In wie weit Radikalisieren uns die Medien ?

Seid den Geschehnissen vom 7. Januar 2015 ist die Welt im Ausnahmezustand und das Thema Terrorismus wieder in den Vordergrund gedrungen. Egal welchen Fernsehsender man eingeschaltet oder welche Zeitung man aufgeschlagen hat, es wurde von den Anschlägen auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ berichtet.

Zuvor schon hatte man die schrecklichen Machenschaften des Islamischen Staates täglich mit verfolgen müssen, doch nun war der Terrorismus nicht mehr Kilometer weit weg im Osten, er war bis vor die Nachbarstür gedrungen und sorgte für große Angst in den Köpfen der Europäer. Schnell wurde alle Art von Experten in Diskussionsrunden eingeladen und um Rat gefragt. Man wollte Antworten auf die zahlreichen Fragen die nun im Raum standen. „Wie konnte so etwas schreckliches nur passieren?“, „Wer steckt hinter diesen Taten?“, „Was hätte man tun können, um so etwas zu verhindern?“ und natürlich die wichtigste aller Fragen „Wie weit ist Paris von Berlin entfernt?“

Es ist nun Mitte März und die Ereignisse von Paris liegen zwei Monate zurück, doch wie wurde mit dem Erlebten umgegangen? Was Paris betrifft, ist der Medienrummel deutlich zurück gegangen, doch nun stürzt sich Funk und Fernsehen auf Deutschland. Laut der „Frankfurter-Allgemein- Zeitung“, fürchten 60% der Deutschen ähnliche Vorkommnisse wie in Paris. Zahlreiche Großveranstaltungen wie Karnevalsumzügen oder Demos, sind in den letzten Wochen aufgrund von Terrorwarnungen abgesagt worden. Diese Angst kommt jedoch nicht von ungefähr

Artikel wie, „Warten auf den großen Anschlag“ (Handelsblatt) und eine darunter folgenden Kopfzeile die aussagt, dass ein Anschlag nur eine Frage der Zeit sei, schnüren weiterhin die Angst vor terroristische Anschlägen in Deutschland. Der Artikel mit dem Titel „Deutschland steht längst auf der Blacklist des IS“ aus „Der Welt“, hat für mich jedoch den Vogel abgeschossen und ist ein perfektes Beispiel dafür, wie der Großteil der Medien heute arbeitet.  

Der Zeitungsartikel beginnt mit einem der jüngsten Ereignisse in Zusammenhang mit Terrorismus in Deutschland. Die Stadt Bremen löste am 28.02.2015 die Terrorwarnung aus. Es wurden schwer bewaffnete Polizeibeamte, in der Altstadt und an öffentlichen Plätzen positioniert. Hinzu kam, eine Durchsuchung des Islamischen Kulturzentrums und einer Bremer Wohnung. Dies geschah, weil Behörden illegale Waffengeschäfte vermuteten. Im weiteren Verlauf des Artikels, geht es nun mit einer Warnung an den Leser weiter: „Bisher blieb Deutschland zwar verschont. Aber niemand mag mehr ausschließen, dass die aus der Bundesrepublik nach Syrien in den Krieg gezogenen Dschihadisten als bewaffnete Killermaschinen zurückkehren und wie die Attentäter von Paris mit kaltblütiger Präzision töten.“ Hier wird meiner Meinung nach, deutlich worauf viele Medien heutzutage setzen – Angst. Es wird der Eindruck erweckt, dass die bewaffnete Killermaschine unmittelbar auf dem Weg zu mir ins Wohnzimmer ist und ich ihr schutzlos ausgeliefert bin. Diese Hilflosigkeit – die man sich unbedingt vor Augen führen soll, wird nochmals deutlich, als der Autor folgendes Zitat benutzt: „Spätestens seit der Waffenhilfe für die Kurden steht Deutschland auf der schwarzen Liste des Islamischen Staates.“ Hier wird der Leser ebenfalls daran erinnert, dass es so herrlich einfach ist, sich über die große, böse Regierung-die ja sowieso nie die Interessen des kleinen Mannes vertritt, aufzuregen. Man war ja von Anfang an nie an der Entscheidung beteiligt, ob man nun Waffen liefern solle oder nicht. Ob man die „Sicherheitskreise“ als ausreichend gute Quelle verwenden könne, sei jetzt erst mal unwichtig. Am Ende dieses Artikels, bekommt der Leser eine weitere – jedoch unscheinbare, Warnung mit auf den Weg. „Die Kräfte der Polizei sind erschöpft, schon jetzt.“ Sagt der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt. Somit ist nun alles verloren, selbst unser Freund und Helfer seien mit der momentanen Situation überfordert. Aber an wen soll man sich dann noch wenden wenn nicht mal mein Schutz durch die Polizei gewehrleistet wird?

Naja, man ist sich wenigstens einig wer mal wieder für diesen Schlamassel verantwortlich ist, „Nun räche sich die „dumme Sparpolitik“ vergangener Jahrzehnte“.

Durch Zeitungsartikel wie dieser wird mit Hilfe von geschickter Formulierung und Wortgewandheit, ein stark überdramatisiertes Bild im Kopf des Lesers projiziert. Eine Schippe drauf gelegt, hat für mich jedoch die Internetseite „Focus.de“. Hier gibt es den „ IS-Terror-News-Ticker“. Wie der Name schon sagt, werden hier die neusten Meldungen des IS-Terrors möglichst schnell vermeldet. Meiner Meinung nach eine Form von Absurdeste die kaum zu überbieten ist. Hier hat der Nutzer quasi im Minuten bzw. Stundentackt die Möglichkeit, Schreckensmeldung zu lesen wie „04.40 Uhr: Trotz der Luftangriffe westlicher und arabischer Verbündeter setzt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ihren blutigen Eroberungsfeldzug im Irak fort.“. Die große Gefahr hierbei entsteht durch die einseitige und oberflächliche Berichterstattung. Da dies ein News-Ticker ist, bestehen die Meldungen die dort verkündet werden, fast ausschließlich aus solch eine Art Schlagzeilen wie ich sie (oben im Text) kritisiert habe. Es gibt zwar einen kleinen Text zu der besagten Schlagzeile, jedoch ist er oft nicht informativ genug, um eine klare Sicht auf das Geschehen zu bieten. Das heißt, der Nutzer muss sich nun nicht mal mehr die Mühe machen, einen Artikel oder Bericht in Verbindung mit einer spannenden Schlagzeile zu lesen, er kann einfach von Meldung zu Meldung springen ohne sich wirklich mit einem Thema zu befassen. Die Gefahr ist groß, dass sich schon vorhandene verzerrte oder einseitige Meinungen zuspitzen, dies wäre vorsichtig Ausgedrückt eine Gegenradikalisierung, was im schlimmsten Falle eine große Spaltung innerhalb der Gesellschaft mit sich bringen würde.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Medien mehr Einfluss auf uns haben als wir uns das oftmals selbst eingestehen wollen. Angst verkauft sich einfach am besten und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Natürlich möchte ich keine Form von Terrorismus schön reden oder in irgendeiner Weise verharmlosen, ich bin ebenfalls der Meinung das Berlin genau so ein potentielles Ziel wäre wie Paris, jedoch sollte man sich nicht zu sehr von irgendwelchen Medien in eine Richtung lenken lassen. Ein entscheidender Punkt ist, die jeweilige Seriosität eines Blattes oder Fernsehsendung. Es ist nun mal Fakt, dass Zeitungen und Fernsehsender auf ihre eigene Art und Weise berichten, folglich wäre es fahrlässig sich nur auf eine Art von Medium fest zu beißen. Natürlich darf man ebenfalls nicht den Austausch mit anderen vernachlässig. Über Dinge diskutieren und andere Sichtweisen kennenlernen und eventuell annehmen.   Der jedoch wohl wichtigste Punkt ist das man die Dinge immer hinterfragt die einem berichtet werden und sich stets ein eigenes Bild macht, doch leider tun dies heutzutage die wenigsten. Somit radikalisieren uns die Medien nur soweit wie es jeder für sich selbst zu lässt.

 

 

Quellen:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/terror-angst-in-deutschland-warten-auf-den-grossen-anschlag/10623412.html

 

http://www.welt.de/politik/deutschland/article137961802/Deutschland-steht-laengst-auf-der-Blacklist-des-IS.html

 

http://www.faz.net/aktuell/politik/umfrage-60-prozent-befuerchten-baldigen-terroranschlag-in-deutschland-13412956.html

http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/is-terror-im-news-ticker-is-krieger-aus-gladbeck-droht-bundeskanzlerin-merkel-in-terrorvideo_id_4206545.html

http://www.stern.de/panorama/60-prozent-der-deutschen-befuerchten-baldigen-terroranschlaege-2171579.html

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Terrorbekämpfung veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten auf In wie weit Radikalisieren uns die Medien ?

  1. Cinderella sagt:

    Hallo BigLuh!

    Ich finde dir ist dein Artikel zur Radikalisierung durch die Medien gut gelungen, jedoch finde ich, dass das Wort „Radikalisierung“ etwas überspitzt ist, es für deine Leitfrage aber trotzdem passend ist.

    Zuerst möchte ich dir bei deinen Hauptanliegen zustimmen. Ich finde auch, dass die Medien Angst schüren, da sich Angst immer gut verkauft und Interesse weckt. Der Focus IS-Terror-News-Ticker macht meiner Meinung nach auch nur heiß auf Schreckens- Nachrichten. Die Medien sollten auch positive Nachrichten in den Vordergrund stellen (denn die gibt es auch!) und über die Probleme objektiv informieren.
    Wie du erwähntest informieren sich leider nicht alle Menschen vielseitig aus verschiedenen Medien und hinterfragen auch nicht immer Angst erweckende Überschriften oder Kurznachrichten. Daraus kann ein falsches Bild entstehen, das zu falschen Handlungen anregt. Ich kann mir vorstellen, dass aus dieser Angst heraus sich Menschen Bewegungen, wie z.B. Pegida anschließen.

    Ich denke aber, dass die Absagen von Großveranstaltungen nicht in direktem Zusammenhang mit der Angstverbreitung in den Medien stehen. So ist der Karnevalsumzug in Braunschweig ja nicht abgesagt worden, weil die Terrorangst in den Medien geschürt wurde, sondern vermutlich, weil es ernstzunehmende Hinweise gab.
    In einem Spiegel Artikel vom 21.03.2015 befassen sich die Autoren übrigens damit, wie es zu der großen Anti-Terror-Operation in Bremen gekommen ist. Hier wird gut recherchiert und berichtet, wie es zu diesem Einsatz kam. Außerdem wird die Arbeit des Verfassungsschutzes in diesem Artikel kritisch hinterfragt.

    Zusammenfassend hast du das Thema an Hand der verschiedenen Quellen bzw. Beispielen gut dargestellt und erläutert. Das regt den Leser dazu an über das eigene Medienverhalten nachzudenken. Die Bild Zeitung reicht eben nicht aus, um sich eine Meinung zu bilden.

  2. MTB sagt:

    Hallo BigLuh,

    Zunächst einmal finde ich deinen Artikel sehr lesenswert! Du sagst, dass durch die Medien eine Radikalisierung und übertriebene Darstellung der aktuellen Ereignisse statt findet. Außerdem begründest du dies, indem du anführst, dass Angstschürung einen wichtiger Faktor ist, um in der Medienwelt erfolgreich zu sein.
    Ich stimme dir in großen Teilen zu und bin ebenfalls der Meinung, dass die Medien in jedem Fall objektiv berichten müssen, da sie für viele Menschen die einzige Imformationsquelle darstellen. Sie tragen somit eine große Verantwortung, mit der es wichtig ist richtig umzugehen. Viele Berichterstatter nutzen, aufgrund des Profitgedankens, die dramatisierte Darstellung der Geschehnisse um ihre Informationen noch besser an den Mann zu bringen.

    Es gibt jedoch auch einige Punkte, in denen ich dir widersprechen muss.
    Zwar kann man sagen, dass du eine Grundproblematik der Medienwelt zu Tage bringst, dies aber nur pauschalisiert. Man sollte dabei immer zwischen seriösen und unseriösen Quellen unterscheiden, ebenso wie dazu im Stande sein, die neu gewonnen Informtionen zu bewerten und distanziert zu betrachten.
    Des Weiteren bin ich der Überzeugung, dass sich häufig, als Quelle der Angst, der Terror an sich nennen lässt. Dabei dienen die Medien lediglich als Überbringer der Angst schürenden Zustände. Somit lässt sich falsch schlussfolgern, dass diese die Quelle der Angstschürung sind und als alleinig Schuldiger angeprangert werden. Dabei muss es nicht zwingend um den Bericht von Terroranschlägen gehen, sondern es reicht schon eine Androhung dessen.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass du durch deinen kritischen Blick ein interessantes Phänomen der Medienwelt auf den Punkt bringst. Jedoch zweifelst du in deinem Artikel die Seriösität aller deutschen Medienvertreter an und bietest dabei deinen Lesern ebenfalls keine allzu differenzierte Sichteweise an. Hinzu kommt, dass wir beide unterschiedliche Ansichten über den Ursprung der Angst in der Gesellschaft vertreten.

  3. KMA sagt:

    Lieber BigLuh,

    Dein Artikel zur Radikalisierung der Medien hast du sehr interessant und informativ geschrieben und deine Ansichten belegt.
    Du sagst, dass unsere Medien radikalisiert und oberflächlich sind, sodass sie die Leser verängstigen und nicht vollständig informieren. Ebenfalls greifst du das Problem auf, dass viele Leser sich nicht vielseitig informieren und somit die erhaltenen Informationen auch nicht hinterfragen können. Somit sind Sie leicht beeinflussbar und Sie neigen auch sehr leicht selbst zu Interpretationen, wenn Sie nur oberflächlich informiert sind.

    Mit deinen Ansichten stimme ich teilweise überein, jedoch widerspreche ich Dir in dem Punkt, dass die Medien radikalisiert sind. Ich finde, dass Du das nicht pauschalisieren kannst. Ich verstehe deine Argumente, und auch deine Quellen stützen deine Ansichten. Jedoch muss man die Medien, die die radikalisieren, eingrenzen. Die Medien, von denen du sprichst, sind solche, wie die Bürger sie im Alltag lesen. Man hat sehr wenig Zeit und möchte sich so schnell wie möglich informieren. Somit sind Medien, die schnell die gewünschten Informationen und Neuigkeiten bereitstellen, am beliebtesten. Leider sind diese beliebten Medien, die Medien, die du als radikalisiert bezeichnest. Es ist offensichtlich, dass in geringer Zeit nur oberflächlich berichtet werden kann und somit nur das Wichtigste und Ausschlaggebendste übermittelt wird! Hierin liegt dein angesprochenes Problem. Jedoch liefern uns die Medien, so die Informationen, wie WIR Sie gerne hätten. Da WIR LESER und nun Mal die schnelle Informationsbeschaffung wünschen, bekommen wir auch diese. Dieses Oberflächliche, wird somit durch uns Bürger hervorgerufen und wir sind Schuld an dieser Berichterstattung!

    Zum Weitern, wird aber auch die Möglichkeit geboten sich umfassender zu informieren. Zeitungen wie zum Beispiel „Der Spiegel“ oder „TIME“ berichten auf durchschnittlich 3 Seiten über ein Thema und belichten dieses somit umfangreicher. Ansonsten kann man sich auch anderweitig informieren. Hierbei beziehe ich mich auf ausländische Nachrichtenerstattung. Wer mehr Informationen erhalten möchte, kann sich diese Nachrichten auch einfach über das Internet heranziehen. Womöglich werden dort andere, relevanter Informationen für das Land oder die Bevölkerung, veröffentlicht. Leider werden diese Medien oftmals nicht von der breiten Masse gelesen.

    Was die beliebten Zeitungen betrifft, hast du jedoch Recht, denn Sie liefern lediglich das, was die Leser haben bzw. wissen wollen und berichten dadurch nicht unabhängig, sondern manchmal auch News-Ticker-artig. Hinzu kommend wir häufig die beschriebene Situation nur auf kurzer Sicht/ über einen kurzen Zeitraum betrachtet, wodurch Themen und Bedrohung intensiver wirken können, als Sie eigentlich sind.

    Allgemein lässt sich doch als aller Wichtigstes sagen, dass jeder Leser einen gesunden Menschenverstand hat und Aussagen hinterfragen soll, um sich sein eigene Meinung zu bilden.

    Als letzten Punkt möchte ich gerne noch das Argument ansprechen, dass die Politik Schuld an dem Terror ist. Dass die Politik Schuld an dem Terror haben kann, möchte ich hier nicht thematisieren, sondern eher die Mitschuld der Medien an dem Terror! Ich möchte explizit auf die Satire-Medien hinweisen, die sehr extrem berichten. Ich weiß, dass es das Recht zur freien Meinungsäußerung gibt, jedoch ist mir einfach unklar wieso man sich über Leute lustig machen muss. Was für einen Sinn hat es andere bloß zu stellen? Zu mokieren? Sie derart öffentlich zu kritisieren? Nur um die eigene Macht zu zeigen? Die Macht, sich über andere lustig zu machen? Gibt es wirklich Leute, die meinen, damit nicht Wut, Hass, Angst, Trauer oder Scham auszulösen? Und wenn doch, gefällt es Ihnen so sehr, dass sie weiter machen? Ich verstehe vollkommen, dass Sie das Recht dazu haben, solange Sie bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Und ich bin mir auch im Klaren darüber, dass man ihnen dieses nicht verbieten kann. Aber ich frage mich selbst und kann es nicht verstehen, wieso ein solches Lustig machen nötig ist. Das mit solcher Satire Terror und Hass ausgelöst werden kann, sollte jedem klar sein, der so etwas veröffentlicht. Somit finde ich, dass die Satire Mitschuld an dem Terror hat.

    Ansonsten kann ich Dir zu deiner These der Radikalisierung nur zustimmen. Ich finde das Zitat aus „Der Welt“ vollkommen unangebracht, denn im 1., 2. und 3. Punkt des Pressekodex steht, dass eine Vermutung des Journalisten ausdrücklich kenntlich gemacht werden muss. Hier ist dieses nicht der Fall. Der Leser nimmt das Zitat eher als eine These auf, obwohl es eine eigene Vermutung und öffentliche Stellungnahme ist. Wenn dieses so auftritt, kann man extrem gesehen eine Beeinflussung durch den Journalismus sehen. Wenn nicht neutral berichtet wird, basierend auf einer umfassenden Recherche, ist hier nicht mehr die Rede von Journalismus und Presse! Hier kann ich sogar noch mehr, als deinen radikalen Aspekt erkennen.

    Zusammenfassen kann ich sagen, dass ich Dir teilweise Recht gebe, du jedoch noch auf den Aspekt eingehen solltest, dass es auch des Lesers Schuld, an radikalisierten Medien, ist. Ansonsten hast du deinen Artikel anschaulich und sehr gut belegt, geschrieben und bist detailliert auf das Thema eingegangen.

  4. LaRa sagt:

    Hallo BigLuh,

    dein Artikel ,, Inwieweit Radikalisieren uns die Medien?’’ hat mich auf den ersten Blick sofort angesprochen, da es ja auch ein sehr interessantes Thema ist.

    Wie du in deinem Text erwähnst, ist besonders durch die Geschehnisse am 7.1.2015 mit den Anschlägen auf das Magazin ,,Charlie Hebdo’’ das Thema des Terrorismus wieder in den Medien zum Vorschein gekommen. Du sagst, dass die Medien große Angst verbreiten, gerade weil Paris nicht weit von uns entfernt ist und sich durch mehrere Artikel in den Medien die Angst sich immer mehr verbreitet vor Terroranschlägen, besonders im eigenen Land und das die Medien auf die Angst der Menschen setzen und von dieser profitieren, da sie die nötige Aufmerksamkeit dadurch bekommen. Aber ist die Angst, die die Medien verbreiten, nicht auch berechtigt?
    Zwar ist die Medienpräsenz die diesem Thema gewidmet ist extrem, jedoch ist es auch ein wichtiges Thema über dies doch eigentlich jeder auf dem neusten Stand sein will. Auch erwähnst du das Großveranstaltungen aufgrund von Terrorwarnungen abgesagt wurden, jedoch hat es meiner Meinung nach weniger mit der Angst zutun, sondern es lagen konkrete Beweise für einen Anschlag vor. Und dann haben wir es doch lieber, dass Großveranstaltungen wegen Terrorwarnungen abgesagt werden, als das wir den nächsten Anschlag bei uns im eigenen Land haben. Zudem erwähnst du in deinem Text, dass den Menschen das Gefühl vermittelt wird, dem Terror ausgeliefert zu sein, da auch der ,,Freund und Helfer’’, die Polizei überfordert ist und die Menschen somit schutzlos sind.
    Dazu muss ich sagen, dass es sicherlich nicht schön ist dieser Angst ausgesetzt zu sein, jedoch ist es besser die ,,wahre’’ Situation zu kennen, als das einem vorgemacht wird es würde keine Gefahr bestehen und es ist nun mal die aktuelle Situation an der ja versucht wird etwas zu ändern. Und die Überforderung der Polizei macht ja eigentlich nochmal unsere extreme Situation deutlich.
    Du beziehst dich ja auch auf das überdramatische Bild was durch verschiedene Artikel und den IS-Terror-NewsTicker geschaffen wird, jedoch sind die Menschen doch sonst immer so neugierig und wollen am liebsten alles von jedem wissen, dass ich der Meinung bin, dass dieser News Ticker gerade das Richtige ist um alle Menschen auf dem gleichen Stand zu halten und zu informieren.

    Jedoch stimme ich dir in vielen Punkten auch zu. Denn auch ich bin der Meinung, dass die Medien zum Teil sehr ihre Position ausnutzen und die Menschen sehr beeinflussen durch ihre meist einseitigen und oberflächlichen Berichte, die nicht informativ genug sind. Auch stimme ich dir zu, das man sich nicht nur auf ein Medium beschränken sollte und man sich mit anderen austauschen sollte, sich andere Meinungen einholen sollte und gemeinsam darüber diskutieren sollte( was meiner Meinung nach noch viel zu wenig gemacht wird!!!) Auch sollte man stets darum bemüht sein, sich sein eigenes Bild/ seine eigene Meinung über das Thema zu bilden, ohne von irgendwelchen Schlagzeilen beeinflusst zu werden.

    Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich glaube, dass die Angst, die uns über die Medien vermittelt wird, nicht unberechtigt ist und ernst zu nehmen ist, auch wenn sie an einigen Stellen durch die Medien nicht sehr informativ und beeinflussend dargestellt wird. Aber wer weiß wie brenzlig unsere jetzige Situation tatsächlich ist?

  5. C&WdieBLOGGER sagt:

    Hallo BigLuh,

    für mich war dein Artikel sehr erhellend und lesenswert. In deinem Artikel sprichst du die Themen der Radikalisierung der Medien an. Du sagst, dass unsere Medien durch oberflächliche und radikalisierende Berichterstattung den Leser bzw. den Informanten verängstigen bzw. nicht stattgemäß informieren. Außerdem sprichst du die Modernisierung unseres Zeitalters, sowie die teilweise vorhandene Unzuverlässigkeit unserer Medien (focus.de IS-Terror-News.-Ticker)“ an. Unter anderem unterstellst du den Medien, durch geschickte Formulierungen und Wortgewandtheit, ein überdramatisches Bild im Kopf des Lesers zu prohezieren.
    Ich stimme dir in den Punkten, dass unsere Medien durch traviale und radikalisierende Berichterstattung den Leser nicht korrekt informieren, sowie die Unzuverlässigkeit der Medien, vollkommen zu, jedoch bin ich mit deinem Punkt, dass die Medien durch geschickte Formulierungen und Wortgewandtheit ein abwegiges Bild entstehen lassen, nicht ganz einverstanden. Deine Unterstellung, dass die Medien dem Leser eine vorgedruckte Meinung implizieren und dazu noch dem Leser zu unterstellen sich dadurch keine eigenen Meinung bzw. objektive Meinung zu machen, ist für mich nicht ganz nachzuvollziehen. Denn es bleibt dem jeweiligen Verlag bzw. Medieninstitut unbenommen, wie er seinen Bericht erstattet, hauptsache er berichtet sinngemäß und auf Fakten beruhend. Es ist eine falsche Behauptung, dass sich der Leser kein eigenes Bild machen kann. Außerdem ist es nicht den Medien verschuldet sonderm dem Leser selbst, denn dieser sollte in mit Eigenverantwortung den Bericht reflektieren und sich seine Meinung bilden. Im Vergleich zu anderen Ländern ist das Pressewesen in Deutschland äußerst neutral. Durch die Pressefreiheit ist es dem Journalisten ermöglicht seine Meldungen und Artikeln so frei wie möglich zu gestalten.
    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass du mit deinem Artikel im generellen eine gute Meinung gegenüber der Medienwelt vertrittst. Deine Hauptargumente stimmen mit meiner Meinung überein und sie sind ebenfalls treffend formuliert. In dem Punkt, dass die Medien oftmals falsche Eindrücke entstehen lassen konnte ich dir leider nicht zustimmen.

    Liebe Grüße.

  6. A sagt:

    Lieber BigLuh,

    in deinem Blog sprichst du darüber, dass seit den Geschehnissen in Paris das Thema Terrorismus wieder vorrangig in den Medien behandelt und dargelegt wird. Dies belegst du mit der Behauptung, dass durch den Terror in Paris die Bedrohung für „Berlin“ und für die hiesige Gesellschaft in Reichweite gelangt sei. Ferner zeigst du mittels Schlagzeilen wie „Deutschland steht längst auf der Blacklist des IS“ auf, dass die Angst der hiesigen Gesellschaft nicht unbegründet sei und sich sogar „60% der Deutschen [fürchten]“ würden. Fortlaufend skizzierst du das Bild, das durch den genannten Artikel in den Köpfen der Menschen entsteht und gehst dabei auf drei Kernpunkte des Artikels ein, wobei du auch hier durch überspitzte Formulierungen das Interesse des Lesers gewinnst. Du nennst anfangs die Terrorwarnung der Stadt Bremen und behandelst dann die Waffenlieferung der deutschen Regierung an die kurdischen Kämpfer im Irak. Schließlich hinterfragst du die Erschöpfung und enorme Belastung der deutschen Polizei und fragst wie es denn sein könne, dass selbst „unser Freund und Helfer“ uns nicht den gewünschten Schutz gewährleisten könne. Im Anschluss daran stellst du dar, wie durch solche Artikel „ein stark überdramatisiertes Bild im Kopf des Lesers“ projiziert werde und welche Gefahren diese für den Laien bergen würden. Hierbei führst du den „IS-Terror-News-Ticker“ vom Nachrichtenmagazin Focus an und kritisierst diesen aufs Schärfste. Abschließend appellierst du an die Vernunft aller Leser, dass sie jede Schlagzeile und jeden Artikel hinterfragen sollten und kommst zum Fazit, dass die Medien jeden nur soweit radikalisieren, „wie es jeder für sich selbst zu lässt.“

    Du sprichst wichtige Aspekte an, die ich versucht habe kurz darzulegen, um mich mit diesen nun näher auseinanderzusetzen.

    Zu Beginn sagst du, dass die Medien Angst schüren und so Horrorszenarien in den Köpfen der Menschen projiziert werden. In diesem Punkt stimme ich dir insoweit zu, dass die Medien zwar Angst schüren, jedoch nicht die Medien en bloc. Klar wird in den Medien oft nur das Schlimmste vom Schlimmsten erzählt, da es eben die Zuschauer bzw. Leser interessiert. Und hier bedenke man das Sprichwort „Only bad news, are good news“, welches deutlich zum Vorschein bringt, wie die Medien arbeiten. Man sollte aber nicht vergessen, dass die Medien auch Wirtschaftsunternehmen sind, die einen maximalen Gewinn erzielen wollen. Und leider ist dieser in der heutigen Welt, vor allem in den Industriestaaten, oft nur durch immer perfider werdende Nachrichten zu erzielen. Die Nachrichten sind, so wie du auch erwähnst, ein Spiegelbild der Gesellschaft. Sie bringen die Nachrichten, die der Kunde auch haben möchte. Doch du darfst nicht den Fehler machen und pauschal behaupten alle Medien seien so. Dies wäre schlichtweg falsch. Jede Zeitung und jede Nachrichtensendung ist, wie jedes Konsumgut, für eine bestimmte Zielgruppe gedacht. Zeitungen wie die Bild oder die MoPo seien hier nun stellvertretend für all solche Medien genannt, die gezielt provozierende und überspitzte Nachrichten formulieren, um ihre „neugierigen“ Leser zu befriedigen. Genau deshalb ist es so wichtig, zwischen seriösen und unseriösen Quellen zu differenzieren. „Die Zeit“ oder auch „Spiegel-Online“ versuchen stets objektiv und mit einer gewissen Distanz zu berichten. Daher darfst du nicht den gleichen Fehler wie die „unseriösen Medien“ machen und eine Aussage absolut setzten und diese dann für all-gemeingültig erklären.

    Einen weiteren Punkt den du aufführst ist jener, dass in Folge der unseriösen Medien, die Angst in den Köpfen der Menschen so stark vorherrscht, dass diese sich nicht weiter und intensiver mit dem Thema informieren. Dabei verweist du auf den IS-News-Ticker und auf kurze, provokante Schlagzeilen. In diesem Punkt stimme ich dir wieder insofern zu, dass es, wie es bei den Medien seriöse und unseriöse Medien gibt, auch innerhalb der Menschen ein breites Spektrum vorherrscht. Von den „notgeilen“ Leser, der sich durch den Kummer und Schmerz der Anderen befriedigt bis hin zum Intellektuellen, der sich nach dem Lesen eine differenzierte Meinung bildet.

    Nichtsdestotrotz ist die breite Masse davon geprägt, dass wir Nachrichten nicht mehr hinterfragen und diese ohne weiteres akzeptieren und auf uns wirken lassen. Aber auch hier nennst du gleich die Lösung, nämlich das Lesen verschiedener Zeitungen. Jedoch ist es sehr schwer für viele, überhaupt den ganzen Artikel zu lesen. So wie du erwähnst, gibt sich der Leser bereits mit der Schlagzeile zufrieden.

    Darüber hinaus sprichst du davon, dass die Medien uns radikalisieren. Ich glaube der Begriff radikalisieren ist hier nicht angebracht. Die Medien radikalisieren uns nicht, sondern sie beeinflussen uns in einer spezifischen Form, die von der jeweiligen Person selbst abhängt. Ich glaube die Ausdrücke aufhetzen, aufputschen oder anheizen wären hier passender, da der Terminus radikalisieren mit kämpferischen Aktivitäten, wie die der IS, assoziiert wird. Doch in deinem Blog willst du, sofern ich dich recht verstanden habe, aufzeigen, wie die Medien unsere Meinung beeinflussen und uns dazu verleiten nicht mit dem Verstand, sondern aus den momentanen Gefühlen heraus zu urteilen. Du willst zeigen, dass die Medien dazu beitragen, dass wir ein „Feindbild“ entwickeln um dann zu versuchen unsere Ängste und Befürchtungen in Form von Protestbekundungen, wie „PEGIDA“ darzulegen.

    Über all dem sollten wir aber nie vergessen, dass wir sehr glücklich darüber sein sollten, dass wir in einem Staat mit einer „Pressefreiheit“ leben. Eben diese Pressefreiheit erlaubt es uns beispielsweise Blogs und Kommentare entsprechend unserer Meinung zu verfassen. Wir müssen aber, und dies muss betont werden, unsere Freiheit wirklich produktiv nutzen. Wenn wir bspw. keine Bild-Zeitung mehr kaufen, so wird sich, so bin ich der Meinung, eine Wende in der Medienlandschaft vollziehen. Auch die Medien unterliegen dem „Angebot-Nachfrage-System“. Sobald die Verkaufszahlen zurückgehen, sobald sich eine Wende in dem Konsumverhalten der Menschen vollzieht, so werden sich auch die Medien Gedanken darüber machen, wie sie wieder ihre Konsumenten gewinnen können. Und dann liegt es in der Hand der Konsumenten, den Medien zu vermitteln, dass diese keine überspitzten, aufputschenden und „feind-bild-simulierenden“ Nachrichten wollen.
    Abschließend sei gesagt, dass die Medien erkennen müssen, dass sie mit ihrer Freiheit eine gewisse Verantwortung tragen, so wie es der irische Politiker George Bernard Shaw einst formulierte: „Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit; das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten!“

    Beste Grüße: A

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.