Kämpfer ziehen mit und für den IS in den Heiligen Krieg- Getrieben vom Glauben, oder gibt es andere Beweggründe?

Im Folgenden werde ich auf die genannte Frage weiter eingehen.

Seit mehreren Monaten ist die Terrorgruppe Islamischer Staat nicht mehr aus den Medien wegzudenken.
Nach der militärischen Eroberung eines Gebiets im Nordwesten des Iraks und im Osten Syriens, riefen die Kämpfer des IS den Kalifat (Das Reich eines Kalifen) aus.
Jeden Tag liest man von neuen Exekutions- und Entführungsopfern. Zivilisten werden hingerichtet, Frauen werden vergewaltigt. Die Verbrechen werden gefilmt und in der Welt verbreitet.
Täglich werden Anschläge verübt, zu denen sich der IS bekennt.
Der Anschlag auf die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“, bei dem 10 Mitarbeiter der Redaktion und 2 Polizisten ihr Leben verloren, hinterließ weltweite Erschütterung.
Und obwohl Videos von grauenhaften, kaltblütigen Hinrichtungen von Frauen, Kindern, Zivilisten in der Welt kursieren, es täglich neue Drohungen von Seiten des IS gibt und sich die Lage in Syrien und im Irak zunehmend zuspitzt, hat der IS eine großen Zulauf von Menschen aus der westlichen Welt, die für den IS in den heiligen Krieg ziehen.

Wie kann es dazu kommen? Welche Beweggründe haben diese Menschen? Ziehen sie aus tiefster Überzeugung ihres Glaubens in den Krieg?

Allein aus Deutschland sind bereits hunderte Aktivisten in den Irak und nach Syrien gereist, um für den IS zu kämpfen.
Eine bislang unveröffentlichte Analyse im Auftrag der Innenministerkonferenz sagt aus, dass nur jeder 4. deutsche Ausreisende einen Schulabschluss besitzt und nur 2% von ihnen ein Studium absolviert haben.
Was auffällt, wenn man sich die Profile der Ausreisenden laut der Zeitung „die Welt“ anschaut, ist, dass jeder Dritte Ausreisende zwischen 21 und 25 Jahre alt ist. Tendenziell reisen also viele junge Menschen in das Kriegsgebiet, davon sind 11% Frauen.
Ein Großteil von ihnen ist arbeitslos oder besitzt einen Job im Niedriglohnsektor.
54% von den Ausgereisten sind nicht als Muslime geboren, sie sind Konvertiten.
Experten sind sich sicher, der „Dschihad“, also die Religion, ist nicht das Hauptmotiv für die Ausreise.
Laut Angaben des „New Statesman“ sind moralische Unzufriedenheit, Gruppendruck, der Wunsch nach einer neuen Identität und nicht zuletzt die Sehnsucht nach Zugehörigkeit große Beweggründe sich dem IS anzuschließen.
Der IS verspricht den Tod als Märtyrer und einen Status als Weltenretter. Gerade junge Männer, die in ihrem sozialen Tun scheitern fühlen sich von diesen Versprechungen angesprochen.
Bei jungen Frauen sieht es nicht anders aus, sie sind auf der Suche nach Anerkennung, sie rebellieren gegen die eigene Familie und in wenigen Fällen suchen sie Ehemänner, die genau so tugendhaft sind wie sie. Das Ausmaß ihrer Entscheidungen wird ihnen erst bewusst wenn es zu spät ist, denn für Frauen ist es nahezu unmöglich aus dem Kriegsgebiet zurück in die Heimat zu kommen.
Auch das werben unter Freunden sei laut „New Statesman“ sehr effektiv, da hier die persönliche Bindung der Ausreisenden bereits vorhanden ist.
Bei der großen Mehrzahl der Ausreisenden wird die Religion als Rechtfertigungsmittel verwendet und missbraucht. Als Begründung wird unter anderem angegeben, dass das Land nicht den Menschen gehört, sondern Allah. Dafür müsse man laut den Dschihadisten kämpfen.
Kommen wir nun zu meinem Fazit.
Die Zahlen, die die Medien mit uns teilen sprechen für sich.
Laut Studien ziehen über die Hälfte der Ausreisenden nicht aus religiöser Überzeugung in den heiligen Krieg, sondern verfolgen bereits genannte Ziele und Interessen.
Sie wollen anerkannt werden, sie versprechen sich vom Islam ein geregeltes Leben mit Perspektiven und ein Leben erfüllt mit Stolz.
Um also meine Leitfrage und meine These knapp zu beantworten, es ziehen Aktivisten aus religiöser Überzeugung in den heiligen Krieg, jedoch ist dies die Minderheit. Die Mehrheit hat andere Beweggründe.
Die Folge ihrer Entscheidung ist vielen zum Zeitpunkt ihrer Ausreise noch nicht bewusst.

Quellen:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-islamischer-staat-warum-frauen-in-den-dschihad-ziehen-a-997532.html

http://orf.at/stories/2252010/2242821/

http://www.welt.de/politik/deutschland/article132141670/Deutsche-IS-Kaempfer-ungebildet-jung-vorbestraft.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Charlie_Hebdo#Anschlag_2015

http://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_(Organisation)#Deutschland

https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2014/september/»islamischer-staat«-vom-terror-zum-kalifat

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Eine Antwort auf Kämpfer ziehen mit und für den IS in den Heiligen Krieg- Getrieben vom Glauben, oder gibt es andere Beweggründe?

  1. Alina sagt:

    Liebe/r „C“,

    ich finde es spannend, dass du in deinem Artikel der Frage nachgehst, was Menschen dazu treibt in den heiligen Krieg zu ziehen. Die Gründe hast du plausibel dargestellt. Dennoch möchte ich anmerken, dass es nicht möglich ist ein typisches Rollenbild zu erstellen.
    Du sprichst in deinem Artikel von besonders jungen Menschen die in den heiligen Krieg ziehen. Außerdem hätten diese häufig in ihrem Leben einen Bruch erleben müssen.
    An dieser Stelle hätte ich es sehr spannend gefunden, deine Recherche zu erweitern. Da du sagst, überwiegend werden junge Menschen rekrutiert, frage ich mich welche Maßnahmen von der Gesellschaft und Politik ergriffen werden, um gegen diesen Fakt anzugehen. Eine Analyse von Motiven ist schließlich dazu da, um anschließend zu wissen, wo Handlungsmöglichkeiten bestehen.
    Gibt es Handlungsmöglichkeiten und wenn ja, sind diese erfolgreich?
    Für den Artikel wäre es daher sehr bereichernd gewesen, sich mit den Vorgehensweisen einiger Städte in Deutschland, gegen Rekrutierung junger Menschen, zu beschäftigen. In Bonn, Bochum oder Düsseldorf beispielsweise entstehen immer mehr Präventionsprogramme zum Beispiel „Wegweiser“ oder „180 Grad Wende“. Diese Projekte eröffnen die Möglichkeit auf interreligöse Gesprächs Angebote
    für muslimische Eltern und Kinder. Aber auch der Einsatz von Islam Referenten an Schulen ist mit inbegriffen, denn Islamischer Religionsunterricht ist der beste Präventionsschutz und sorgt gleichzeitig dafür, dass der muslimische Glaube nicht mit dem Salafismus über einen Kamm geschoren wird.
    Laut Berichten sollen diese Projekte sehr gut angenommen werden und für viele Eltern und Kinder eine gute Anlaufstelle sein. Ob Präventionsprogramme allein ausreichen ist allerdings in Frage zu stellen.

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