorgruppen auf Social Media Plattformen als schwierig darstellt und frage mich deswegen, wie deine Vorstellung einer Unterstützung von den Betreibern aussieht.

  2. Ana sagt:

    Lieber Leo,

    erst mal: sehr interessantes und auch ein aktuelles Thema, dass du dir ausgesucht hast.
    Ich finde es gut, dass du das Wort „Propaganda“ erst mal erläutert hast, denn ich vermute, dass die meisten Leute nur grob wissen, was dieser Begriff eigentlich bedeutet. Auch den Unterschied wie man heute und früher Propaganda betreibt bzw. betrieben hat, ist sehr interessant!
    Als nächstes erzählst du, dass Terrorgruppen nun Soziale Medien nutzen, da es sich in der heutigen Zeit anbietet, weil es Millionen von Menschen gibt, die ebenfalls Soziale Medien nutzen. Somit locken sie auch neue Mitglieder an, die, wie du in deinem Text erwähnt hast, von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden und nun nach einer Gruppenzugehörigkeit durch die Soziale Medien suchen.
    Nun kommen wir zu dem wichtigen Punkt: Du nennst das Beispiel von der Terrororganisation IS, diese haben mehr als 90.000 Tweets auf Twitter. Doch Twitter reagiert erst dann, wenn Beschwerden auftreten. Da stellt sich mir eine Frage: Liegt es also auch an uns, dass solche Accounts nicht gelöscht werden? Wenn man beachtet, dass von Tag zu Tag weitere Tweets geschrieben werden, es viele Menschen gibt, die über dieses Thema diskutieren, weil es immer noch ein aktuelles Thema ist und viele sich fragen, wie man Terrorismus stoppen kann. Ist es nicht Paradox, dass viele gegen den Terrorismus sind und trotzdem bei solchen „Kleinigkeiten“ nicht handeln? Aber wenn sich schon hierbei keiner einsetzt und Beschwerde schickt, dann möchte ich dir auch zustimmen, dass Twitter handeln sollte. Ich finde, es gibt eine gewisse Grenze, wo man auf Beschwerden nicht warten sollte!
    Ich möchte ein mal das Beispiel, von dem Absturz der Germanwings 4U9525 als Vergleich nehmen. Denn wie es sich herausgestellt hat, war der Copilot krank geschrieben und vor Jahren mal Suizidgefährdet. Da stellt sich einem die Fragen, ist das diese gewisse Grenze, wo man die Ärztliche Schweigepflicht brechen darf und handeln sollte? Hätte man dies getan, gäbe es vielleicht diesen Absturz gar nicht. Damit möchte ich sagen, dass es gewisse Grenzen geben sollte, wo man handeln muss. Denn man muss irgendwelche fortschritte machen, wenn man gegen den Terrorismus und deren Propaganda gehen möchte und das wäre einer der ersten Schritte. So bin ich also deiner Meinung, dass es eine Zensur geben sollte!

  3. Aprilscherz sagt:

    Hallo Leo,
    dein Artikel ist sehr angenehm zu lesen und äußerst informativ.
    Dabei hast du sehr kurz und präzise beschrieben, wie wichtig die Propaganda, insbesondere über Social Media, für Terrororganisationen ist. Es wird deutlich, dass Terror nur zum Zweck der Propaganda „durchgeführt“ wird und Social Media das ganze deutlich effektiver machen. Schade finde ich dabei, dass nicht verglichen wurde, wie viel, beispielsweise 90.000 Tweets pro Tag, im Verhältnis zu etwas, dessen Öffentliche Resonanz man sich vorstellen kann (wie z.b. die Tagesschau) tatsächlich ist.
    Du nennst auch den, meiner Meinung nach, sehr wichtigen Fakt, dass es sehr schwierig ist, auf Platformen wie Facebook, Twitter, etc. zu zensieren. Der Grund dafür ist die riesige Anzahl von Beiträgen und das Problem, dass einfach ein neuer Account erstellt wird, wenn der ursprüngliche gesperrt wurde.

    Deiner eigenen Meinung stimme ich jedoch nicht zu. Die Betreiber der Plattformen sind ganz normale Firmen, die einen Gewinn erwirtschaften müssen. Womöglich könnten diese mehr in pro-aktive Kontrollen investieren, dass wäre jedoch wie ein Tropfen auf einem heißen Stein. Ich kann mir zudem nicht vorstellen, dass eine Seite, welche bereits bekannt ist, nicht zu zahlreichen Beschwerden führt. Demnach müsste sich eher darum gekümmert werden, allen relevanten Beschwerden nachzugehen, als pro-aktiv vorzugehen. Wenn eine Seite, eine Resonanz von 90.000 Tweets pro Tag erzeugt, erzeugt diese warscheinlich, je nach Inhalt, auch entsprechend viele Beschwerden. Folglich würde das, den Betreibern nicht verborgen bleiben, was wiederum bedeutet, dass diese sich nicht konsequent kümmern, wie gesagt, obwohl es ihnen Bekannt ist und genau gegen das, sollte man meiner Meinung nach etwas tun.

  4. name sagt:

    Lieber Leo,

    zunächst ein großes Lob an die spannende Themenwahl!

    In deinem Artikel befasst du dich mit der Fragestellung, ob Social Media Plattformen eine schärfere Zensur von Propaganda Beiträgen durchführen sollen und ob dies zur Terrorbekämpfung beitragen kann. Zu startest mit einer Definition zu dem Begriff Propaganda, welche ich als äußerst Hilfreich sehe um mögliche Verständnisfragen zu vermeiden. Du erwähnst, dass es in unserem heutigen Zeitalter durchaus leicht ist, viele Menschen mit selbst gewählten Inhalten zu erreichen. Zudem stellst du deutlich dar, welche Masse an Tweets radikale Terrororganisationen, wie der IS, durchgehend veröffentlichen. Das Löschen gestaltet sich als langwierig. Außerdem schreibst du über die Unwirtschaftlichkeit die sich für Twitter ergibt, ihre Plattform von Terror geladenen Inhalten zu befreien und dass diese schon in Kritik geraten ist, nicht „pro-aktiv“ nach abstoßendem Inhalt zu suchen, sondern nur auf Aufforderungen von Usern reagiert. Du gehst gegen Ende kurz auf die aktuellen Fortschritte ein. An dieser Stelle hättest du noch etwas genauer sein können. Wie sieht die rechtliche Lage aus, Deutschland verbietet Propaganda der IS, trotzdem tauchen immer wieder benannte Tweets auf. Muss Twitter deiner Meinung nach, dann dafür haften?

    Du siehst eine schärfere Kontrolle von Social Media Plattformen als notwendig, sowie ein pro-aktives Handeln der Betreiber. Das sehe ich genauso. Es ist Elementar durch Suchfilter ein sofortiges Löschen der Tweets und des Accounts zu veranlassen. Zusätzlich sollte die IP-Adresse der Computer von denen die Tweets veröffentlicht wurden ermittelt werden, und an Geheimdienste weitergegeben werden und auf Kontakte nach zum Beispiel Deutschland untersucht werden. Dies ist zwar mit einem enormen Aufwand und Kosten verbunden, allerdings sollte man vor der Gewährung der inneren Sicherheit und dem Schutz von Menschenleben keinerlei Kosten schüren. Eines der wichtigsten Aufgaben eines Staates ist es, dem Volk Schutz zu bieten. Da dieser Schutz auch trotz Drohungen seitens Terrororganisationen gewährleistet werden muss, sehe ich es als Selbstverständlich, dass u.a. Deutschland Social Media Plattformen zur Terror- und Propagandabekämpfung mit Hilfe von Subventionen unterstützen muss. Als kritisch sehe ich deine Aussage, dass „die Betreiber durch ihre passiven Handlungen die IS in ihrer Propaganda in gewisser Weise unterstützen, weil sie dafür verantwortlich sein müssten, was auf ihren Plattformen geteilt wird“. Ich gebe dir zwar Recht, dass Social Media Plattformen es Terrororganisationen ermöglicht, diese als Propagandafläche zu nutzen, jedoch kannst du die Betreiber meiner Meinung nach, nicht für die existierenden Posts verantwortlich machen. Ich sehe eine Plattform als „Druckerei“ und den Nutzer als „Redakteur“. Die Druckerei hat keinerlei Verantwortung für die Inhalte, die am nächsten Tag in der Zeitung stehen.

    Zusammenfassend möchte ich sagen, dass ich mit dir völlig übereinstimme, dass die Propaganda von Terror durch aktives und vor allem schnelles Handeln nachhaltig aus dem Internet entfernt werden muss. Um zu deiner Fragestellung zurückzukommen, bejahe ich genau wie du, dass eine stärkere Zensur von Propaganda, aber mit Hilfe des Staates, unvermeidbar und dringlich ist. Du hättest noch etwas genauer auf deinen zweiten Aspekt eingehen können, ob die Zensur zu einer Terrorbekämpfung beiträgt. Ich bin der Meinung, dass dies mit Sicherheit hilft, psychisch labile Personen vor dem Einsteigen in Terrororganisationen zu bewahren. Jedoch besteht ein ungewisser großer Teil der Terrororganisation aus der weltweiten, unbemerkten Kommunikation um mögliche Anschläge zu planen. Zwar ist relativ wenig dazu bekannt, inwiefern dagegen angegangen wird, weil Geheimdienste eben „geheim“ sind, aber es sollte Bedacht werden, dass Terrororganisationen oft über viel Kapital verfügen und es beispielweise annehmbar ist, dass verschlüsselte Kommunikationen von Spezialisten programmiert, stattfindet.

    Der Cyber-Terror stellt leider ein Problem dar, welches meiner Meinung nach leider auch in naher Zukunft nicht gelöst werden kann, da es sehr komplex ist.
    Hoffen wir das Beste.

    Danke für deinen interessanten Artikel!
    Liebe Grüße :) 

  5. L sagt:

    Hallo Leo,
    ich finde das Thema, das Du gewählt hast, sehr interessant, da es sehr diskussionsfähig ist. Allerdings stimme ich Deinem Lösungsansatz nicht ganz zu. Warum, werde ich im folgendem kurz erläutern. In dem Punkt, dass Social Media Plattformen als Propagandainstrumente missbraucht werden können, stimme ich Dir zu. Ich denke jedoch, dass die Reichweite mit diesen Instrumenten nicht so krass ist, wie Du es in deinem Artikel schreibst. Die Anzahl der Mitglieder einer Social Media Plattform ist nur die potenzielle Reichweite eines Posts oder Accounts. Meistens musst man schon aktiv nach solchen Accounts suchen, um sie zu finden. Ich habe im Feed, der Social Media Dienste, die ich nutze, jedenfalls noch nie IS-Propaganda gesehen. Klar können Terroristen über Social Media einfach viele Menschen erreichen, aber meist müssen diese Menschen schon ein grundlegendes Interesse mitbringen, um auf die Beiträge der Terroristen zu stoßen. Weiterführend schreibst Du, dass die Betreiber der besagten Plattformen aktiv Beiträge der Terroristen löschen sollten. Wenn jedoch auf jeden gelöschten Account drei neue Accounts kommen und wenn eine Plattform Hunderte von Millionen Mitglieder hat, wie viele Mitarbeiter, die täglich alle Beiträge durchforsten, müsste ein Unternehmen dann einstellen? Es geht doch gar nicht darum, dass dies keinen Gewinn für die Firma bringt, sondern es ist wirtschaftlich schlichtweg nicht machbar. Ich denke, die Betreiber solcher Plattformen sind auch nicht gerade begeistert über radikale Mitglieder, da diese dem Image der Plattform schaden. Ich sehe die Betreiber auch nicht in der Pflicht, denn sie stellen ihren Dienst unter bestimmten Richtlinien zur Verfügung, an die sich alle Mitglieder zu halten haben. Sie sind nicht dafür verantwortlich, was auf ihren Seiten veröffentlicht wird. Ich denke der Weg, der von den Betreibern im Moment gegangen wird ist ein guter Kompromiss. Falls ein Nutzer auf radikale oder rechtswidrige Inhalte stößt, meldet er sie einfach, und dann wird die Sache vom Betreiber überprüft. Mir fällt auch kein anderer Lösungsansatz ein, der wirtschaftlich machbar wäre. Und selbst wenn man es irgendwie schaffen würde, Terroristen von Facebook und Co. zu verbannen, würden diese sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eigene Plattformen aufbauen und weiter machen.

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