Wie gefährlich ist Kim Jong Un wirklich?

Wie gefährlich ist Kim Jong Un wirklich?

„Kim Jong Un testet offenbar erneut ballistische Rakete“, „Kim droht Südkorea mit tödlichem Schlag“, „Machtdemonstration in Nordkorea: Kim Jong Un feiert Raketentest als größten Erfolg“, all diese Schlagzeilen hat man im Kopf, wenn man an Nordkorea denkt. Aber welche Gefahr geht von der kleinen Diktatur im Osten Asiens wirklich aus?

Wer ist Kim Jong Un eigentlich? Als dritter Sohn seines Vaters Kim Jong Il kommt er am 8. Januar 1983 in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang zur Welt. Es ist nicht sehr viel über Jong Uns Kindheit bekannt. Man weiß aber, dass er seine Schulzeit  größtenteils unter falschem Namen in der Schweiz verbrachte. Danach besuchte er von 2002 bis 2007 die Kim Il-Sung-Universität in Pjöngjang. Da sein Vater überraschend früh starb, wurde Kim Jong Un nur 2 Jahre auf seine Regentschaft vorbereitet. Nach der Machtübernahme sind seine Geschwister von der Bildfläche verschwunden.

Wie kam es zur Nordkorea-Krise? Kim Jong Uns Großvater Kim Il Sung, welcher den Staat Nordkorea gegründet hat, hat auch das Nuklearwaffenprogramm ins Leben gerufen. Il Sungs Intention war es sein Land abzusichern und vor westlichen Mächten zu schützen. Die Nuklearwaffen waren ein Warnsignal: „Vorsicht wir beißen zurück“. Da eine nordkoreanische Wirtschaft praktisch nicht existent ist (gemessen am Pro-Kopf-Einkommen gehört es zu den ärmsten Nationen der Welt), erweiterte Il Sungs Sohn Kim Jong Il das Atomwaffenprogramm und missbrauchte es um Hilfsgelder und Ressourcen zu erpressen. Das Hauptziel des aktuellen Diktators ist allerdings ein Anderes: Prestige.

Kim Jong Un will die ganze Welt zwingen, sein Land als eine Nuklearmacht anzuerkennen. Um sein Ziel zu erreichen gibt er jährlich mehr als 33% (2015) des BIPs für das Militär aus. Zum Vergleich: Die Militärausgaben von Deutschland beziehen sich auf 1,2% (2015) und die der USA auf 3,3% (2015). Um diese hohen Ausgaben vor der hungerleidenden Bevölkerung zu rechtfertigen, macht die Staatspropaganda die „Feinde“ für alles verantwortlich, was im Land schiefläuft. Die USA haben Schuld am Hunger, an der Isolation des Landes und an den Stromausfällen. Ursache des Konfliktes ist also auch die Ablenkung von innerstaatlichen Problemen.

Durch rasante Fortschritte bei der Entwicklung neuer Raketen und Sprengköpfen, sehen vor allem die USA, aber auch andere Staaten, sich dazu gezwungen zu Handeln. Aktuell ist Nordkorea  im Begriff Tests mit interkontinentalen Langstreckenraketen durchzuführen, eine ganz offene und direkte Provokation. Diese wären in der Lage ganze Städte an der Westküste der USA zu erreichen und auszulöschen. Aber was soll die USA tun? Obama setzte auf „strategische Geduld“. Der jetzige US- Präsident wird dem jedoch ein Ende setzen. Ein möglicher Präventivschlag ist nicht auszuschließen. Sollte es allerdings zu dem von Präsident Trump bereits angedrohten Alleingang kommen, riskiert er einen Konflikt mit China, der Schutzmacht der Diktatur. Da Nordkorea wirtschaftlich abhängig von der Volksrepublik ist, hätte China die Macht Kim Jong Un den Geldhahn abzudrehen. Den völligen Zusammenbruch Nordkoreas versucht die Regierung von Peking allerdings zu verhindern. Denn ein wiedervereinigtes, mit den USA verbündetes, Korea vor der Haustür ist das Letzte was China will. Von den Auswirkungen eines Konfliktes zwischen den Vereinigten Staaten  und China bliebe auch Europa nicht verschont. Welche drastischen Auswirkungen ein solcher Konflikt oder sogar ein Handelskrieg hätte, ist nicht abzusehen. Die wirtschaftlichen Verflechtungen der beiden Großmächte sind für den weltweiten Handel essentiell.

Zusammenfassend lässt sich die Frage wie gefährlich Kim Jong Un wirklich ist, meiner Ansicht nach also folgendermaßen beantworten: Die wahre Bedrohung besteht nicht in einem möglichen Krieg mit Nordkorea. Selbst Kim Jong Un weiß, dass er bei einem offenen Krieg gegen den Rest der Welt keine Chance hätte. Ich glaube er hat viel zu große Angst, um den Luxus den er lebt und gewöhnt ist zu riskieren. Für mich besteht die wahre Gefahr in einer unüberlegten und übereilten Handlung seitens Trumps. Die einzige vernünftige Lösung dieser misslichen Lage sehe ich in einer Zusammenarbeit von China und den USA.

Quellen:

www.tagesspiegel.de/politik/gefahr-eines-begrenzten-atomwaffeneinsatzes-in-asien-usa-warnen-vor-krieg-mit-nordkorea/19571376.html

https://www.welt.de/politik/ausland/article152915885/Warum-Kim-niemals-die-Atombombe-zuenden-wird.html

https://www.welt.de/finanzen/article163680328/Nur-die-Python-Strategie-zwingt-Nordkorea-in-die-Knie.html

http://www.zeit.de/2017/13/atomwaffen-usa-nordkorea-china-streit-eskalation/

https://www.welt.de/themen/kim-jong-un/

https://de.wikipedia.org/wiki/Kim_Jong-un

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