Chinas Position im Syrienkonflikt

Der Auslöser des Syrienkonflikts war der Arabische Frühling, welcher nicht nur in Syrien für Demonstrationen sorgte. Es entwickelten sich schnell verschiedene Gruppierungen. Doch dieser Konflikt blieb nicht lange auf nationaler Ebene. Heute beteiligen sich viele unterschiedliche Milizen, Terrorgruppen, die Regierung – das Assad-Regime – und natürlich unzählige Länder. So auch China.

 

China hält sich allerdings sehr zurück. Solange Assad fest im Sattel sitzt, besteht für Peking kein dringender Handlungsbedarf, denn China unterstützt Baschar-al-Assad und somit auch die Linie Russlands.

China beteiligt sich allerdings nicht militärisch, sondern finanziell. Für Peking ist das vom Krieg zerrüttete Syrien eine große Chance für Investitionen in den Wiederaufbau. Für Damaskus bedeutet das Wohlstand und Frieden. Das heißt: Peking und Damaskus stehen auf der gleichen Seite.

Der chinesische Präsident Xi Jinping unterstützte kürzlich die von Russland vermittelten Friedensgespräche in Sotschi und Astana. Als der russische Präsident Wladimir Putin diplomatische Bemühungen für die Stabilisierung Syriens und des Nahen Ostens forderte, reagierte Peking auf diesen Aufruf mit ehrgeizigen Wiederaufbauplänen. Unternehmen aus China stehen angeblich Schlange, um Aufträge für den Wiederaufbau ganzer Städte und Dörfer, Straßen, Brücken, Schulen, Krankenhäuser und Kommunikationsnetze zu erhalten, die durch den fast Siebenjährigen Krieg zerstört wurden.

Die Stellung Syriens als strategischer Knotenpunkt zwischen Asien, Europa und Afrika ist auch heute noch wichtig. Deshalb stimmt das Engagement der Volksrepublik in Syrien auch sehr gut mit ihrer großen globalen Vision der wirtschaftlichen Integration überein.

Präsident Xi sowie Russlands höchster Sicherheitsbeamter Nikolai Patruschew betonten Berichten zufolge die Notwendigkeit der Zusammenarbeit und Sicherheit, um die wirtschaftliche Entwicklung im eurasischen Raum und darüber hinaus zu unterstützen. China betrachtet Syrien als eine dringende Priorität. Ohne Sicherheit und Stabilität sind viele der globalen Pläne Chinas gefährdet. Zu russischen Medien sagte Chinas Sonderbeauftragter für Syrien, Xie Xiaoyan, dass beide Länder eng an der „Förderung des politischen Prozesses in Syrien“ sowie an der Aufarbeitung der Kriegsfolgen arbeiteten. Die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Peking zur Zukunftssicherung Syriens sei Teil der „umfassenden strategischen Partnerschaft“, die sich in den letzten Jahren unter der Führung von Putin und Xi gefestigt habe.

China und Russland, aber auch der Iran, Indien und andere Staaten dürften durch den Wiederaufbau eines ganzen Landes lukrative Gewinne erzielen.

Die vom Westen angestrebte Isolation Syriens wird sich nur als ein weiterer großer Verlust erweisen, wenn China mit seiner kolossalen Wirtschaftsmacht eingreift. China als schlauer Stratege kann die westlichen Verwüstungen in eine kolossale Chance für sich verwandeln.

 

Russland und China werden also im Hinblick auf das Streben nach Frieden in Syrien zusammenarbeiten, auch wenn sie dies in ihren öffentlichen Äußerungen nicht hervorheben. Wenn Syrien wieder friedlich und stabil ist, werden China und Russland und die gesamte eurasische Region die großen Gewinner sein. Darüber hinaus sagen manche, dass diese strategische wirtschaftliche Integration auch den Untergang der amerikanischen Weltmacht ankündigt.

 

Quellen:

  • Pany, Thomas: Idlib: China unterstützt Baschar al-Assad. In: Telepolis vom 04.08.2018
  • Spross, Hans; Miao, Tian: Chinas Position im Syrienkonflikt. Veröffentlicht von der Deutschen Welle am 13.04.2018
  • Cunningham, Finian: Pax Sinica: Chinas Rolle im syrischen Friedensprozess. In: RT Deutsch vom 02.06.2018

 

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Eine Antwort auf Chinas Position im Syrienkonflikt

  1. inesambe sagt:

    Hallo InesSoBe,

    das Zurückhalten Chinas trägt nicht zur Lösung des Konfliktes bei. Eine Lösung zu finden ist sehr wichtig, da ein Konflikt dieser Art schnell eskalieren kann. Die Folgen wären höchst wahrscheinlich für die ganze Erde gravierend und stark negativ.
    Um dies zu verhindern, müssten viel mehr alle beteiligten Staaten zusammen agieren und zusammen eine Lösung finden. So wird auch ein Wiederaufbau des Staates Syrien einfacher und kontrollierter; für China, aber auch für die Helfer aus anderen Ländern.
    Deutschland ist überzeugt davon, dass eine Kooperation sehr viel effektiver wäre, als das heraushalten und abwarten auf eine Beruhigung des Konfliktes.

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