Die Rolle des Irans im Syrienkonflikt

Diese Konfliktanalyse betrachtet den Syrienkonflikt aus der Sicht des Irans. Seit dem Sturz des Schahs 1979 ist der Iran eine theokratische Republik, die von geistlichen Schiiten geführt wird. Zusammen mit Russland gehört der Iran zu den wichtigsten Unterstützern Syriens und das, obwohl die Mehrheit Syriens sunnitisch ist. Das gute Verhältnis zu syrischen Regierung begann bereits unter der Macht Hafez al-Assad und wurde unter der Führung seines Sohnes fortgeführt. Milltärische Unterstützung trat erstmals im September 2012 auf, wo von Seiten des Irans bestätigt  wurde, dass sich Angehörige der Revolutionsgarde in Syrien zur Unterstützung der Regierungstruppen befänden.

Der Iran und Syrien stellen auch deswegen passende Verbündete dar, weil sie die Selben drei gemeinsamen Ziele verfolgen: Die Eindämmung des amerikanischen Einflusses in Nahost, die Schwächung Israels und die Begrenzung des irakischen Machtanspruches. Außerdem teilen beide die Gegnerschaft zu Saudi-Arabien und den Golf-Staaten. Regionalstrategisch ist Syrien für den Iran wichtig als Bindeglied zum Libanon, wo die schiitische Hisbollah ihr Kerngebiet hat. Der Syrienkonflikt wird außerdem als Stellvertreterkrieg für den Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran bezeichnet. Dieser Konflikt begann, als der Iran sich im Krieg gegen den Irak befand, unterstützten die Golf-Statten, vor allem Saudi-Arabien, den Irak tatkräftig mit mehreren Milliarden Dollar. Diese Erinnerung hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Iraner eingebrannt. Genauso wie die Erinnerung von auf iranische Städte niedergehenden irakischen Raketen, denen der Iran nichts entgegensetzen konnte. Im direkten Vergleich militärischer Macht der beiden Länder ist zu sehen, dass Saudi-Arabien jährlich über 70 Milliarden Dollar allein für Rüstung und Verteidigung ausgibt, während es beim Iran „nur“ etwa 15 Milliarden Dollar im Jahr sind. Der Iran ist auf die militärische und finanzielle Unterstützung von internationalen Inverstoren angewiesen. Um diese für sich zu gewinnen müssen international geltende Sanktionen weiterhin abgebaut werden. Dieser Umstand ist Saudi-Arabien bewusst, weshalb sie versuchen den Iran international als Schurkenstaat, Terrorunterstützer und Troublemaker darzustellen.

Der größte und wichtigste Verbündete des Irans heißt Russland. Zusammen haben sie begonnen, Syrien militärisch und mit Kampfeinsätzen zu unterstützen. Anfänge dieser Zusammenarbeit waren 2015 erkennbar, als russische Kampfflugzeuge Einsätze von einer iranischen Luftwaffenbasis starteten, um der Regierung Baschar al-Assad Unterstützung zu leisten. Diese Unterstützung hat auch bereits sichtbare Folgen hinterlassen. Das Assad-Regime wurde deutlich gestärkt und die Flüchtlingsströme in europäische Länder sind angestiegen. Doch das Bündnis scheint auf längere Sicht gesehen von keinem Nutzen zu sein. Viel mehr ist es ein spontanes Kooperieren, da von beiden Ländern die selben Ziele angesteuert werden. Russland möchte außerdem keinen möglichen Austragungsort im Falle eines Konfliktes zwischen den syrischen Sunniten und den iranischen Schiiten darstellen. Viel mehr macht es den Eindruck, als sähe Russland den Iran lediglich als Mittel um ihrem Zweck nachzukommen. Auch die Zusammenarbeit Irans mit dem Assad-Regime ist nicht so eng wie sie zunächst scheint. Im Falle des Machtverlustes Assads könnte der Iran dank seiner großen Machtanteile in Syrien mit Russland dafür sorgen, dass Assads Nachfolger nicht stark genug sein wird, um den Iran und Russland aus Syrien zu verdrängen. Sie könnten ein direktes oder indirektes nach einem möglichen Fall Assads

des syrischen Militärs und der syrischen Geheimdienste einfordern, um die Bewegungs- und Handlungsfreiheit der Revolutionsgarden und damit einen starken Widerstand gegen westliche, saudische und israelische Einflüsse zu sichern. Außerdem könnte man so leichter Syrien überbrücken um die schiitische Partei Hisbollah, die sich im Libanon befindet, zu unterstützen. Die Hisbollah sieht sich angesichts des schwachen libanesischen Militärs als der Beschützer des Libanon vor Israel, während Israel, Kanada und die vereinigten Staaten die Partei als Terrororganisation einstufen. Insgesamt scheint das Ziel des Irans darauf abzuzielen, den Einfluss Europas im Nahen Osten zurückzudrängen und dem Westen zu beweisen, dass russische Interventionen und iranische Interessen ernst zu nehmen sind. Die Feinde des Irans sind, wie auch in den Zielen schon zu sehen, primär die europäischen Länder, die in den nahen Osten eindringen oder schon eingedrungen sind.

Durch den schon länger andauernden Konflikt mit Saudi-Arabien und dem Krieg den Israel mit der Partei Hisbollah führt, die Verbündete des Irans sind, stellen diese beiden Länder die am genausten definierten Feinde des Irans dar, welche unabhängig des Bündnisses mit Russland und Syrien zu bekämpfen sind.

 

Quellen:

Geranmayeh, Ellie; Liik, Kadri: Echte Partner oder arrangierte Ehe?Quelle: IP-Die Zeitschrift Erschienen am 1 Januar/Februar 2017 besucht am 23.11.2018

https://zeitschrift-ip.dgap.org/de/ip-die-zeitschrift/archiv/jahrgang-2017/januar-februar/echte-partner-oder-arrangierte-ehe

 Reinhard Baumgarten Wer wird Führungsmacht im Nahen Osten? Quelle:tagesschau.de veröffentlicht: 16.04.2018 besucht: 7.12.2018

https://www.tagesschau.de/ausland/iran-machtkampf-saudi-arabien-101.html

Sachstandsbericht des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags vom 01.06.2017 besucht am 7.12.2018

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3 Antworten auf Die Rolle des Irans im Syrienkonflikt

  1. InesJaDi sagt:

    Hallo BeFe,
    durch das beistehen zum syrischen Dikatators Assad unterstützt ihr nicht nur ein Regime, dass die eigene Bevölkerung bekämpft, sondern verhindert gleichzeitig eine diplomatische Lösung des Konfliktes. Durch die fehlende Kommunikation von eurer Seite erschwert Ihr Friedensgespräche erheblich und somit eine Chance auf das Ende der Qualen der syrischen Bevölkerung. Ein Dialog auf Augenhöhe mit uns und anderen wichtigen Parteien würde aus unserer Sicht nicht dazu dienen, die Stellung der westlichen Mächte zu steigern, sondern lediglich für Frieden zu sorgen und damit die Grundlage für den Wiederaufbau des Landes und die Reimmigration der syrischen Bevölkerung schaffen. Durch das Verhalten des Irans wird momentan nur ein Ende des Konflikts herausgezögert und gleichzeitig dem Terror eine Chance gegeben. Der einzig mögliche Weg ist die Etablierung einer stabilen Regierung und das fernbleiben von ausländischen Mächten, abgesehen von humanitärer Hilfe.

  2. Ines_MoKo sagt:

    „Die Hisbollah sieht sich angesichts des schwachen libanesischen Militärs als der Beschützer des Libanon vor Israel“
    Eine bodenlose Frechheit Israel als Bedrohung für die Hisbollah einzustufen, immerhin positioniert sich ja der Iran zusammen mit der Hisbollah vor den Grenzen Israels! Luftschläge und militärische Drohungen sind also nur die Reaktion auf Irans Regime und deren Atomprogramm, sowie öffentliche Drohungen.
    Ebenso gefährlich sind Irans Zusammenarbeiten mit Russland und Assad, denn der Iran macht sich damit die USA immer mehr zum Feind, ihr werdet also die Konsequenzen für euer törichtes Verhalten früher oder später tragen müssen.
    #Syrienkonflikt #Terror #GOIsrael

  3. inesambe sagt:

    Hallo BeFe,
    wie du schon in deinem Artikel erläutert hast, ist die Kooperation von Iran und Russland nicht wirklich beständig und wird auf langer Sicht keinen Vorteil bringen. Iran gibt Russland Hilfestellung und dadurch auch Assad, obwohl der Iran für Russland nur ein Mittel zum Zweck ist.
    Ihr unterstützt einen Diktator, und damit auch die Unterdrückung der Bewohner Syriens, nur um an eure Ziele zu kommen. Deutschland ist sich sicher, dass man durch eine Kooperation eine diplomatische Lösung finden wird, indem auch die Bedürfnisse Irans berücksichtigt werden. Durch eine Zusammenarbeit mit den westlichen Staaten wird die Friedenssicherung erheblich leichter und es wird eine Eskalation in dem Konflikt wahrscheinlich verhindert.

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