Internationale Friedenssicherung

Wir leben in einer Welt die von Krieg und Gewalt geprägt ist. Seit fast 55 Jahren gab es kein Jahr in dem nicht irgendwo auf der Welt Krieg geherrscht hat. Erschreckend oder „trauriger Alltag“? Es scheint als hätte der Mensch den Krieg als Bestandteil der Welt akzeptiert und  jeden Versuch gegen ihn anzugehen, als zwecklos gesehen.

Der Krieg als Bestandteil unserer Welt, akzeptabel? Nein. Es gibt durchaus Organisationen, Einrichtungen, politisch sowie unpolitisch, die sich mit der internationalen Friedenspolitik und der damit verbundenen Friedenssicherung auseinandersetzen. Mit der globalen Friedenssicherung und dem Versuch Frieden langfristig und nachhaltig auf der immer schneller wachsenden und global vernetzten Welt gewährleisten zu können, werde ich mich im Folgenden beschäftigen.

Um auf die Funktion,  der internationale Friedenspolitik und Friedenssicherung zu kommen, muss man zunächst das komplexe Phänomen Krieg, was seit Jahren unserer Welt in trauriger Weise, die Machtgier von Staaten oder auch einzelnen Personen demonstriert, verstehen oder versuchen es zu verstehen. Was ist Krieg eigentlich? Wir sprechen von Krieg wenn zwei Parteien, Staaten, Kulturen, Religionen sich gegenseitig gewaltsam angreifen. Gründe kann es viele geben, Territorialansprüche, Herrschaftsansprüche, Innenpolitische Schwierigkeiten (Bürgerkriege), Rohstoffansprüche, Glaubensrichtungen und die nicht zu unterschätzende Machtgier von Staaten und einzelnen Personen. Oftmals entstehen z.B. Bürgerkriege aus sozialer Ungerechtigkeit, ungerechte Verteilung von Gütern, deswegen kommt es in Entwicklungsländern, wo sehr viel Armut und Unzufriedenheit der Bürger herrscht, oft zu Konflikten, die durchaus in einem Krieg enden können. Bürgerkriege sind heut zu Tage die am meist verbreitesten Kriege, auf Grund dessen ist es von immenser Wichtigkeit, dass die wirtschaftliche Entwicklung und die Bekämpfung der Armut an einer der ersten Stellen steht, wenn es um die globale Friedenssicherung geht.

Aber nicht nur bestehende Kriege sind das Problem, sondern auch die immer „heißer“ werdenden Konflikte zwischen einigen Staaten. Grundproblem hier: Die unterschiedliche Auffassung von dem Staaten- und Weltbild der heutigen Gesellschaft. Als Beispiel Russland und Amerika, zwei Staaten die im Rückblick auf die Geschichte viel Macht hatten und immer als die größten Rivalen galten. Hier wird die Machtgier wohl am besten demonstriert, man erinnere sich nur an den Aufrüstungskampf, die Kuba Krise oder sogar der aktuellen Situation auf der Krim. Zwar sind nie Kriege entstanden, allerdings versetzen die Krisen, die Welt in einen atemlosen Zustand.

Egal auf welche Zeit man zurückschaut, Krieg hat den Frieden immer dominiert, aber warum immer erst eine Katastrophe geschehen lassen bevor man handelt? Sind wir umgeben von einer internationalen Politik die lediglich wegschaut und nur handelt wenn es nicht mehr anders geht?  Ist eine Welt in der überwiegend Frieden herrscht langfristig überhaupt realistisch und umsetzbar?

Jahrzehnte lang galt die Freiheit der Kriegsführung zwischen Staaten als Mittel ihre Interessen umsetzen zu können. Unabhängig voneinander galt es immer mehr Macht zu haben als der andere, jeder Staat war auf sich allein gestellt, nach der realistischen Theorie nachvollziehbar, denn das Streben nach immer mehr Macht liegt laut dieser Theorie in der Natur des Menschen. Ein Befürworter der realistischen Theorie würde also immer für Krieg plädieren, wenn es um die Um- und Durchsetzung der eigenen Staatsinteressen geht. Zwangsläufig auch ohne auf den Verlust von anderen zu achten, eigentlich unvorstellbar wenn wir bedenken das wir im 21. Jahrhundert davon ausgegangen sind das Kooperation, Kompromisse für einen Weltfrieden selbstverständlich sind. Ja, die Welt hat sich verändert, sie ist vernetzter, globaler, internationaler geworden. Die Globaliserung und Zusammenschlüsse mehrer Staaten, sowie die Europäische Union, machen es für die realistische Theorie nicht gerade einfach ihre Argumentation standzuhalten.

Und, tatsächlich wir loben unsere fortschrittliche Welt in den höchsten Tönen, haben scheinabr so viel erreicht, Industriegesellschaften, Handelspartner weltweit, es scheint doch so als wären wir auf den besten Weg. Dabei vergessen wir aber beinahe das Wichtigste: Schutz und Sicherheit für die Menschen auf der Welt – kurz, Frieden. Zwar sind Staatengemeinschaften wie die EU, ein offensichtlicher Beweis dafür das Frieden und Interessenverwirklichung durchaus vereinbar sind, aber guckt man auf den Rest der Welt herrscht, aus den oben schon aufgelistet, verschiedensten Gründen Krieg.

Zur Verteidigung, es wird nicht nur weggeschaut und akzeptiert, die Gestaltung von Friedensprozessen ist inzwischen eine weltweite Angelegenheit, auch weil die Staaten so vernetzt und abhängig von einander sind das große Konflikte, Krisen oder dann auch Kriege, ein unvorstellbares Ausmaß hätten. Es muss international, gemeinsam die Initiative kommen, eine Welt in der Frieden den Krieg dominiert zu schaffen. Von souveränen starken Regierungen, von internationalen Organisationen aber auch von sogenannten INGO’S (International Non Govermental Organization), sie alle können, und tun es zum Teil auch dazu beitragen, dass mehr Frieden gewährleistet wird. Selbstverständlich ist die Friedenssicherung kein Projekt was innerhalb weniger Jahre erfolgreich abgeschlossen werden kann, dazu ist die Welt einfach noch zu unterschiedlich entwickelt, wirtschaftlich sowie finanziell. Aber es muss trotzdem angefangen werden etwas gemacht zu werden, zu handeln. Leider bringt es nichts wenn aus Staaten wie Russland überhaupt keine Initiative kommt, hier scheint die realistische Theorie immer noch Überhand zu haben, was auch an der innenpolitischen Situation liegen könnte. Aber warum, hat so ein Staat dann im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein Platz als ständiges Mitglied mit Vetorecht? Es wirkt  paradox und das ist es wahrscheinlich auch, allerdings zeigt es auch das die Geschichte doch von Bedeutung ist, Russland und z.B. die USA gelten als die Siegermächte des 2. Weltkriegs haben somit eine „Pool Position“ die vor allem von Russland extrem ausgenutzt wird. Allerdings wirkt hier auch der Fluch der Abhängigkeit voneinander, die sonst in jedem Fall viele Vorteile schafft, denn jeder Staat weiß das er von einem anderen abhängig ist, sei es wegen Rohstoffbeschaffung, Handelspartner oder auch aus politischer Sicht. Traut sich  kein Staat, selbst wenn er offensichtlich gegen das Handeln eines anderen ist, aus Angst vor wirtschaftlichen Verlust zu handeln?

Es sieht zumindest stark danach aus. Und genau diese Angst, um die Umstände im eigenen Land, legt der internationalen Friedenspolitik Steine in den Weg. Denn würden alle Staaten einheitlich für eine gemeinsame friedliche Welt kämpfen, Kompromisse eingehen und aktiv werden, dann wären wir sicher schon ein Schritt näher in Richtung Frieden. Stattdessen wird weiter um die eigene Position auf dem internationalen Wirtschaftsmarkt gekämpft und das in einigen Fällen sehr stark auf Kosten von unabhängigen Menschen. Dabei sollte es doch gerade als höchstes Ziel gelten den Menschen die Sicherheit und den Frieden zu schenken den alle, egal wo auf dieser Welt, sei es in Entwicklungsstaaten oder in Industriegesellschaften, verdienen.

Die internationale Friedenssicherung möchte ich dennoch als positive Entwicklung in der langjährigen Bekämpfung gegen Krieg deuten. Immerhin ist die Initiative da und wenn man ehrlich ist, als Beispiel, Europa ist sehr friedlicher geworden, jedoch kann man auch in Europa nicht von langfristig beständigen Frieden reden. Natürlich muss die Friedenssicherung noch globaler werden, international Erfolge haben, denn darum geht es ja schließlich. Ich glaube auch das die eng vernetzten Staaten, die zwangsläufig abhängig voneinander sind sowohl Fluch als auch Segen im Kampf gegen den Krieg sind. Fluch- weil es so scheint als würde kein Staat handeln wollen, aus Angst Handelspartner zu verlieren oder wirtschaftlichen Verlust zu machen. Segen- weil die es zumindest so wirkt als würden die eigenen Interessen zwar immer noch von hoher Bedeutung sein aber nicht mehr skrupellos durchgesetzt werden. Die Welt ist ruhiger geworden durch die Globalisierung, stark in der Gemeinschaft und nicht stark jeder für sich allein, für dieFriedenssicherung ist das wahrscheinlich auf den ersten Blick positiv, allerdings kann es ihr auch durchaus Schwierigkeiten, aus den oben genannten Gründen, bereiten.

 

Quellen:

Titel: Internationale Friedenssicherung (bpb), Autor: Sven Bernhard Gareis, Erscheinungsdatum: 21.07.2011, Letztes Aufrufdatum: 06.04.2014 http://www.bpb.de/izpb/7444/internationale-friedenssicherung?p=all

Titel: Mit offenen Karten – Die derzeitigen Kriege, Dokumentarfilm (Arte), Autor/Regisseur: Jean-Christophe Victor, Erscheinungsdatum-/jahr: 2008, Letztes Aufrufdatum: 06.04.2014 http://www.war-on-terror.de/

Titel: Nie wieder Krieg? – Wege zum Frieden, Autor: Margret Johannsen, Erscheinungsdatum-/jahr: 1995, Letztes Aufrufdatum: 06.04.2014 http://www.ifsh.de/pdf/publikationen/pi/PI5.htm

Titel: Friedenssicherung im 21. Jahrhundert Themenhefte für die Sekundarstufe II, Autoren: Ingo Langhans/ Stefan Prochnow, Verlag: Auer Verlag GmbH, Erscheinungsjahr 2008

Titel: Informationsportal Krieg und Frieden (bpb) (Konflikthäufigkeiten), Autor: nicht benannt, Erscheinungsdatum-/jahr: nicht benannt, Letztes Aufrufdatum: 06.04.2014 http://sicherheitspolitik.bpb.de/krieg-und-gewaltkonflikte

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