Gemeinsame Feinde machen uns zu Freunden – Fördert der Terror den Zusammenhalt zwischen den Staaten?

Der Terror, der die Welt zunehmend beherrscht, stößt in der westlichen Welt auf Angst und Schrecken. Die Staaten des Westens sehen internationalen Terrorismus als Bedrohung für die eigene Sicherheit an und teilen die Meinung, dass eine Bekämpfung (in welchem Maße ist hier eine andere Frage) zwingend notwendig ist, um die Zivilbevölkerung sowie die Staatsstrukturen zu schützen.

Es sollten dringend Maßnahmen ergriffen werden, damit dem Extremismus vorgebeugt wird und er auch in direkt betroffenen Ländern keine Bestätigung mehr findet. In den Vereinten Nationen, im Rahmen der G8, in der Europäischen Union und in der NATO wurden zahlreiche gemeinsame Maßnahmen und Projekte beschlossen, um den grenzüberschreitend handelnden Terrornetzwerken effektiv zu begegnen. Ein Interessenausgleich findet folglich statt.

Darüber hinaus sind die Staaten sich einig, dass bei diesen Maßnahmen multilaterale Zusammenarbeit nötig ist. Diese soll bei westlichen Staaten nicht Halt machen. Frank Walter Steinmeier, der mit Führern einiger islamischer Länder (darunter der arabischen Liga) in Dialog trat, ist der Meinung, dass dort eine erhöhte Bereitschaft zu Kooperation besteht. Das Anwachsen von IS habe auch bei den Staaten, die früher mit terroristischen Bewegungen sympathisiert haben, Schrecken ausgelöst. Man solle die Chance nutzen, die Zusammenarbeit, speziell mit muslimischen Staaten, zu fördern.

Es stellt sich also die Frage, ob der Terror in dieser Hinsicht einen positiven Effekt auf die Zusammenarbeit und letztendlich den Zusammenhalt zwischen den Staaten innerhalb des Westens und zwischen dem Westen und den islamischen Ländern hat.

Wir erinnern uns an den Anschlag auf das Nationalmuseum in Tunis am 18. März 2015. Mitglieder des IS wurden als Verantwortliche identifiziert. Medien aus der ganzen Welt beschäftigen sich mit dieser Nachricht; Staatschefs sprachen ihre Anteilnahme aus. So auch Frankreichs Staatspräsident François Hollande und Regierungschef Manuel Valls, welche die terroristische Attacke verurteilten. In einer Botschaft an Tunesien drückte Hollande die Solidarität Frankreichs aus, wie der Élysée-Palast mitteilte. Eine Mitteilung, die unwichtig erscheint, jedoch den Grundstein für weitere Kooperation zwischen den Ländern legt.

Darüber hinaus ist es Ziel der EU, mithilfe von Kooperation die Terrorismusbekämpfung zu intensivieren. Bei einer Konferenz in Wien namens „Tackling Jihadism Together“, wurde die Zusammenarbeit mit den Westbalkanstaaten vereinbart.

Folglich lässt sich auch hier ein Fortschritt hinsichtlich der Zusammenarbeit der EU mit Ländern außerhalb ihres Kreises feststellen.

Bei der Bekämpfung der gemeinsamen Bedrohung gilt es, Toleranz gegenüber fremden Kulturen und Religionen zu zeigen und das Ziel der gemeinsamen Bekämpfung des internationalen Terrorismus im Blick zu haben – eine Herausforderung für manche, jedoch ein lang ersehnter Schritt für die internationale Kooperation.

Meiner Meinung nach motiviert der Terror viele Staaten, zusammenzuarbeiten. Sie sind sich einig, dass dies der einzige Lösungsweg ist, um eine erfolgreiche Bekämpfung der Bedrohung zu ermöglichen.

Ich möchte hier in keinem Fall den Terror so darstellen, als hätte er positive Seiten an sich, denn dies ist in jeglicher Hinsicht falsch.

Jedoch muss die Welt damit umgehen und ich denke, dass Kooperation der richtige und auch einzige Weg ist, dagegen vorzugehen und darüber hinaus die Staatenwelt verbindet.

Quellen:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/afrika/touristen-bei-anschlag-in-tunis-getoetet-13490987.html

http://www.euractiv.de/sections/oesterreich/terrorismusbekaempfung-schulterschluss-der-mittel-und-suedosteuropa-staaten

http://www.vertreter-des-bundesinteresses.de/DE/Themen/Sicherheit/Terrorismusbekaempfung/Terrorismus/terrorismus_node.html

http://www.deutschlandfunk.de/eu-aussenministertreffen-mehr-kooperation-gegen-den-terror.1783.de.html?dram:article_id=309140

http://www.dw.de/bessere-kooperation-gegen-den-terror/a-18201212

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Eine Antwort auf Gemeinsame Feinde machen uns zu Freunden – Fördert der Terror den Zusammenhalt zwischen den Staaten?

  1. inesceline sagt:

    Liebe A,

    Du beschreibst in Deinem Artikel den Zusammenhalt, der zwischenstaatlich durch die Gefährdung des Terrorismus entsteht.
    Internationale Organisationen schließen sich zusammen, um kooperativ, nach Berücksichtigung konträrer Interessen die Terrorbekämpfung-und Prävention zu intensivieren. Insbesondere die Beteiligung islamischer Staaten sei Deiner Meinung nach erfreulich.
    Das Ziel zu fokussieren sei hier das Wichtigste, um effektive Zusammenarbeit zu garantieren.

    In dieser Hinsicht stimme ich Dir vollends zu, ein stabiler Zusammenhalt der Staaten schafft die Grundlage, um gegen den Terror zu interagieren.
    Auch international wirtschaftliche, bzw. soziale Aspekte könnten durch Kooperationen zwischen westlich und islamischen Staaten gestärkt werden. So könnte beispielsweise offizieller Export von begehrten Gütern wie Antiquitäten oder schlichter Rohstoffe erfolgen, was gleichzeitig die Macht der sogenannten „Warlords“ vermindern würde. Diese stellen nämlich durch den inoffiziellen Handel mit europäischen Ländern, aber auch dem Drogenschmuggel eine wichtige finanzielle Grundlage des Terrorismus und der neuen Kriege dar. So würden ohne großen Einsatz die internationalen Wirtschaftsverbindungen gestärkt und parallel dem Terror wichtiger Profit entzogen werden. Bisher eine effektive Umsetzung lange nötiger Veränderungen.

    Neben vieler weiterer Vorteile, die du bereits angesprochen hattest, sehe ich jedoch auch großes Gefahrenpotential, das oft durch den Nutzen dominiert wird. Dadurch, dass kurzerhand diverse gegensätzliche Kulturen und Religionen überstaatlich zusammengeworfen werden, entsteht ein sogenannter „culture clash“.
    Du erwähnst die Toleranz die entgegengebracht werden muss, aber ist das Entsetzen über den Terror wirklich dominanter als die Verbundenheit zur eigenen Abstammung und fortlaufender interkulturelle Konflikte? Insbesondere der Aufprall der westlichen mit der muslimischen Welt könnte hier ein dauerhaftes Problem darstellen. Wie Samuel Huntington bereits in seiner Ausführung „Kampf der Kulturen“ offenbarte, führen unterschiedliche Kausalitäten, wie die Modernisierung oder vor allem in diesem Beispiel die Dominanz des Westens letztendlich zur Feindseligkeit.
    Wenn die Kooperation also zu sehr über das Maß der reinen Terrorabsicherung voranschreitet und zu viele konträre Interessen in dieses Bündnis einfließen, kommt es früher oder später zur Eskalation.

    Dennoch besitzt die Zusammenarbeit der Staaten größte Relevanz im Kamp gegen den neuen Krieg, die Gefahr, die aus den kulturellen Unterschieden hervorgeht, darf aber nicht unterschätzt werden. Meiner Meinung nach müssen sich die Staaten dieser Kooperation gegenüber öffnen, kürzlich entstandenen Zusammenhalt jedoch mit Vorsicht genießen, um die schmale Linie des friedlichen Zusammenarbeitens nicht zu überschreiten

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