Kommt die UNO ihren Aufgaben/Zielen nach?

Trotz der Existenz der UNO herrschen an vielen Orten auf der Erde Konflikte, Kriege, Armut, Hungersnöte, oder andere Krisen. Daher stellt sich die Frage, was in den Aufgabenbereich der UNO fällt und ob die UNO diese Aufgaben, bzw. Ziele erfüllt. Dieser Artikel befasst sich mit den wichtigsten Aufgaben und Zielen.

Die Hauptziele der UNO werden im ersten Kapitel im Artikel 1 der Charta beschrieben:

Die Vereinten Nationen setzen sich folgende Ziele:
(1) den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren und zu diesem Zweck wirksame Kollektivmaßnahmen zu treffen, um Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten, durch friedliche Mittel nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts zu bereinigen oder beizulegen;
(2) freundschaftliche, auf der Achtung vor dem Grundsatz der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker beruhende Beziehungen zwischen den Nationen zu entwickeln und andere geeignete Maßnahmen zur Festigung des Weltfriedens zu treffen;
(3) eine internationale Zusammenarbeit herbeizuführen, um internationale Probleme wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und humanitärer Art zu lösen und die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten für alle ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache oder der Religion zu fördern und zu festigen;
(4) ein Mittelpunkt zu sein, in dem die Bemühungen der Nationen zur Verwirklichung dieser gemeinsamen Ziele aufeinander abgestimmt werden.

Des Weiteren wurden im Jahr 2000 die acht sogenannten Milleniumsziele eingeführt, die die UNO bis 2015 erreichen wollte. Diese bestehen darin, extreme Armut und Hunger zu bekämpfen, eine Grundschulausbildung für alle Kinder auf der Erde zu erreichen, eine Gleichstellung der Geschlechter, d. h. vor allem mehr Rechte für Frauen zu erreichen, die Kindersterblichkeit zu senken, sowie die Sterblichkeit von Müttern bei der Geburt, Krankheiten, wie AIDS zu bekämpfen, ökologische Nachhaltigkeit zu fördern und eine globale Partnerschaft für Entwicklung aufzubauen. Außerdem gibt es Nebenorgane mit vielen weiteren Aufgaben, die aufgrund ihrer Vielzahl nicht miteinbezogen werden und mit der Agenda 2030 gibt es 17 neue Ziele, die man bis 2030 erreichen möchte.

Es spricht dafür, dass die UNO ihren Aufgaben und Zielen nachkommt, dass sie an der Gründung des Staats Israel und der Aufhebung des britischen Mandats in diesem Gebiet beteiligt war und somit mehr oder weniger zur Lösung des Konflikts zwischen Juden und Arabern beigetragen hat. Außerdem trug die UNO zur Entschärfung der Kubakrise und der Nahostkrise bei. Sie rief einen Waffenstillstand im Jom-Kippur-Krieg aus, der zu einer friedlicheren Lösung ohne Waffen führte. Die UNO unterstützte außerdem eine Friedensvereinbarung, die zur Beendigung des Iran-Irak-Krieges führte und es gibt sehr viele weitere Probleme, an deren Lösung die UNO beteiligt war.

Dagegen spricht, dass die UNO zum Beispiel 2014 unfähig war, die Krim-Krise zu lösen, da Russland beim Lösungsvorschlag auf eine Aufnahme der Krim hätte verzichten müssen, was es als einer der fünf ständigen Mitgliedstaaten des UN-Sicherheitsrates mithilfe seines Vetorechts trotz der Zustimmung von 13 von 15 Staaten verhindern konnte und somit auch eine Lösung des Konflikts verhinderte. Außerdem konnten die USA, die auch zu den fünf ständigen Mitgliedstaaten des Sicherheitsrats zählen ihr Vetorecht 2003 nutzen, um zu verhindern, dass der Irakkrieg verureilt wird. Daran kann man erkennen, dass die UNO von den ständigen Mitgliedstaaten des Sicherheitsrates ausgenutzt werden kann und wird, um eigene Interessen durchzusetzen, anstatt Lösungen zu finden und den Frieden zu wahren.

Insgesamt ist das Beharren der Staaten auf ihren Rechten und Privilegien größer als ihr Interesse, eine schlagfähige Organisation zu schaffen.

Wiederum dafür sprechen die teilweise erheblichen Fortschritte in den Bereichen, in denen die Millenniumsziele gesetzt waren und die vollständige Umsetzung zumindest eines Ziels, der Halbierung der extremen Armut. Die Anzahl der Kinder im Grundschulalter, die keine Schule besuchen, wurde innerhalb des Zeitraums immerhin fast halbiert. Auch in der Gleichstellung der Geschlechter gab es deutliche Fortschritte: In Südasien kamen 2015 in Grundschulen auf 100 Jungen 103 Mädchen, während es 1990 noch 74 waren, außerdem hat sich der Anteil an Frauen in Parlamenten deutlich erhöht. Die Kindersterblichkeit wurde von 1990 bis 2015 trotz der steigenden Bevölkerung mehr als halbiert, im selben Zeitraum sank auch die Müttersterblichkeit um 45%. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen sank von 2000 bis 2013 um 40%, was nur ein Beispiel für die Erfolge in der Bekämpfung von Krankheiten ist. Im Bereich der Nachhaltigkeit wurden unter anderem 98% der Ozon abbauenden Stoffe abgeschafft, mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hat nun einen eigenen Trinkwasserleitungsanschluss und Land- und Meerschutzgebiete haben sich von der Fläche her deutlich vergrößert. 2014 Betrug die öffentliche Entwicklungshilfe 135 Mrd. $, was einer Steigerung von 66% im Vergleich zu 2000 entspricht.

Dennoch muss man dagegen beachten, dass nur eines von insgesamt acht Zielen komplett erreicht wurde und dass die Fortschritte von Region zu Region unterschiedlich sind. So wurde die Halbierung der extremen Armut insgesamt zwar erreicht, allerdings nicht in Afrika südlich der Sahara oder in Südasien. Auch wenn heute mehr Kinder eine Grundschulausbildung erhalten, sind das noch immer nicht alle, womit das Ziel nicht erreicht wurde. Trotz der deutlichen Steigerung des Anteils an Frauen in Parlamenten, beträgt dieser insgesamt dennoch nur ein Fünftel und es besteht weiterhin eine Ungleichheit, auch in anderen Bereichen. Es sterben weiterhin viele Kinder und Mütter und auch Aids, Malaria etc. sind weiterhin nicht aus der Welt geschafft. Im Punkt Nachhaltigkeit wurden die meisten Unterziele nicht erreicht und bei der öffentlichen Entwicklungshilfe erreichen die meisten Industrieländer die Vorgabe nicht.

Abschließend lässt sich sagen, dass die UNO ihren Aufgaben und Zielen heute streng genommen nicht oder nur kaum nachkommt; die meisten werden einfach nicht erreicht. Dennoch muss man festhalten, dass viele Probleme ohne die UNO vermutlich nicht gelöst worden wären oder deutlich präsenter wären und dass die Milleniumsziele immerhin Fortschritte bewirkt haben, die es so wahrscheinlich nicht gegeben hätte. Die UNO hat einen positiven Frieden als Ziel, der sich nicht immer so leicht erreichen lässt, weshalb es auch mit ihrer Existenz noch ungelöste Konflikte, aber im Großen und Ganzen einen überwiegend positiven Frieden gibt, ohne die UNO sehe die Situation weniger gut aus. Ein großes Problem der UNO selbst sind die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates mit ihrem Vetorecht, das sich negativ auf das Wirken der UNO auswirkt, insofern, dass sie entmachtet wird, da sie den ständigen Mitgliedern theoretisch nichts vorschreiben kann, was vor allem beim Erreichen der Hauptziele gelegentlich im Wege steht.

 

Quellen:

http://www.bpb.de/izpb/209686/uno-staerken-und-schwaechen-einer-weltorganisation?p=all

http://www.bpb.de/internationales/weltweit/vereinte-nationen/48580/aufgaben

http://www.bpb.de/internationales/weltweit/vereinte-nationen/48577/ziele-und-grundsaetze

https://www.unric.org/html/german/pdf/charta.pdf

http://www.un-kampagne.de/index-11305.php

http://www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/index.html

http://www.bpb.de/internationales/asien/israel/44995/gruendung-des-staates-israel

https://www.tagesschau.de/jahresrueckblick/meldung220600.html

http://www.unric.org/de/uno-in-deutschland/124?showall=1

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/un-sicherheitsrat-russland-legt-veto-gegen-krim-resolution-ein-12848341.html

http://www.un.org/depts/german/millennium/MDG%20Report%202015%20German.pdf

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