Die Medien und der Terror

Terroranschläge sind eine beliebte Schlagzeile in den Medien, jeden geht es etwas an und so erhöhen die Medien ihre Auflagen. Ungewollt unterstützen sie dabei aber die Verantwortlichen für diese Schlagzeilen, die nämlich genau das wollen: Aufmerksamkeit.
Terrororganisationen führen ihre Attentate oft aus Gründen aus, die wohl keiner versteht und die auch unverständlich bleiben, doch Medienpräsenz und Aufmerksamkeit werden oft bewusst provoziert und gewollt. Westliche Medien stürzen sich dann auf diese schockierenden Meldungen und verbreiten genau diese Schreckensnachrichten in der Hoffnung das einzige Informationsportal mit dieser Meldung zu sein und dank der Exklusiv-Schocknachricht höhere Auflagen beziehungsweise mehr Klicks zu erzielen.
So brüsten sich Zeitschriften wie Spiegel oder Stern mit polemischen Titelseiten zum Thema Islam und Terrorismus (Siehe hier: https://lindwurm.files.wordpress.com/2015/02/85abe-vorbild2bislam2bhetze2bbei2bspiegel2bund2bfocus2bppq-so.jpg) und nutzen die Angst und Unwissenheit der Menschen aus.

Medien sind der einzige Weg schnell viele Menschen überall auf der Welt zu erreichen. Die Politik weiß das und nutzt Medien deshalb als Sprachrohr. Alles kann über die Medien verbreitet werden, Meinungen und/oder Ideologien, einzelner oder von Gruppen. Auch Terrorgruppen verbreiten ihre Botschaften über die Medien. Und Redaktionen kämpfen praktisch darum die nächsten großen Verbrechen an der Menschheit als erstes präsentieren zu dürfen und spielen somit in die Hände der Radikalen. Medien sind ebenfalls ein politischer Akteur und spielen damit für die politischen Ziele der Terrorgruppen eine wichtige Rolle bei dem Erreichen ihrer Ziele. So nutzen sie aus, dass je brutaler eine Tat ist, desto mehr über sie berichtet wird und je mehr darüber berichtet wird, desto mehr Menschen sehen das, hören das und desto mehr potenzielle Anhänger werden angesprochen. Durch die globale Vernetzung präsentieren Radikale ihre Macht und ihre „Erfolge“ auf der ganzen Welt in einem gewaltigen Tempo und schüren Ängste auf der ganzen Welt.
Die Terroristen erreichen genau das, was sie wollen ohne viel Aufwand.
Was nun aber tun, damit eben genau diese ungewollte Unterstützung aufhört?

 

Lösung Nr.1: Keine Berichterstattung mehr

Aus den Augen, aus dem Sinn! Sobald man aufhört, von Terror zu berichten, verlieren die Terroristen an Macht und werden weniger angsteinflößend und hören dann irgendwann auf, weil sie merken, dass sie niemanden mehr erreichen.
Falsch. Es gibt mehrere große Probleme die entstehen, sobald man aufhört zu berichten.
Grundsätzlich wird das Übel nicht kleiner, wenn man aufhört darüber zu reden. Ganz im Gegenteil. Immer größere Anschläge werden folgen, damit Terror doch wieder an Medienpräsent erlangt.
Es liegt in der Natur des Menschen neugierig zu sein und dank unseres Internetzugangs stehen uns auch alle Informationen zur Verfügung, das sollte sich auch niemals ändern. Hört man aber auf in den Massenmedien eine halbwegs neutrale Berichterstattung zu präsentieren, kann es sein, dass Menschen häufiger und intensiver sich mit Informationsstätten aufhalten, die anstatt neutral zu informieren, Terror sogar gut heißen.
Wir haben das Glück in einem westlichen Land zu leben, in dem Menschenrechte auch zählen. Pressefreiheit, zum Beispiel. Und durch den Stopp der Berichterstattung, würde man diese gewaltig einschränken. Damit hätten wir einen weiteren Punkt auf der Agenda der Terroristen von alleine abgehackt.

Wenn eine vollkommene Einschränkung nicht in Frage kommt, was ist dann mit einer teilweisen Einschränkung, einer Zensur?

Lösung Nr. 2: Zensur

Eine Berichterstattung sollte schon noch passieren, aber man muss ja nicht zeigen wie brutal diejenigen vorgehen, damit nimmt man ihnen auch einen Teil des Erfolgs.
Aber dadurch werden weder die Taten weniger brutal, noch die Terroristen weniger mächtig. Die Wahrheit ist eben, dass die Welt grausam ist und davor kann man sich nicht schonen. Es ist schwer Themen in den Medien einzudämmen, vor allem solch wichtige Themen wie Gewalt an Kulturen, Menschen und Religionen, weil diese Themen nicht nur ein breites Interesse in der Bevölkerung wecken, sondern auch jeden Menschen aus jedem Kulturkreis und jeder Religion unmittelbar betreffen.

Was aber dann?

Lösung Nr. 3: Neutralität und Gelassenheit

Anstatt den Menschen Angst zu machen mit Schlagzeilen wie „Wann trifft es uns Deutsche?“, sollte man ganz sachlich an die Sache rangehen und eher Aufklären als Erschüttern. Und anstatt Terrorgruppen namentlich anzupreisen, sollte man sie möglichst als solche aus dem Spiel lassen und eher allgemein über Problematiken des Terrors berichten. Die Angstmache, die uns die Luft zum atmen nimmt, lässt das Problem größer erscheinen als es ist. Eine Terrorgruppe wird es niemals schaffen einen demokratischen Staat zu stürzen und solange wir dessen bewusst sind, sollten wir ruhig mit dem Thema befassen und versuchen eine friedliche Lösung zu finden. Gerade Medien können viel dazu beisteuern. Sie sind zu einem großen Teil an unserer Allgemeinbildung beteiligt und wenn diese von Anfang an auf Angst getrimmt ist, wird es schwer für eine Gesellschaft neues zu akzeptieren und ohne Vorurteile zu leben.

 

Meine Meinung zu dem Thema:
Ich persönlich finde es sehr schwer eine Meinung zu dem Thema zu bilden. Terrorismus ist etwas, dass nie mal totgeschwiegen werden sollte, jedoch sollte man es auch so angehen, dass keine übergroße Angst entsteht und daraus Fremdenfeindlichkeit. Ich glaube die Medien sind sich teilweise gar nicht im Klaren, welche Wellen manch eine Berichterstattung schlagen kann. Das liegt aber auch in der Hand eines jeden einzelnen, man sollte nicht alles glauben was in den Medien erzählt wird und sich aus mehrerer Quellen eine möglichst differenzierte und unabhängige Meinung holen, vor allem bei dem Thema Terror.

 

 

 

 

 

Quellen:

http://e-politik.de/artikel/2002/bilder-fakten-stories-terrorismus-und-medien/

https://lindwurm.wordpress.com/2015/02/17/terrorismus-und-die-rolle-der-medien/

http://de.wikipedia.org/wiki/Funktionen_der_Massenmedien#Politische_Funktionen

 

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Eine Antwort auf Die Medien und der Terror

  1. Alina Weigand sagt:

    Ein Bericht eines Terroranschlags in der Zeitung und sofort greift jeder wie wild am Kiosk nach der neuesten Ausgabe? Es folgt eine gesteigerte Verkaufszahl? Ich denke nicht, dass Terroranschläge automatisch die Auflagen von Medien erhöhen. Durchaus gibt es die Gruppe von Menschen, die erst nach einem Artikel greift, wenn eine sexy Schlagzeile Aufsehen erregt. Nicht zu verkennen ist aber, dass auch im digitalen Zeitalter noch eine Vielzahl von Menschen beispielsweise eine Zeitung abonniert, um hochwertige Berichte aus allen Bereichen zu erhalten, nicht aber wie wild nach erschütternden Schlagzeilen aus ist.

    In dem Absatz Lösung Nr. 1 „Eine Neutrale Berichterstattung“ wird davon gesprochen, dass eine neutrale Berichterstattung dazu führe, dass Menschen zukünftig zu Medien greifen, welche Terroristen und Anschläge gutheißen.
    Ich denke das wird auf keinen Fall geschehen. An dieser Stelle wird unsere Gesellschaft leider als schmutziger Informationssuchtie präsentiert. Eine neutrale Berichterstattung würde automatisch Objektive Berichte verbieten. Sehen wir uns Menschen an, die keine Pressefreiheit genießen dürfen am Beispiel des Nationalsozialismus. Die Unterdrückung der Pressefreiheit wurde mit illegalen Exilzeitschriften umgangen. Wir sehen daran, dass eine Neutrale Berichterstattung vielmehr dazu führt, dass neutrale berichte umgangen werden, nicht aber, dass aufgrund neutraler Berichterstattung die Menschen zu Terror gutheißenden Medien geführt werden. Vielmehr wird ein Weg der Verbotsumgehung gesucht.

    Für mich bewegen sich Medien erst dann in einem kritischen Bereich, wenn sie polemische Aussagen von politischen Organen annehmen und ausbreiten. Dabei denke ich an Parteien, die eine Islamisierung anprangern und mit Hilfe der Medien ordentlich Aufwind bekommen. In diesem Fall Stimme ich zu, dass Angst unter die Bevölkerung gebracht wird, welche meiner Ansicht nach völlig unbegründet ist!

    Der Lösungsvorschlag „Neutralität und Gelassenheit“, klingt erst einmal sehr ansprechend. Dennoch können solche Vorsätze ebenso gefährlich werden. Die Behauptung, eine Terrorgruppe würde niemals einen Staat stürzen können, führt zu gefährlicher Unterschätzung. In unserer eigenen Geschichte haben wir gesehen, dass am Ende der Weimarer Republik ein einziger Mann es geschafft hat, die Staatsform zu stürzen und alle Macht an sich zu reißen. Und alles dass, weil er massiv von anderen Parteien unterschätzt wurde.

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