UN-Friedenstruppen

 Wirkungslos oder eine Garantie für Frieden?

 

Die UN-Friedenstruppen sind von den einzelnen Mitgliedstaaten der UN bereitgestellte Militäreinheiten die unter dem Kommando der UN stehen und für friedens- und –Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt werden. Die sogenannten Blauhelme gibt es seit 1948. Seitdem werden sie in Konfliktregionen in aller Welt eingesetzt.

Damit es nicht zu einem unüberlegten Einsatz der Truppen kommt wurde ein Zentralkomitee zu Einsätzen der UN Truppen gegründet.

Die sogenannten Friedensmissionen oder auch friedenerhaltende Missionen der Vereinten Nationen können nur mit der Zustimmung der Regierung des Landes erfolgen, in der die Blauhelme eingesetzt werden, damit die Truppen der UN-Friedenstruppen nicht zwischen die Fronten geraten. Die Art und die Dauer des Einsatzes werden durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates festgelegt.

Die Truppen handeln nie im Kampfauftrag sondern tragen nur Waffen um sich zu verteidigen oder ihre Bewegungsfreiheit gewährleisten zu können.

Als Instrumente werden z.B. Untersuchungskommissionen eingesetzt. Außerdem vermitteln sie zwischen den Konfliktparteien, bilden UN-Pufferzonen oder beobachten die Wahlen.

Primär dienten die bisherigen Einsätze der humanitären Hilfe, Entwaffnungsprogrammen, der Sicherung von Waffenstillständen oder aber auch der Sicherung eines Dekolonisierungsprozesses.

Außerdem haben sie dabei geholfen Bürgerkriegsparteien zu entwaffnen.

Im Juni 2013 waren ca. 91.000 Militärbeobachter, Soldaten und Polizisten aus 114 Staaten für die UN aktiv. Die größten Truppensteller sind Pakistan, Bangladesch und Indien. Hier fällt auf, dass Entwicklungsländer oft viele Truppen entsenden, da sie eine hohe Rekompensation ausgezahlt bekommen.

Seit 1948 starben bei Auslandseinsätzen fast 2500 Angehörige der UN-Friedensmissionen. Jedoch nicht nur im Kampf sondern auch an Krankheiten.

Im Jahr 2007 waren nahezu 82.000 Soldaten weltweit in 15 verschiedenen Friedensmissionen im Einsatz.

 

Die Friedenstruppen haben jedoch nicht nur positive Seiten. Es wird auch Kritik an Ihnen geübt und immer wieder treten neue Probleme auf.

Ein Problem, welches die UN-Friedenstruppen haben, sind die Regierungen der einzelnen Länder. Theoretisch stehen rund 150.000 Mann zu Verfügung, welche von den einzelnen Regierungen als verfügbar gemeldet werden, doch wenn es um einen tatsächlichen Einsatz geht werden bei weitem nicht alle angegebenen Truppen der Staaten bereitgestellt. Die konkrete, tatsächliche Anzahl der Truppen, welche zur Verfügung stehen ist also wesentlich geringer als die Zahl, mit der bei der Einsatzplanung gerechnet werden kann und wird.

Außerdem gibt es oft kommunikative oder menschliche Probleme innerhalb der Organisation. Dies macht in einigen Fällen die Einbindung aller Länder schwierig bis unmöglich. Dazu kommt, dass teilweise die Befehlsstrukturen unklar sind und es an Zusammenarbeit der einzelnen Länder mangelt.

Ein weiterer ernstzunehmender Kritikpunkt ist, dass der UN-Sicherheitsrat das einzige Organ ist, welches die Blauhelmeinsätze erteilen kann. Die Entscheidungsfindung und Befehlskette ist so lang, dass z.B. während des Ruander Massakers 3 Wochen benötigt wurden um einzuschreiten, was in einem solch akuten Fall verheerende Folgen für die Zivilbevölkerung haben kann.

Außerdem wurden falsche Mandate ausgesprochen, mit denen auch Friedenstruppen entsandt wurden. Das hat dazu geführt, dass sie aufgrund von mangelnder Verteidigungskraft als Geiseln genommen wurden. Außerdem wurden die Friedenstruppen nicht wie vorgesehen in friedliche Gebiete entsandt, wie gedacht, um den Frieden zu sichern sondern in Krisengebiete, in denen sie immer wieder in schwere Auseinandersetzungen gerieten.

Des weiteren wird kritisiert, dass nicht alle Staaten die gleichen Rechte haben. Amerika z.B. besteht auf Immunität ihrer eigenen Truppen, da sie politisch motivierte Anklagen gegen die Truppen befürchten und bekommt dies auch als einziges Land zugesprochen.

Um den Problemen entgegenzuwirken werden immer häufiger Handlungsaufträge übertragen. Der Auftrag der Friedenssicherung geht somit an eine externe Organisation.

Hierbei werden entweder einzelne Staaten, eine Gruppe von Staaten oder aber auch andere internationale Organisation beauftragt. Aber auch diese Lösung erntete in der Vergangenheit immer wieder Kritik. Die einzelnen Staaten können sich beauftragen lassen und dann zum eigenen Vorteil Handeln.

Des weiteren fällt auf, dass die Blauhelme überwiegend in Ländern eingesetzt werden, an denen die westlichen Industriestaaten großes Interesse haben. Daraus lässt sich vermuten, dass der UN Sicherheitsrat nicht Objektiv, sondern subjektiv ist und dass einzelne Staaten Einfluss auf die einzelnen Mandate nehmen.

Fakt ist auch, dass die Friedenstruppen nicht ausschließlich in friedlicher Mission unterwegs sind. So wurden bei einem Angriff auf ein Milizlager im Kongo mehr als 50 Kongolesen getötet, obwohl solch ein Angriff eigentlich nicht in die Zuständigkeit der Blauhelme fällt.

 

Meiner Meinung nach ist die Idee, die hinter den UN-Friedenstruppen steht eine sehr gute und definitiv unterstützenswerte Sache. Ich bin jedoch der Meinung, dass der Apparat so wie er momentan besteht nicht effektiv genug ist und daher die Einsätze einen nicht so durchschlagenden Erfolg zeigen wie oft vorausgesagt wird. Aufgrund dessen ist, soweit ich in der Lage bin dies zu beurteilen die Kritik, die geübt wird eine durchaus berechtigte.

Die Idee mit Hilfe eines Bündnisses aus diversen Staaten die Sicherung des Weltfriedens sicherzustellen ist sehr gut. Außerdem hilft es, die verschiedenen Staaten und Völker zu einen und durch die Zusammenarbeit, in diesem Punkt, zu einem Großen ganzen zu machen. Doch genau hier liegt meines Erachtens nach auch die größte Schwierigkeit.

Besonders bei militärischen Einsätzen bedarf es einer genauen Absprache und Koordination, doch aufgrund der verschieden Sprachen, Regeln und Regierungen der einzelnen Länder ist die Koordinations-und-Entscheidungsfindung mit langwierigen Prozessen verbunden, was die Dauer vom Erkennen des Problems bis hin zur Formulierung eines Mandats beträchtlich verlängert.

Ich denke jedoch, dass grade in der internationalen Friedenspolitik, in der es immer wieder akute Konflikte gibt ein schnelles und effektives Eingreifen von großer Wichtigkeit ist. Da so viele Länder in der UNO sind würde ich vorschlagen dass man in den konkreten Einsatzplan, nach der Entscheidung ob eingegriffen werden soll oder nicht weniger Länder einbindet, da so eine effektivere Zusammenarbeit und eine schnellere Entscheidungsfindung gewährleistet werden könnte. Mit weniger beteiligten Ländern in einem Einsatz würde die Absprache schneller vorrangehen und die Lösung von Problemen würde schneller von statten gehen.

Des weiteren finde ich sollten zu den UN-Friedenstruppen nur die Länder gehören die wirklich dazu bereit sind Truppen zu entsenden und nicht im Ernstfall doch keine Truppen stellen. Da kein Land dazu gezwungen werden kann sollten die Länder die tatsächlich mit Truppenunterstützung helfen wollen einen Vertrag unterschreiben müssen, in dem eine Mindestanzahl an gesendeten Truppen festgelegt werden sollte.

Somit kann bei der Festlegung eines Mandats mit konkreteren Truppenzahlen kalkuliert werden was zu einer besseren Durchführung des Einsatzes führen würde. Das Entsenden von einer Mindestanzahl an Truppen wäre also für diese Länder Pflicht.

Ein weiteres Problem, was, wie ich finde angegangen werden muss ist, dass die Blauhelme unter Immunität stehen und für die meisten Fehler oder Verbrechen die sie begehen nicht belangt werden. Fakt ist nämlich das die Anzahl der Gewerbe für Prostitution und Frauenhandel in der Nähe von großen UN Stützpunkten und Sicherheitszonen wächst. Bei WikiLeaks wurde ein Interview mit einem Soldaten der UN-Friedenstruppen veröffentlicht, der ausgesagt hat, dass viele Soldaten die Dienste von Illegalen Bordellen in Anspruch nehmen. Dies ist keineswegs hinnehmbar und sollte für die betroffenen Soldaten ernsthafte Konsequenzen mit sich führen. Unter anderem, da diesen Handeln ein schlechtes Licht auf diese eigentlich positive Organisation wirft.

Ein weiteres Problem an dem der UN-Sicherheitsrat meiner Meinung nach arbeiten muss ist, dass keine Handlungsaufträge übertragen werden dürfen, da diese immer wieder zum eigenen Vorteil ausgenutzt werden und dies nicht im Willen der Sache geschieht. Durch bessere Kooperation und vereinfachte Befehlsstrukturen sollte man auf solch eine Übertragung verzichten können.

So wie ich das sehe ist eine Organisation, wie die UN-Friedenstruppen von großer Wichtigkeit für eine friedliche Weltordnung man muss nur die Fehler und Kritikpunkte die dieses System hat beseitigen, um die Blauhelme so effektiv zu machen dass sie ausschließlich von Nutzen sind und niemandem schaden.

 

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Friedenstruppen_der_Vereinten_Nationen

(Letzter Aufruf: 06.04.2014)

http://www.ngo-online.de/lexikon/a-z/un-friedenstruppen-blauhelme

(Letzter Aufruf: 06.04.2014)

http://www.stern.de/politik/ausland/kongo-uno-muss-dutzende-menschen-in-sicherheit-bringen-1931441.html

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http://www.menschenrechtsabkommen.de/friedenstruppen-der-vereinten-nationen-1197/

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http://www.hanisauland.de/lexikon/f/friedenstruppe/uno-friedenstruppe.html

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http://www.pausenhof.de/referat/sozialkunde/blauhelme-un-friedenstruppen/2500

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http://www.sueddeutsche.de/politik/un-friedenstruppen-keine-deutschen-soldaten-nach-darfur-1.644985

(Letzter Aufruf: 06.04.2014)

http://www.rautemusik.fm/news/1451/Nahostkonflikt-Frieden-durch-UN-Friedenstruppen/

(Letzter Aufruf: 06.04.2014)

http://german.ruvr.ru/news/2013_08_28/UN-Friedenstruppen-attackieren-Rebellen-in-Demokratischer-Republik-Kongo-7764/

(Letzter Aufruf: 06.04.2014)

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